Destatis-Schätzung

Apotheken-Umsätze wachsen unterdurchschnittlich

Berlin - 05.01.2018, 09:30 Uhr

Laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes sind die Einzelhandelsumsätze im vergangenen Jahr deutlich gewachsen, der Apothekenbereich entwickelte sich jedoch unterdurchschnittlich. (Foto: Kzenon/stock.adobe.com)

Laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes sind die Einzelhandelsumsätze im vergangenen Jahr deutlich gewachsen, der Apothekenbereich entwickelte sich jedoch unterdurchschnittlich. (Foto: Kzenon/stock.adobe.com)


Die Umsätze im Einzelhandel sind im Jahr 2017 deutlich gestiegen. Nach einer am Freitag veröffentlichten Schätzung des Statistischen Bundesamtes lagen die Erlöse preisbereinigt zwischen 2,7 und 3,1 Prozent höher als im Jahr zuvor. Inklusive der Preiserhöhungen hatten die Händler nominal sogar zwischen 4,5 und 4,9 Prozent mehr in der Kasse. Im Apotheken- und Drogeriebereich nahmen die Umsätze zwischen Januar und November 2017 zwar auch zu, aber nur um etwa 1 Prozent.

Das Statistische Bundesamt hat die Einzelhandelsumsätze für das Jahr 2017 auf Basis der tatsächlichen Umsatzzahlen aus den Monaten Januar bis November geschätzt. Die beiden geschätzten Spannen liegen zum Teil deutlich über den Umsatzsteigerungen aus dem Jahr 2016. Damals war ein reales, also preisbereinigtes Umsatzplus von 2,6 Prozent und ein nominales, nicht preisbereinigtes von 3,0 Prozent festgestellt worden.

Schon bis zum November, also noch vor dem Weihnachtsgeschäft, konnten diese Zahlen im vergangenen Jahr übertroffen werden. Denn in diesem Zeitraum legten die Umsätze preisbereinigt um 2,7 Prozent zu. Der nominale Umsatzzuwachs lag sogar bei 4,6 Prozent. Unter allen auf der Seite des Statistischen Bundesamtes aufgezählten Branchen wuchs der Apothekensektor, zu dem bei Destatis jedoch auch die Drogerien und andere Einzelhändler im kosmetischen, pharmazeutischen oder medizinischen Bereich gehören, allerdings am langsamsten. Bis zum November 2017 konnte der Umsatz in Apotheken sowie mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten „nur“ um reale 1,3 Prozent zunehmen.

Stärkstes Plus im Online-Handel

Wirft man einen Blick in die Umsatzzahlen des Apothekensektors zwischen Januar und November, fällt auf, dass sich die Branche sehr volatil entwickelte im vergangenen Jahr. Während im Januar ein reales Plus von mehr als 4 Prozent verzeichnet werden konnte, gab es schon im Februar ein Minus um knapp 2 Prozent. Der stärkste Monat für die Branche war laut Destatis der Mai mit 6,1 Prozent Plus bei den realen Umsätzen. Im Oktober waren die Umsätze sogar wieder leicht gesunken.

Besonders stark hat sich bis November 2017 erneut der Online-Handel entwickelt, dessen Geschäftsumfang in den ersten elf Monaten um 8,6 Prozent zulegte. Als einzige Branche erlebte der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln bis November einen realen Umsatzrückgang – um 0,2 Prozent.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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