Securpharm

Der Count-down läuft

Remagen - 27.02.2018, 15:45 Uhr

Es  wird ernst: Die europäische Richtlinie zum Fälschungsschutz bei Arzneimitteln will bis zum Stichtag umgesetzt sein.(Foto: Jürgen Fälchle / stock.adobe.com / Montage: DAZ)

Es  wird ernst: Die europäische Richtlinie zum Fälschungsschutz bei Arzneimitteln will bis zum Stichtag umgesetzt sein.(Foto: Jürgen Fälchle / stock.adobe.com / Montage: DAZ)


Der Stichtag für die Umsetzung der europäischen Richtlinie zum Fälschungsschutz bei Arzneimitteln rückt unaufhaltsam näher. Ein kleiner Code auf der Packung, eine Datenbank mit allen Seriennummern, ein Scanner in der Apotheke, das hört sich einfach an. Nach den bisherigen Erfahrungen gibt es aber noch eine Reihe von Fehleranfälligkeiten. Wo die Branche derzeit steht, berichtete der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) jetzt in Bonn vor Journalisten.

Die flächendeckende Umsetzung des securPharm-Systems, mit der der europäischen Fälschungsrichtlinie in Deutschland Genüge getan wird, ist für alle Beteiligten, ein riesiger und außerdem kostenintensiver Kraftakt. Laut Auskunft von Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführe des BAH, müssen hierzulande 50.000 Arzneimittel umgestellt werden. Bislang sei dies allerdings erst für 2750 geschehen, berichtete er. Insgesamt gehe es um rund 750 Millionen rezeptpflichtige Packungseinheiten, die in etwa 2000 Produktionslinien hergestellt werden, und das möglicherweise weltweit verstreut. Die Kosten für die Umstellung einer Linie beziffert Kortland mit 100.000 bis 120.000 Euro. 

Die Hälfte der Hersteller fehlt noch

Laut securPharm-Geschäftsführer Martin Bergen sind bis jetzt sind etwa 200 Arzneimittel-Hersteller securPharm beigetreten. Besonders im letzten Jahr sei die Quote deutlich nach oben geschnellt. Trotzdem ist nach Angaben von Kortland noch mehr als die Hälfte der Hersteller nicht mit im Boot. Er gab diesbezüglich jedoch zu bedenken, dass eine ganze Reihe von Unternehmen weniger als zehn rezeptpflichtige Arzneimittel auf den Markt bringe. Einige könnten sich angesichts der immensen Kosten dazu entschließen, auf die weitere Auslobung der Präparate zu verzichten, so seine Vermutung. Insgesamt geht Kortland davon aus, dass zum Stichtag 350 bis 380 Hersteller mit dabei sein werden.

Bis September sollen alle Apotheken angeschlossen sein

Neben den Herstellern müssen außerdem etwa 25.000 berichtigte Nutzer angebunden werden, darunter die rund 19.500 öffentlichen Apotheken. Bislang sollen erst 380 in den Pilotbetrieb einbezogen sein. Kortland ist aber zuversichtlich, dass, so die Zielprojektion, ab September 2018 alle Apotheken, Großhändler und Krankenhäuser angeschlossen sein werden.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Fehleranfälligkeit

von Karl Friedrich Müller am 27.02.2018 um 17:55 Uhr

Das kann noch richtig lustig werden
Da kann man nichts abgeben, muss nachbestellen. Möglicherweise ist das Rezept dann weg.
Das wird teuer
Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum Apotheken die Fehler, kriminelle Energie von GH, Importeuren und Politik ausbaden sollen

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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