Pharmakonzern

Bayer verschiebt Monsanto-Übernahme

Stuttgart - 28.02.2018, 15:00 Uhr

Die Übernahme von Monsanto soll im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen werden - bisher war von Anfang 2018 die Rede (Foto: Bayer)

Die Übernahme von Monsanto soll im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen werden - bisher war von Anfang 2018 die Rede (Foto: Bayer)


Ursprünglich sollte die Übernahme des Saatgutkonzerns Monsanto durch Bayer bereits Anfang 2018 abgeschlossen werden. Nun wird sich die Transaktion wahrscheinlich auf das zweite Quartal verschieben, wie Bayer am heutigen Mittwoch mitteilte. Auf das Geschäftsjahr 2018 blickt der Pharmakonzern eher verhalten. Grund sind die nahezu stagnierten Umsätze im abgelaufenen Jahr. Vor allem im Geschäft mit rezeptfreien Mitteln sowie mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln fielen die Umsätze.

Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer blickt vor der geplanten Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto verhalten auf das Jahr 2018. Der Umsatz sowie das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sonderposten werden auf dem Niveau von 2017 erwartet, wie der Konzern am heutigen Mittwoch in Leverkusen mitteilte. Zudem braucht der 66 Milliarden US-Dollar schwere Kauf mehr Zeit als gedacht. „Unser Ziel ist es jetzt, die Transaktion im zweiten Quartal 2018 abschließen zu können“, hieß es nun, bisher war von Anfang 2018 die Rede gewesen.

Für 2018 peilt Bayer einen Umsatz von etwa 35 Milliarden Euro an, nachdem dieser bereits 2017 nahezu stagnierte. Das Ebitda vor Sonderposten lag 2017 mit 9,29 Milliarden Euro knapp unter dem Wert von 2016. Beides war etwas weniger als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 7,34 Milliarden Euro zwar 62 Prozent mehr als 2016. Das lag aber auch am Verkauf von Anteilen der ehemaligen Kunststoff-Tochter Covestro, die nicht länger konsolidiert wird.

Im abgelaufenen Jahr bremste ein Einbruch beim Blutgerinnungsmittel Kogenate® das Pharmageschäft. Der Umsatz erreichte mit einem leichten Anstieg auf 16,85 Milliarden Euro knapp das im Herbst etwas reduzierte Ziel von etwa 17 Milliarden Euro. Die Erlöse im wichtigen Geschäft mit neueren Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto®, dem Augenmedikament Eylea®, Adempas® gegen Lungenhochdruck sowie mit den Krebsmitteln Stivarga® und Xofig® legten wie geplant auf mehr als 6 Milliarden Euro zu. Für 2018 peilt Bayer im Pharma-Segment einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro an.

Erfolgreiche Monsanto-Übernahme könnte Umsätze steigern

Im Geschäft mit rezeptfreien Mitteln sowie mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln fielen die Umsätze und operative Gewinne hingegen. Ersteres litt unter einer weiterhin schwachen Entwicklung in den USA sowie der Umklassifizierung zweier Hautmedikamente in China zu rezeptpflichtigen Arzneien. Im Pflanzenschutzbereich drückte vor allem das schwierige Umfeld in Brasilien auf die Entwicklung. Neben der Belastung durch den schwachen brasilianischen Real machten dem Konzern hohe Lagerbestände der Kunden zu schaffen. Im laufenden Jahr peilen die Leverkusener bei Consumer Health wechselkursbereinigt einen Umsatz auf Vorjahresniveau an, im Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft ein leichtes Wachstum.

Sollte die Übernahme von Monsanto im zweiten Quartal gelingen, rechnet Bayer 2018 mit einer deutlichen Steigerung des Umsatzes und des um Sondereinflüsse bereinigten Ebitda. Im ersten vollen Jahr nach dem Kauf soll es dann einen ordentlich Schub bei allen relevanten Kennziffern. Insgesamt hat laut Unternehmensangaben mittlerweile mehr als die Hälfte der rund 30 zuständigen Behörden weltweit den Deal genehmigt. Erst kürzlich hatten die brasilianischen Wettbewerbshüter ihren Segen erteilt. Weitere Genehmigungen - allen voran die der EU - stehen aber noch aus. Die EU hat eine Prüffrist bis Anfang April festgesetzt.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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