CLAIM-Studie

COPD-Arzneimittel soll Herzfunktion verbessern

Stuttgart - 23.02.2018, 07:00 Uhr

In einer Studie über sechs Wochen konnte Ultibro Breezhaler die Herzfunktion von COPD-Patienten verbessern. (Foto: Schwanen Apotheke, Stuttgart / DAZ.online)

In einer Studie über sechs Wochen konnte Ultibro Breezhaler die Herzfunktion von COPD-Patienten verbessern. (Foto: Schwanen Apotheke, Stuttgart / DAZ.online)


COPD-Patienten mit Lungenüberblähung haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komorbiditäten. Wie der Schweizer Pharmakonzern Novartis nun mitteilt, soll das Kombinationsarzneimittel Ultibro® Breezhaler® auch die Herzfunktion der Patienten verbessern. Eine entsprechende Studie wurde im „Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlicht.

Als Lungenüberblähung bezeichnet man einen vermehrten Luftgehalt in der Lunge, der nach Ausatmung dort verbleibt. Dies tritt bei einem Großteil der Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) auf, da bei obstruktiven Atemwegserkrankungen der Luftstrom bei der Ausatmung stärker beeinträchtigt ist, als bei der Einatmung. Das Auftreten einer Lungenüberblähung bei COPD ist mit einem höheren Risiko für kardiovaskuläre Komorbiditäten assoziiert.

Laut Novartis kann das Arzneimittel Ultibro® Breezhaler® die Herzfunktion bei Patienten verbessern, die an COPD leiden und gleichzeitig eine Lungenüberblähung aufweisen. Dies gehe aus den Ergebnissen der CLAIM-Studie hervor, teilt Novartis am heutigen Donnerstag mit. Die Daten aus dem Programm seien im Fachmagazin „Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlicht worden.

Verminderte Lungenüberblähung und bessere kardiale Funktion

Für die Studie wurden 62 Probanden rekrutiert, von denen 60 in die Protokollanalyse eingeschlossen wurden. Die Patienten waren mindestens 40 Jahre alt und litten an COPD mit Lungenüberblähung. In einem Cross-over-Design erhielten die in zwei Gruppen eingeteilten Studienteilnehmer über sechs Wochen einmal täglich das Kombinationsarzneimittel Ultibro® Breezhaler® oder Placebo (14 Tage Verum, 14 Tage Wash-out, 14 Tage Placebo oder umgekehrte Reihenfolge). Zur Überprüfung der Herzfunktion wurde das linksventrikuläre enddiastolische Volumen gemessen. Bei COPD-Patienten liegt eine verminderte Herzfunktion vor, die mit dem Ausmaß der Lungenüberblähung beziehungsweise dem daraus entstehendem Lungenemphysem korreliert.

Die Therapie mit Ultibro® Breezhaler® erhöhte das linksventrikuläre enddiastolische Volumen von durchschnittlich 55,46 ml/m2 (SD 15,89) auf 61,76 ml/m2 (95% KI 57,68–65,84), das Placebo im Vergleich von 56,42 ml/m2 (13,54) auf 56,53 ml/m2 (52,43–60,62).

Aus den Ergebnissen der Studie schlussfolgert Novartis, dass die Behandlung mit Ultibro® Breezhaler® zu einer verminderten Lungenüberblähung und einer verbesserten kardialen Funktion führt, wie der Konzern in der Pressemeldung mitteilt. „Für die Patienten bedeutet dies einen klinisch relevanten Nutzen durch eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Atemnot (Dyspnoe), die als exploratorische Endpunkte untersucht wurden“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Ultibro® Breezhaler®

Ultibro Breezhaler ist eine Kombination der Wirkstoffe Indacaterol und Glycopyrronium.

Indacaterol ist ein langwirksamer Beta-Agonist (LABA). Er wirkt an der Bronchialmuskulatur, indem er die Beta-2-Rezeptoren aktiviert, wodurch eine Signalkaskade ausgelöst wird. Das führt über verschiedene Mechanismen zur Erschlaffung der Bronchialmuskulatur. Indacaterol verfügt über eine lange Seitenkette und einen aromatischen Ring, weshalb es im Vergleich zu anderen Beta-Agonisten lipophiler ist und sich im Fettgewebe anlagert. Die berechnete Halbwertszeit liegt bei 40-50 Stunden.

Glycopyrronium gehört zur Gruppe der Muskarin-Rezeptorantagonisten. Durch kompetitive Hemmung der Effekte von Acetylcholin am Muskarin-Rezeptor vom Typ 3 wirkt es bronchodilatatorisch.

Die Wirkstoffkombination Indacaterol/Glycopyrronium ist seit September 2013 für Erwachsene mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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