Koalitionsvertrag

Rx-Versandverbot: Wermutstropfen für Karl Lauterbach

Berlin - 22.02.2018, 09:20 Uhr

Karl Lauterbach bedauert die Aufnahme des Rx-Versandverbots in den Koalitionsvertrag, mit dem der SPD-Gesundheitspolitiker ansonsten sehr zufrieden ist. (Foto: Imago)

Karl Lauterbach bedauert die Aufnahme des Rx-Versandverbots in den Koalitionsvertrag, mit dem der SPD-Gesundheitspolitiker ansonsten sehr zufrieden ist. (Foto: Imago)


Im Großen und Ganzen ist Karl Lauterbach mit den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen zufrieden. Vehement stellt er sich jedoch gegen das im Koaltionsvertrag geplante Rx-Versandverbot. Denn aus seiner Sicht ist der Versandhandel für die Versorgung ländlicher Regionen wichtig.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigte sich auf einem Pressegespräch am gestigen Mittwoch in Berlin überwiegend zufrieden mit den gesundheitsrelevanten Punkten des Koalitionsvertrages. „Ich halte das Werk insgesamt für gelungen“, fasste der stellvertretende Fraktionsvorsitzende zusammen. So sind die Errungenschaften im Pflegebereich für den SPD-Politiker „keine Kleinigkeit“. Dabei bezog sich Lauterbach insbesondere auf strukturelle Ansätze zur Verbesserung von Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dass 8.000 neue Stellen geschaffen werden sollen, ist aus seiner Sicht noch keine nachhaltige Maßnahme.

Lauterbach will Bürgerversicherung nicht vergessen

Auch der Wandel von der ursprünglich geforderten Bürgerversicherung zu einer Honorarangleichung, die von einer Kommission weiter ausgearbeitet werden soll, ist für Lauterbach keine Niederlage. Von dieser Kommission erwartet sich der SPD-Gesundheitspolitiker, dass die Qualitätsunterschiede in der Behandlung für gesetzlich und privat Versicherte verringert werden.

Seiner Einschätzung nach ist das System der privaten Krankenversicherungen ohnehin bereits angeschlagen. Denn seinen Recherchen zufolge würden inzwischen fast nur noch Beamte und Selbstständige zu privaten Versicherungsträgern wechseln. Und da im Koalitionsvertrag vorgesehen ist, die Mindestbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen für Selbstständige zu halbieren, würde künftig die Zahl der privat Versicherten sinken. „Das Thema Bürgerversicherung wird am Leben bleiben“, ist sich Lauterbach sicher.

Als weitere Verbesserungen durch den Koalitionsvertrag nannte er unter anderem die Herausnahme der Pflege aus den Fallpauschalen der Krankenhäuser, Entlastungen für pflegende Angehörige sowie die Terminservicestellen für Patienten.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

RX Versand

von Dr. Radman am 22.02.2018 um 10:16 Uhr

Er ist auch ein Wermutstropfen in der SPD. Nun gibt es einen Koalitionsvertrag. Er gilt als ganzes oder eben nicht. Es gilt die Fraktionszwang. Also : er mus dafür stimmen.Pasta.

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