Belgien

Apotheker schimpfen über Missbrauch des Notdienstes

Remagen - 29.01.2018, 09:00 Uhr

In Belgien regen sich Apotheker darüber auf, dass Kunden den Notdienst für Laüalien und zum Shoppen benutzen. (Foto: Picture Alliance)

In Belgien regen sich Apotheker darüber auf, dass Kunden den Notdienst für Laüalien und zum Shoppen benutzen. (Foto: Picture Alliance)


„Shoppen“ im Notdienst scheint in unserem Nachbarland Belgien der Daueraufreger in der Offizin zu sein. Schon im Jahr 2014 hatten die belgischen Kollegen hierzu eine Erziehungsmaßnahme für die Patienten und Kunden lanciert. Nun legen sie noch mal nach, mit einem anschaulichen Poster.

Vor einigen Jahren haben die belgischen Apotheker ihrem Ärger über Kunden, die wegen aller möglichen Lappalien den Notdienst in Anspruch nehmen, mal ordentlich Luft gemacht. Offenbar hat sich an dieser Situation nicht viel geändert, denn zum Jahresbeginn läuft erneut eine Aufklärungskampagne, die mit den Apothekenkunden nicht gerade zimperlich umgeht.

Sie soll den Menschen klarmachen, dass der Apotheker, der den Dienst macht, für jede dringend benötigte Medikation zur Verfügung steht, aber nicht für jedweden anderen Einkauf. „Die Notdienst-Apotheke ist kein Night-Shop!" so lautet der Slogan auf einem Poster, dass für diesen Zweck zum Aushang in der Offizin erstellt wurde.

(Foto: pharmacie.be)

Im Notfall jederzeit

Die Apotheker organisierten einen Notdienst, erklären sie der Bevölkerung auf der Webseite „pharmacie.be“, damit diese jederzeit Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung habe. So könne man sich immer an eine Apotheke in der Nähe wenden, wenn im Notfall außerhalb der regulären Geschäftszeiten ein Medikament benötigt würde, zum Beispiel bei plötzlichen Zahnschmerzen oder wenn der Notarzt bei einem Krankheitsfall am Abend oder in der Nacht ein Arzneimittel verschrieben hat, das sofort gebraucht wird.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Warum nur haben wir so eine verschlafene Standesvertretung ?

von Kassensklave am 29.01.2018 um 20:00 Uhr

Hervorragende Aktion!
Warum nicht auch bei uns?
Warum nur haben wir so eine verschlafene Standesvertretung? Diese übertriebene Angst, auch nur irgendwo vielleicht möglicherweise anzuecken führt zu einer untätigen Schockstarre... wie beim Kaninchen vor der Schlange. Gefressen wird es trotzdem. Da schreiben wir uns lieber noch die QMS Pflicht in die Betriebsordnung, wir haben ja auch sonst nichts zu tun....
Dieser "Selbstmord aus Angst vor dem Tode" bei der Standesführung muss jetzt enden. Es gibt genug Gründe, um hier mal beim Thema zu bleiben, eine **deutliche** Erhöhung der Notdienstgebühr einzufordern.
In Österreich kostet die nächtliche Inanspruchnahme seit letztem Jahr 11 Euro ... warum nicht auch bei uns ????

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Warum nur haben wir so eine verschlafene

von Innsbruckerapotheker am 30.01.2018 um 15:11 Uhr

Hier muß ich korrigieren, die Nachttaxe, welche der Kunde bei Inanspruchnahme zu zahlen hat, beträgt in Österreich nicht Euro 11,- sondern Euro 3,80 in der Zeit zwischen 20h und 8h am nächsten Tag. Die hier genannten Euro 11,- zahlt der Apothekeninhaber dem jeweils diensthabenden Mitarbeiter!

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