Antwort auf FDP-Anfrage

Bundesregierung lehnt Freigabe von Cannabis weiter ab

Berlin - 28.12.2017, 12:45 Uhr

Cannabis soll nach Ansicht der Bundesregierung nicht legalisiert werden. (Foto: juniart / stock.adobe.com)                           

Cannabis soll nach Ansicht der Bundesregierung nicht legalisiert werden. (Foto: juniart / stock.adobe.com)                           


Die Bundesregierung lehnt eine Legalisierung von Cannabis weiterhin entschieden ab. Die Gesundheitsgefahren durch Cannabis-Missbrauch gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden seien medizinisch erwiesen, heißt es laut Bundestag-Pressedienst vom heutigen Donnerstag in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. 

In Deutschland wird es zumindest unter der amtierenden Bundesregierung keine Freigabe von Cannabis geben. Eine kürzlich veröffentlichte Studie habe die Risiken des Cannabis-Konsums zu Rauschzwecken erneut bestätigt, erklärte die Regierung laut Bundestag-Pressedienst vom heutigen Donnerstag in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Das Cannabis-Verbot diene dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.

Nach Angaben der Bundesregierung haben bislang zwei Kommunen Modellprojekte zur kontrollierten Abgabe von Cannabis als Genussmittel beantragt: der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Stadt Münster. Beide Anträge seien abgelehnt worden. Die Modellprojekte trügen weder zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung bei, noch könnten sie den Missbrauch von Betäubungsmitteln sowie Drogenabhängigkeiten verhindern.

Drogenbeauftragte will Prävention ausbauen

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, konsumieren schätzungsweise rund 1,2 Millionen Bürger im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Cannabis mindestens zehn Mal im Jahr. Rund 630 000 Bürger davon konsumieren Cannabis mindestens 60 Mal im Jahr.

Erst vor kurzem hatte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), angekündigt, in den kommenden Jahren die Prävention in Sachen Cannabis flächendeckend ausbauen zu wollen. Keine andere illegale Droge sei so weit verbreitet und keine andere führe so viele Menschen in ambulante und stationäre Therapieangebote, so Mortler anlässlich der Vorstellung des Berichts zur Drogensituation in Deutschland Mitte Dezember. 

DAZ-Top Thema 2017: Cannabis als Medizin

Ein weiteres Thema, das uns 2017 immer wieder beschäftigt hat, war Cannabis.  Am 10. März ist das sogenannte „Cannabis-Gesetz“ in Kraft getreten, seitdem kann Cannabis zu medizinischen Zwecken auf BtM-Rezept verschrieben werden.  Das hat die Apotheken vor neue Herausforderungen gestellt. Was gilt es zu beachten, wenn ein Patient  mit dem Rezept in die Apotheke kommt? Wie sind die Ausgangsstoffe zu prüfen? Die DAZ hat das Thema begleitet. Mehr lesen Sie hier. 


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Wo?

von Maly am 03.01.2018 um 16:59 Uhr

Wo findet man denn die besagte Studie?

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Richtig so!

von woewe am 28.12.2017 um 22:45 Uhr

"Cannabis bleibt verboten, weil Cannabis eine illegale Droge ist",
Ihre Marlene Mortler, Hopfen-Bäuerin in mehrhundertjähriger Tradition, Interview mit der Apotheken-Rundschau.

Wo liegt, außer in der Strafverfolgung, das Risiko beim Konsum für erwachsene Menschen?

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Traurig

von Sebastian Heinecke am 28.12.2017 um 18:24 Uhr

So traurig das man sich auf eine Studie stütz die noch nicht mal Cannabidiol ( CBD ) und dessen Wirkung bzw. eben nicht Psychotroper Wirkung beachtet!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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