Bei Morbus Crohn

Remsima vergleichbar mit Original-Infliximab

Stuttgart - 19.02.2018, 13:00 Uhr

Remsima hat sich in einer Studie dem Original Infliximab als ebenbürtig bei Morbus Crohn erwiesen. (Foto: Celltrion)

Remsima hat sich in einer Studie dem Original Infliximab als ebenbürtig bei Morbus Crohn erwiesen. (Foto: Celltrion)


Mit dem Original Remicade sowie mit Adalimumab musste sich Celltrions Infliximab-Biosimilar Remsima® in der sogenannten PANTS-Studie messen – offenbar mit Erfolg. Wie der Nachrichtendienst „Business Wire“ mitteilt, ist der Nachahmer hinsichtlich der Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität mit den beiden anderen Präparaten vergleichbar. Behandelt wurden Patienten mit Morbus Crohn. 

Primäres Nichtansprechen, Wirkverlust und Nebenwirkungen waren die Kriterien, anhand derer die drei TNF-α-Blocker – Celltrions Infliximab-Biosimilar CT-P13 (Remsima®), das Infliximab-Referenzprodukt (Remicade®) sowie Adalimumab – in der PANTS-Studie, miteinander verglichen wurden. CT-P13 war weltweit das erste monoklonale Antikörper-Biosimilar, das von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen wurde.

Die im gesamten Vereinigten Königreich durchgeführte, dreijährige prospektive Beobachtungsstudie umfasste Daten von 1610 Morbus-Crohn-Patienten. Sie wurden auf dem 13. Kongress der europäischen Crohn- und Colitis-Organisation (ECCO) vorgestellt und zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit der drei Präparate in Bezug auf alle drei oben genannten Parameter. Die Remissionsraten lagen für das Original-Infliximab in der 54. Woche bei 39,7 Prozent, für CT-P13 bei 39 Prozent und für Adalimumab bei 32,7 Prozent der behandelten Patienten und somit in einem ähnlichen Bereich. Die PANTS-Studie soll patienten- und medikamentenspezifische sowie pharmakokinetische Faktoren, die einen Anti-TNF-Behandlungsmisserfolg vorhersagen, untersuchen. Auf dieser Grundlage sollen schließlich personalisierte Anti-TNF-Strategien zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse entwickelt werden können.

Rabattverträge mit fast allen Kassen

Das Infliximab-Biosimilar Remsima® ist zur Behandlung von acht Autoimmunerkrankungen, darunter rheumatoide Arthritis und entzündliche Darmerkrankungen, zugelassen und wurde Anfang des Jahres 2015 in Europa eingeführt. Kurz nach Einführung gab es bereits die ersten Rabattverträge. Diese wurden allerdings nicht europaweit ausgeschrieben, sondern im Open House-Verfahren abgeschlossen.  

Als erste hatten dann die Techniker Krankenkasse (TK), die DAK-Gesundheit, die KKH Kaufmännische Krankenkasse, die BKK vor Ort, die pronova BKK und die HEK mit dem Anbieter Mundipharma , der Remsima® in Deutschland vertreibt, Rabattverträge für den monoklonalen Antikörper Infliximab abgeschlossen – neben bestehenden Verträgen über das Original. Mittlerweile ist Remsima Rabattartikel von fast allen Krankenkassen.

Neben Remsima® sind mit Inflectra, das ebenfalls von Celltrion stammt und bioidentisch ist, und Flixabi® aus den Labors von Samsung Bioepsis zwei weitere Infliximab-Nachahmer auf dem Markt. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Kreuzreaktive Antikörper beweisen große Übereinstimmung zwischen Biosimilar und Referenzarznei

Mehr als nur ähnlich

Herzuma: neu in Deutschland

Trastuzumab-Biosimilar auf dem Markt

TK-Rheumavertrag

Rabattvertrag für Enbrel

Gleich oder nur ähnlich?

Wann man Etanercept austauschen darf

Patienten mit Autoimmunerkrankungen fordern Apotheke auf vielfältige Weise

Teure Therapeutika, Biosimilars und das Problem Impfen

Wie sich Biosimilars von Originalen unterscheiden können

Gleich, ähnlich oder anders?

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.