Ausgaben 2017

Erstmals mehr als 1 Milliarde Euro pro Tag für die Gesundheit

Stuttgart - 15.02.2018, 17:15 Uhr

Mehr als 1 Milliarde Euro pro Tag wurden in Deutschland im Jahr 2017 für die Gesundheit ausgegeben. (Foto: imago / Bernhard Classen)

Mehr als 1 Milliarde Euro pro Tag wurden in Deutschland im Jahr 2017 für die Gesundheit ausgegeben. (Foto: imago / Bernhard Classen)


Im vergangenen Jahr haben die Gesundheitsausgaben in Deutschland erstmals die Marke von 1 Milliarde Euro pro Tag überschritten. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am gestrigen Donnerstag mit. Demnach geht das Amt für 2017 gegenüber 2016 von einem Anstieg der Ausgaben von 4,9 Prozent auf 374,2 Milliarden Euro aus. Dass dieser höher ist als im Vorjahr – von 2015 auf 2016 waren die Ausgaben nur um 3,8 Prozent gestiegen – ist laut Destatis auf das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen.

374,2 Milliarden Euro und damit mehr als 1 Milliarde Euro pro Tag wurden in Deutschland im Jahr 2017 für die Gesundheit ausgegeben. Das prognostiziert das Statistische Bundesamt (Destatis). Die gesamten Gesundheitsausgaben setzen sich aus den Gesundheitsausgaben der öffentlichen und privaten Haushalte, der Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherung, der Gesetzlichen Unfall- und Rentenversicherung, der sozialen Pflegeversicherung sowie der Arbeitgeber zusammen. Sie umfassen sämtliche Güter und Leistungen mit dem Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, die Kosten der Verwaltung sowie Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen sowie Ausgaben für den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen sind darin nicht enthalten.

Pflegestärkungsgesetz sorgt für höhere Ausgabe

Die Ausgabenträger haben demnach 2017 4,9 Prozent mehr für die Gesundheit ausgegeben als im Jahr davor, in dem die Ausgaben bei 356,5 Milliarden Euro oder 4 330 Euro je Einwohner gelegen hatten. Dies entsprach einem Anteil von 11,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Von 2015 auf 2016 waren die Ausgaben nur 3,8 Prozent angestiegen. Grund für den höheren Anstieg im Folgejahr sei das dritte Pflegestärkungsgesetz, das am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, schreibt Destatis in einer Pressemitteilung.

Für 2017 liegt allerdings noch keine detaillierte Auswertung vor. Im Vorjahr wurden insgesamt knapp über 55 Milliarden (Destatis) für Arzneimittel ausgegeben. Diese Summe beinhaltet alle Ausgaben für Arzneimittel, darunter zum Beispiel die der GKV, der PKV, der gesetzlichen Unfallversicherung und von Privathaushalten. Von den 32,96 Milliarden Euro, die die GKV 2016 für Arzneimittel ausgegeben hat, flossen laut ABDA-Statistik 5,04 Milliarden in die Apotheken. Gemessen an den GKV-Gesamtausgaben sind das 2,3 Prozent. Zum Vergleich: Die Verwaltungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen hatten einen Anteil von 4,9 Prozent an den GKV-Gesamtausgaben, die allerdings nicht nur Gesundheitsausgaben umfassen.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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