Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

Kassen und Apotheker einigen sich auf Festpreis für Vierfach-Grippeimpfstoffe

Berlin - 12.02.2018, 17:40 Uhr

Apotheken im Nordosten können GKV-Versicherte ab der nächsten Grippesaison mit Vierfach-Grippeimpfstoff zum Festpreis versorgen. (Foto: Miss Mafalda / stock.adobe.com)

Apotheken im Nordosten können GKV-Versicherte ab der nächsten Grippesaison mit Vierfach-Grippeimpfstoff zum Festpreis versorgen. (Foto: Miss Mafalda / stock.adobe.com)


Für gesetzlich Versicherte im Nordosten gibt es ab der nächsten Saison quadrivalente Grippeimpfstoffe auf Kassenkosten. Die Apothekerverbände der Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben mit den Krankenkassen und Kassenverbänden der Region erstmals eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.

Auch in diesem Winter ist der trivalente Grippeimpfstoff, für den viele Kassen noch Rabattverträge laufen haben, offenbar nicht optimal. Die derzeit zirkulierenden Influenza-B-Viren gehören vorwiegend zur Gruppe 3 der Yamagata-Linie, in die sich auch der im aktuellen quadrivalenten Impfstoff enthaltene Impfstoffstamm B einordnet. Zwar weist das Robert-Koch-Institut in seinem jüngsten Epidemiologischen Bulletin darauf hin, dass nach vorläufigen Schätzwerten auch der trivalente Impfstoff gegen diese Viren „eine gewisse Schutzwirkung“  habe. Allerdings sei die Interpretation der Studienergebnisse aufgrund der geringen Zahlen von geimpften Personen in der Studienpopulation eingeschränkt. Genauere Schätzungen würden mit dem Fortschreiten der Influenzasaison möglich.

Allerdings lässt sich wohl sicher sagen, dass ein Vierfach-Impfstoff mit höherer Wahrscheinlichkeit für einen wirksamen Schutz vor Grippeviren sorgt als ein Dreifachimpfstoff. Und mittlerweile hat auch die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI beschlossen, ihre Empfehlung zur Grippeimpfung zu ändern. Zukünftig sollte es der quadrivalente Grippeimpfstoff sein. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat hier das letzte Wort – es wird jedoch erwartet, dass er sich in Kürze der STIKO-Empfehlung anschließt. Die Kosten für die Impfung werden sodann von den gesetzlichen Krankenkassen gemäß der Schutzimpfungs-Richtlinie des G-BA übernommen.

Derweil haben Apothekerverbände und Kassen im Nordosten der Republik – in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – bereits eine Vereinbarung zur Versorgung GKV-Versicherter mit den quadrivalenten Impfstoffen geschlossen.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

https://feuerschale-feuerkorb24.de

von Ben Sholl am 13.02.2018 um 3:27 Uhr

Es ist eine gute Nachricht, aber was ist mit dem Preis der vaccines?

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