ARD-Sendung

Kontraste stellt Roche wegen Ocrevus an den Pranger

Stuttgart - 08.02.2018, 17:50 Uhr

Ocrelizumab: Das gibt es auch in günstiger - sagt Kontraste. (Foto: picture alliance)

Ocrelizumab: Das gibt es auch in günstiger - sagt Kontraste. (Foto: picture alliance)


„Fragwürdige Geschäfte: Wie Pharmakonzerne mit 'Kopien' Milliarden verdienen“ – darum geht es am heutigen Donnerstag in der ARD-Sendung Kontraste. Konkret werden Vorwürfe gegen den Pharmakonzern Roche erhoben: Roche verlange für sein neues Arzneimittel gegen Multiple Sklerose, Ocrevus®, 33.000 Euro. Dabei sei doch Ocrelizumab nichts anderes als Rituximab – und das koste nur 3000 Euro. Doch humanisiert ist nun mal nicht chimär.

Kaum ist Ocrelizumab auf dem Markt – Roche erhielt Anfang Januar 2018 die EU-weite Zulassung für Ocrevus – sorgt es für TV-mediale Präsenz. Am heutigen Donnerstag berichtet das ARD-Politikmagazin Kontraste über das neue Arzneimittel bei Multipler Sklerose. Dem Teaser der Sendung zufolge geht es weniger um die eigentliche Therapie, die Wirksamkeit des neuen Arzneimittels, sondern vielmehr um den Preis. 

So übt Kontraste wohl Kritik am Geschäftsgebaren vom pharmazeutischen Unternehmer hinter Ocrevus – Roche. Der Vorwurf: Es gibt zwar kaum Unterschiede zwischen dem neuen B-Zell-Antikörper, Ocrelizumab, und dem 20 Jahre alten Rituximab, dafür seien die preislichen Differenzen umso horrender. Koste die Rituximab-Behandlung eines Patienten mit Multipler Sklerose jährlich etwa 3000 Euro, verlange Roche für Ocrevus das elffache, 33.000 Euro. „Für Roche ist das ein gutes Geschäft: Die seit Jahren erprobte Wirkung bleibt dieselbe, die Betroffenen müssen nun aber viel mehr dafür zahlen,“ heißt es auf Focus.online. Was nicht ganz korrekt ist. Denn letztlich trägt die Solidargemeinschaft und nicht der einzelne Patient diese Kosten. Doch das nur nebenbei.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Rituximab Zulassungen in Händen der Pharmaindustrie?

von Hans-Peter Schulz am 10.02.2018 um 18:39 Uhr

Ich habe die Kontraste-Sendung über Ocrevus und Rituximap gesehen. Es scheint ja nun einige Hinweise auf die Wirksamkeit von Rituximap im Hinblick auf MS zu geben. Wieso kann eine Zulassung des Medikamentes für diese Anwendung nicht auch von nationalen oder europäischen Behörden angestoßen werden? Es ist doch im Sinne der Gesundheit der Bürger, dass sie gute Medikamente zu erträglichen Preisen bekommen, die ihre Wirksamkeit schon bewiesen haben! Patentschutz, Gier und Gewinnoptimierung können doch nicht über die Gesundheit der Menschen gestellt werden! Bleibt nur zu hoffen, dass es ausreichend Präparate aus der Generika-Branche geben wird, die eine Zulassung für die MS-Behandlung beantragen und bekommen! Vielleicht merkt dann ja auch Roche, dass selbst mörderisch rücksichtslose Gier ihre Grenzen hat!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Rituximab Zulassungen in Händen der

von Olfer am 16.02.2018 um 13:56 Uhr

Ich wünsche den Versntwortlichen, das sie früh an einer unheilbare Krankheit langsam und schmerzvoll krepiere.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/02/08/kontraste-stellt-roche-an-den-pranger

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