Diabetisches Makulaödem

Grünes Licht für Eylea in China

Berlin - 13.02.2018, 11:15 Uhr

Bayer erhält für sein Augenmedikament Eylea in China die Zulassung. (Foto: Bayer)

Bayer erhält für sein Augenmedikament Eylea in China die Zulassung. (Foto: Bayer)


Der Bayer-Konzern hat in China grünes Licht für sein Augenmedikament Eylea erhalten. Die zuständige Medikamentenbehörde CFDA erteilte dem Mittel die Zulassung für die Behandlung des diabetischen Makulaödems (DMÖ), einer häufigen Augenkrankheit infolge von Diabates. Damit sei Eylea das für diese Indikation von der CFDA erste zugelassene Therapeutikum in China, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit.

Den Konzernangaben zufolge leiden allein in China mehr als 110 Millionen Menschen an Diabetes. Eine häufige mit der Krankheit zusammenhängende Komplikation ist die Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie), die zum diabetischen Makulaödem führen kann. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann es zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung kommen.

Bayer hält für Eylea die Vermarktungsrechte außerhalb der USA. Der Entwicklungspartner Regeneron besitzt sie für die USA. Für die Leverkusener ist das Medikament ein wichtiger Wachstumstreiber im Pharmageschäft. In den ersten neun Monaten 2017 hatten die Eylea-Erlöse wechselkursbereinigt um mehr als 16 Prozent zugelegt. Sie machten fast 11 Prozent des Umsatzes der Pharmasparte aus.

Dem Kassenschlager droht aber Konkurrenz: So verwies Experte Jeremy Redenius vom Analysehaus Bernstein Research auf Fortschritte des schweizerischen Pharmakonzerns Novartis bei dessen Wirkstoff RTH258 (Brolucizumab). Der wirkt gegen das gleiche Protein wie Eylea, ist laut Redenius aber deutlich kleiner und erlaube daher vermutlich Abstände von drei Monaten zwischen den Injektionen.

In Europa hat Bayer bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA neue Daten zur Aktualisierung der Produktinformation von Eylea eingereicht. Stimmt die Behörde zu, können Ärzte künftig die Behandlungsintervalle mit Afliberecpt schon ab dem ersten Jahr verlängern. In Abhängigkeit von den individuellen Patientenbedürfnissen seien dann Injektionsintervalle von zwölf oder mehr Wochen ab dem ersten Behandlungsjahr möglich, heißt es in einer Mitteilung von Bayer. Aflibercept wird intravitreal, also direkt in den Glaskörper, verabreicht.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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