SAPV

Palliativmedizin – „Man muss dafür brennen“ (2)

Stuttgart - 20.02.2018, 10:00 Uhr

(Foto: Photographee.eu / stock.adobe.com)

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Wir sterben. Wir alle – eines Tages. Entscheidend ist das wie. Palliativpharmazie und SAPV-zertifizierte Apotheken sind Teil sogenannter „Palliative Care Teams“ und erweitern das Versorgungsangebot am Ende des Lebens. Doch welche Erfahrungen machen Palliativapotheker? Was funktioniert – was noch nicht so gut? DAZ.online hat mit Apothekern gesprochen, die sich palliativpharmazeutisch engagieren. Auch hier stehen bürokratische Hindernisse dem Engagement teilweise im Weg.

Was erwartet Apotheker, die sich an SAPV-Netzwerken beteiligen und sich ein palliativpharmazeutisches Profil zulegen wollen? Für Ahmed El Hawari, Leiter der Zentrum Apotheke Wesendorf im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen, war es keine Frage, dass er sich engagieren wollte. „Wir machen es seit über zehn Jahren und stehen auch voll dahinter“, beschreibt er sein Engagement. Als Gründungsmitglied des Palliativnetzes Gifhorn e.V. war er von Anfang an dabei. Schon 2007 wurde das Netzwerk gegründet und hat so die gesamte Entwicklung der SAP-Versorgung miterlebt und mitgestaltet.

Rund-um-die-Uhr-Betreuung

Heutzutage besteht das Netzwerk unter anderem aus einem Team von Palliativmedizinern, allen im Landkreis Gifhorn tätigen Pflegediensten – und bisher nur einer Apotheke. Dies bedauert Ahmed El Hawari ausdrücklich und betont die Offenheit für alle interessierten Apotheker des Landkreises. Zusammen könnten die Aufgaben der zeit- und ressourcenintensiven Versorgung der Patienten besser bewerkstelligt werden, denn für das SAPV gilt: „Entscheidend ist die Rund-um-die-Uhr-Betreuung“, bestätigt Ahmed El Hawari. Und schnell muss es gehen. Die Versorgung der Patienten mit Schmerzmitteln, meist BTM, steht im Mittelpunkt und verträgt keine Verzögerungen. Ein großer logistischer und personeller Aufwand muss betrieben werden, alle Beteiligten müssen sich engagieren, um letztendlich das Ziel zu erreichen: „Wir möchten für die finale Phase des Lebens schwerkranker Menschen eine professionelle Zusammenarbeit anbieten“, so El Hawari im Gespräch mit DAZonline. Und das klappe auch sehr gut. Krankenhauseinweisungen könnten so vermieden werden.



Inken Rutz, Apothekerin, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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