Schiedsverhandlungen zur Hilfstaxe

Neue Zyto-Preise sollen im Januar stehen

Berlin - 15.12.2017, 16:35 Uhr

Wie viel Rabatt ist möglich? Die Kassen wollen bei Zyto-Zubereitungen weiterhin viel einsparen. (Foto: Hermdorff / stock.adobe.com)

Wie viel Rabatt ist möglich? Die Kassen wollen bei Zyto-Zubereitungen weiterhin viel einsparen. (Foto: Hermdorff / stock.adobe.com)


Am gestrigen Donnerstag sind Vertreter des Deutschen Apothekerverbands und des GKV-Spitzenverband zum zweiten Mal vor der Schiedsstelle zusammengekommen, um über neue Preise in der Anlage 3 der Hilfstaxe zu verhandeln. Noch gab es keine Entscheidung in der Sache. Doch sie wird für Januar erwartet.

Nachdem der Gesetzgeber im Frühjahr mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz die exklusiven Zyto-Verträge auf Apothekenebene gestrichen hat, sollen die Kassen auf zwei andere Sparinstrumente ausweichen: neue Preise in der Anlage 3 der Hilfstaxe und Rabattverträge mit Herstellern. Erstere sollten GKV-Spitzenverband und Deutscher Apothekerverband (DAV) bis Ende August aushandeln. Gelungen ist dies nicht, weshalb man sich vor der Schiedsstelle um den Vorsitzenden Dr. Rainer Hess getroffen hat. Dem Vernehmen nach waren die Verhandlungen schwierig. Dennoch wird es wohl in absehbarer Zeit eine Entscheidung geben.

ABDA-Sprecher Dr. Reiner Kern erklärte gegenüber DAZ.online, dass es  beim gestrigen Treffen keine Entscheidung in der Sache gab. Man sich habe sich darauf verständigt, das Verfahren schriftlich fortzuführen. Die Schiedsstelle werde nun einen Kompromissvorschlag vorlegen, auf den dann DAV und GKV-Spitzenverband reagieren können. Eine Entscheidung werde für Januar erwartet.

Zyto-Open-House-Verträge in der Schwebe

Tatsächlich warten alle Beteiligten händeringend auf Klarheit bei der Hilfstaxe. Denn so lange keiner weiß, was hier zu erwarten ist, tun sich sowohl Kassen als auch Pharmaunternehmen schwer mit den nach und nach anlaufenden Open-House-Verfahren für die neuen Rabattverträge. Bislang gibt es erst in NRW, Schleswig-Holstein und Hamburg Verträge. Sie sind seit Oktober wirksam, der Zuspruch der Hersteller ist jedoch zögerlich. Klar dürfte sein, dass die Unternehmen nicht zwei Mal zu hohen Rabatten herangezogen werden möchten.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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