Shop Apotheke und Zur Rose

Versandapotheken-Aktien unter Druck

Berlin/München - 15.12.2017, 14:45 Uhr

Die Aktienkurse der beiden Versandapothekenkonzerne Shop Apotheke und Zur Rose sind zuletzt stark gesunken. (Foto: dpa)

Die Aktienkurse der beiden Versandapothekenkonzerne Shop Apotheke und Zur Rose sind zuletzt stark gesunken. (Foto: dpa)


Der Aktienkurs der Shop Apotheke-Aktie hat zuletzt deutlich Federn gelassen. Grund ist der Verkauf von Aktien durch das Management sowie durch ein Konsortium. Auch beim Schweizer Wettbewerber Zur Rose, der Muttergesellschaft von DocMorris, zeigt der Aktienkurs seit Wochen tendenziell nach unten.

Der Rücksetzer war heftig: Allein am Mittwoch dieser Woche ist die Aktie der Shop Apotheke Europe unter hohem Handelsvolumen um rund 15 Prozent von knapp 52 auf rund 46 Euro eingebrochen und pendelt seitdem um diese Marke. Ursache dafür dürfte im Wesentlichen der Verkauf von insgesamt 806.000 Aktien der Shop Apotheke gewesen sein. 120.000 Stück davon stammten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Vorstandschef und Mitgründer Michael Köhler, weitere 686.000 seien durch ein Konsortium veräußert worden, das die Aktien im Rahmen des Börsengangs im vergangenen Jahr erhalten hatte. Die Papiere seien jeweils bei dem Verkauf zu 46 Euro platziert worden – eben jenem Kurs, zu dem die Papiere seitdem notieren.

Nach Angaben von Andreas Riemann, Analyst der Commerzbank, ist ein Kursrücksetzer nach einer derartigen Aktienplatzierung „nicht überraschend“. Er verweist darauf, dass das Management nach wie vor rund 20 Prozent am Unternehmen halte, was ein stattlicher Anteil sei.

Eigentlich hat die Shop Apotheke derzeit viele Gründe zum Feiern: Erst vor wenigen Monaten teilte das auf OTC spezialisierte Versandunternehmen mit, dass man die EU-Versandapotheke Europa Apotheek Venlo übernehme.Bezogen auf den Umsatz bedeutet die Übernahme ein Wachstum von 55 bis 60 Prozent für die Shop Apotheke. Und auch die Zahlen des Versenders sehen gut aus: In den ersten drei Quartalen des Jahres stieg der Konzernumsatz gegenüber der Vorjahreszeit um 53 Prozent auf über 191 Millionen Euro. Das Unternehmen gab allerdings nicht bekannt, wie groß der Wachstum in den Bereichen Rx und OTC war.

Auch DocMorris-Mutter Zur Rose unter Druck

Auch beim Schweizer Wettbewerber und der DocMorris-Muttergesellschaft Zur Rose zeigt die Aktiennotierung seit dem Börsengang im vergangenen Sommer tendenziell nach unten. Nach einem Start bei rund 149 Schweizer Franken beziehungsweise 137,5 Euro ist das Papier auf aktuell rund 111 Euro abgerutscht. Commerzbank-Analyst Riemann weist gegenüber DAZ.online darauf hin, dass das Papier vor dem Börsengang an den damals aktiven Schweizer Handelsplattformen stark unterstützt worden sei. Seit dem Börsengang jedoch sei „die Luft raus“.

Fundamental hat sich an der aussichtsreichen Situation der Versandhandelsapotheken allerdings nichts geändert; insbesondere der Handel mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wächst seit Jahren schneller als der Gesamtmarkt. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IQVIA (ehemals QuintilesIMS) stieg der Umsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln bei den Versandhandelsapotheken im Jahr 2016 um 16,6 Prozent, während stationäre Apotheken demnach mit OTC nur einen Zuwachs von 1,8 Prozent verbuchten.

Laut ABDA nahmen im vergangenen Jahr 97 Millionen Packungen mit rezeptfreien Arzneimitteln den Versandweg zum Patienten – bei einem Gesamtumsatz von 753 Millionen Euro mit OTC-Präparaten entsprach das 12,9 Prozent des Erlöses in diesem Segment. Bei den rezeptpflichtigen Arzneimitteln brachten es die Versender den Angaben nach allerdings nur auf sieben Millionen Packungen und damit 0,9 Prozent der gesamten verkauften Packungen. Gemessen am Umsatz wurden nur 1,3 Prozent der Rx-Arzneimittel durch den Versandhandel verkauft – allerdings mit leicht steigender Tendenz nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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