in den USA

Amazon bringt stillschweigend OTC-Eigenmarke auf den Markt

Stuttgart - 22.02.2018, 17:10 Uhr

Unter dem Namen Basic-Care vertreibt Amazon seine Hausmarke. (Foto: Amazon.com)

Unter dem Namen Basic-Care vertreibt Amazon seine Hausmarke. (Foto: Amazon.com)


Ohne großes Aufsehen hat Amazon in den USA bereits im vergangenen August eine eigene OTC-Marke auf den Markt gebracht – „Basic Care“. Die Line umfasst 60 Produkte von rezeptfreien Schmerzmitteln über Antiallergika bis Haarwuchsmittel. Der Online-Händler verkauft bereits seit einer Weile Arzneimittel. Diese unterliegen bei den Wettbewerbern Preisschwankungen, mit denen Amazon sich messen muss. Mit der Hausmarke ist das nicht mehr der Fall. 

Rezeptfreie Arzneimittel gehören schon eine ganze Weile zum Angebot von Amazon in den USA. Denn dort darf der Händler im Gegensatz zu Deutschland diese Produkte verkaufen. Dem Portal „One Click Retail“ zufolge sind die Umsätze in diesem Bereich im vergangenen Jahr um 55 Prozent gestiegen. Die Marke, die am besten ging, war „GoodSense“, die Hausmarke des weltweit größten OTC-Herstellers Perrigo. Doch seit vergangenem August vertreibt Amazon eine eigene Marke – „Basic Care“. Der Online-Riese hat sie offenbar mehr oder weniger stillschweigend eingeführt, wie das US-Nachrichtenportal CNBC berichtet. Hergestellt wird sie ebenfalls von Perrigo. Die Linie umfasst 60 Produkte von rezeptfreien Schmerzmitteln über Antiallergika bis Haarwuchsmittel.  

Preislich bewegt sich Amazon am unteren Rand. So kostet die 500er Packung Ibuprofen 200 mg 6,98 USD, das entspricht etwa 5,70 Euro. Mithalten kann hier nur Wettbewerber Walmart, der den gleichen Preis verlangt. Der Durchschnittspreis liegt jedoch bei 12,14 USD und damit fast doppelt so hoch. Damit verfolge Amazon seine übliche Strategie, sich mit einer minimalen Marge zufrieden zu geben, nur um die Preise der Wettbewerber zu unterbieten, schreibt CNBC. Das Unternehmen selbst wollte sich offenbar zu seiner Gewinnspanne nur insofern äußern, als dass man hart daran arbeite, niedrige Preise über das ganze Sortiment anzubieten.  


„Es spielt praktisch keine Rolle, dass der Konzern seit jeher keine großen Gewinne erwirtschaftet, sondern das ganze Geld immer wieder in neue oder bestehende Vorhaben investiert. Wie sehr es dem Handelsriesen um Dominanz und weniger um Gewinne geht, zeigt sich im klassischen Versandgeschäft. Laut eigenen Angaben haben sich die Versandkosten in den vergangenen zehn Jahren von 317 Millionen auf rund 7,2 Milliarden US-Dollar erhöht. Der Versand ist also ein massives Verlustgeschäft. Alles wird dem Ziel der Kostenführerschaft untergeordnet. “

Die Welt, 22. Februar 2018




Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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