Frauengesundheit

Der Diabetes und die Wechseljahre

Stuttgart - 07.02.2018, 15:50 Uhr

Woran sollten Frauen mit Diabetes denken? (Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com) 

Woran sollten Frauen mit Diabetes denken? (Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com) 


Diabetes-Patientinnen in den Wechseljahren haben einen erhöhten Beratungsbedarf. Darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Das Klimakterium setze bei Diabetes nicht nur früher ein, sondern führe auch zu schwankenden Blutzuckerwerten. 

Frauen, die an Diabetes leiden, sollten engmaschig ihren Blutzucker überwachen. Vor allem wer auf das Alter der Wechseljahre zugeht, sollte sich frühzeitig mit den weiblichen Besonderheiten einer Diabeteserkrankung auseinandersetzen. Das empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) betroffenen Frauen in einer Pressemeldung vom Freitag letzter Woche. 

Eizellenvorrat schneller erschöpft

Viele Patientinnen kennen laut DDG den Zusammenhang zwischen Östrogen und Diabetes nicht. In der Folge würden sie mit zunehmendem Alter von plötzlichen Blutzuckerschwankungen und dem frühen Einsetzen der Menopause überrascht. Die Erkrankung und der Hormonhaushalt beeinflussen sich gegenseitig. Denn der Eizellenvorrat soll sich bei Diabetes-Patientinnen schneller erschöpfen, was an den mit Diabetes einhergehenden Gefäßveränderungen liegen könnte. Mit den Eizellen schwindet auch das Östrogen im Körper, was wiederum die Insulinempfindlichkeit senkt. 

Gut eingestellter Diabetes schützt nicht

Auch jüngere Frauen, die ihre Diabetes-Erkrankung gut im Griff haben, sollten auf diesen Zusammenhang hingewiesen werden, weil das unerwartet einsetzende Klimakterium auch bei ursprünglich gut eingestellten Diabetikerinnen zu schwankenden Blutzuckerwerten führen könne. Oftmals nimmt der Östrogen-Spiegel nicht kontinuierlich, sondern sprunghaft ab. 

Hinzu kämen die Symptome der Wechseljahre, wie Schlafstörungen und Hitzewallungen, die durch Stress den Blutzuckerspiegel zusätzlich negativ beeinflussen. Herzrasen und Schweißausbrüche könnten in diesem Zusammenhang als Symptome für Unterzuckerung falsch gedeutet werden. Patientinnen sollten als Reaktion deshalb nicht voreilig vermehrt Nahrung aufnehmen, sondern solchen Fehleinschätzungen mit häufigen Blutzuckermessungen vorbeugen. 

Das können Patientinnen tun

Die DDG empfiehlt, dass Frauen sich rechtzeitig von ihrem Diabetologen beraten lassen. Nicht nur die herabgesetzte Insulin-Empfindlichkeit sei zu bedenken, sondern auch das mit dem Östrogen-Mangel einhergehende erhöhte Herz-Kreislaufrisiko. Dabei spielt auch die Neigung zur Gewichtszunahme eine Rolle. Ausreichende Bewegung und eine bewusste Ernährung können also viel bewirken. Der Grundbedarf an Kalorien sei in diesem Lebensabschnitt deutlich reduziert.

Vorteile und Risiken der Hormontherapie

Frauen mit starkem Übergewicht und Bluthochdruck empfiehlt die DDG eine Hormontherapie sorgfältig zu überdenken.


Diana Moll, Apothekerin und Volontärin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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