Vaxigrip Tetra

Erster Vierfach-Grippeimpfstoff jetzt ab sechs Monaten zugelassen

Stuttgart - 05.01.2018, 15:45 Uhr

Kinder ab sechs Monaten können künftig auch mit Vaxigrip Tetra® geimpft werden. (Foto: Redpixel / stock.adobe.com)

Kinder ab sechs Monaten können künftig auch mit Vaxigrip Tetra® geimpft werden. (Foto: Redpixel / stock.adobe.com)


Bislang standen die tetravalenten Injektionsimpfstoffe erst ab einem Alter von drei Jahren zur Verfügung. Ab sofort kann mit Vaxigrip Tetra® bereits früher geimpft werden – nämlich Kinder ab sechs Monaten. Das gab Hersteller Sanofi Pasteur am heutigen Freitag bekannt. Auch die STIKO empfiehlt seit kurzem die vierfache Kombination, die im Vergleich zur dreifachen einen zusätzlichen B-Stamm enthält. 

Seit November empfiehlt die STIKO für die Impfung gegen saisonale Influenza quadrivalente Influenza­impfstoffe. Gültig wird das mit der Veröffentlichung der dazugehörigen wissenschaftlichen Begründung im Epidemiologischen Bulletin 02/2018, das aber noch nicht erschienen ist. Die präzisierte Empfehlung gilt dann für alle Personen, die sich nach Ansicht der STIKO gegen Grippe impfen lassen sollen. Dazu gehören neben älteren Menschen und Schwangeren auch Kinder ab einem Alter von sechs Monaten, die unter bestimmten chronischen Grundkrankheiten leiden und daher ein erhöhtes Risiko für schwere oder tödliche Influenzaverläufe haben.

Bisher erst ab drei Jahren

Allerdings sah es bis dato mit einem tetravalenten Impfstoff für ganz kleine Kinder schlecht aus. Die beiden Injektionsimpfstoffe Vaxigrip Tetra® und Influsplit Tetra® waren bislang ab drei Jahren zugelassen, der nasale Lebendimpfstoff Fluenz Tetra® ab 24 Monaten. Das hat sich allerdings jetzt geändert. Wie Vaxigrip-Tetra®- Hersteller Sanofi Pasteur bekannt gibt, ist der eigene Impfstoff ab sofort in Deutschland auch für Kinder ab sechs Monaten zugelassen. Er sei somit der erste tetravalente Grippeimpfstoff, der die Zulassung in dieser Altersklasse besitze, heißt es. Ob und wann Konkurrent GSK mit Influsplit Tetra® nachzieht, dazu liegen bislang keine Informationen vor.

Innerhalb von drei Monate nach Inkrafttreten der geänderten STIKO-Empfehlung wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) darüber entscheiden, ob Vierfachimpfstoffe künftig standardmäßig von den Krankenkassen erstattet werden. 

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Auch die die WHO schließt tetravalente Grippeimpfstoffe in ihre Empfehlungen ein. Sie hat dazu folgenden Kommentar veröffentlicht: „Tetravalente Grippeimpfstoffe, die möglicherweise einen größeren Schutz gegen Influenza-B-Viren bieten können, werden verfügbar sein, und Empfehlungen sollten sich nicht auf trivalente Grippeimpfstoffe beschränken."

Manchen Experten zufolge, hätte die Verwendung von tetravalenten statt trivalenten Grippeimpfstoffen zu einer weiteren Reduzierung von bis zu 1,6 Millionen Grippeerkrankungen, 37.300 durch Grippe bedingten Krankenhausaufenthalten und 14.800 Todesfällen in Zusammenhang mit Grippe in der EU in einem Jahrzehnt führen können. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Vierfach Impfung

von Kahlert Liane am 02.11.2018 um 9:23 Uhr

Unser Sohn (fast14) wurde von der Sprechstundenhilfe meiner Hausärztin zum vierfach Grippeschutz abgelehnt, obwohl er auch von meiner Ärztin behandelt wird, mit den Worten der Impfstoff wäre erst ab 18 Jahre. Wir sollen zum Kinderarzt.
Stimmt das?

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