Beratung

Komplikationen durch falsche Ohrenpflege

Stuttgart - 20.01.2018, 10:00 Uhr

Ein Ohrschmalzpfropf sollte nur von einem HNO-Arzt entfernt werden (Foto: Alexander Raths / stock.adobe.com)

Ein Ohrschmalzpfropf sollte nur von einem HNO-Arzt entfernt werden (Foto: Alexander Raths / stock.adobe.com)


Wer sein Gehör langfristig erhalten möchte, sollte seine Ohren richtig schützen und pflegen. Eine unsachgemäße Pflege - vor allem das Einführen von Wattestäbchen - kann zu Funktionsstörungen des äußeren und des Mittelohrs führen. Die Folge können unangenehme Komplikationen sein.

Eine ungeeignete instrumentelle Reinigung stört die natürliche Selbstreinigung des Gehörgangs und kann zur Bildung eines Ohrschmalzpfropfes führen, der nach Wasserkontakt aufquillt und den Gehörgang verschließt. Auch das häufige Tragen von In-Ear-Kopfhörern, Ohrstöpseln oder Hörgeräten kann die Entstehung eines solchen Pfropfes begünstigen. Die Folgen sind ein unangenehmes Druckgefühl und Schwerhörigkeit durch eine Schallweiterleitungsstörung. Zusätzlich können Schwindel, Juckreiz, Husten und Tinnitus auftreten. Ein bestehender Ohrschmalzpfropf sollte nur vom HNO-Arzt entfernt werden. Dazu wird bei Patienten mit intaktem Trommelfell meist eine Ohrspülung durchgeführt. Gegebenenfalls wird der Pfropf mit Wasserstoffperoxid- oder Glycerin-­haltigen Ohrentropfen aufgeweicht und mit körperwarmem, bakteriologisch reinem Wasser unter Verwendung einer Ohrspritze mit stumpfer Kanüle vorsichtig herausgespült. Dabei wird der Wasserstrahl nicht direkt gegen das Trommelfell, sondern nach hinten oben gerichtet, um das überschüssige Ohrenschmalz beim Herausfließen aus dem Ohr zu spülen. Alternativ kann die Obstruktion unter dem Mikroskop mit Extraktionshäkchen oder durch Absaugen entfernt werden.

Entzündungen des Gehörgangs häufig durch Bakterien

Die Reizung oder Verletzung durch unsachgemäße Reinigungsversuche kann zu einer Entzündung des Gehörgangs, einer Otitis externa führen. Diese macht sich durch rote Schwellung, Ohrenschmerzen und Juckreiz bemerkbar. Häufigster Auslöser sind Bakterien, aber auch Viren, Pilze oder Allergien (z. B. gegen Shampoo) können ursächlich sein. Oft verläuft die Erkrankung mild und kann leicht mit Schmerzmitteln und desinfizierenden Ohrentropfen bzw. -sprays behandelt werden. Bei schweren oder langanhaltenden Entzündungen sollte ein Arzt konsultiert werden, um andere Erkrankungen, wie eine Gürtelrose, auszuschließen und zur besseren lokalen Behandlung z. B. ein mit Ohrentropfen getränktes Schwämmchen in den Gehörgang einzusetzen.

DAZ-Ausgabe 3/2018

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Artikel "Alles für die Ohren" aus der aktuellen DAZ. Autorin Sarah Katzemich erläutert darin, worauf bei einer korrekten Ohrenpflege zu achten ist und wie man seine Ohren am besten vor Schäden schützen kann.


Sarah Katzemich, Apothekerin, DAZ-Autorin
redaktion@daz.online


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