Nahrungsergänzungsmittel

Wie viel Magnesium ist erlaubt?

Stuttgart - 15.12.2017, 12:00 Uhr

Diese
Lebensmittel sind nicht gerade prädestiniert dafür, Diarrhö auszulösen. Wird
zusätzlich Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel eingenommen sieht es jedoch
anders aus. (Foto: airborne77 / stock.adobe.com)

Diese Lebensmittel sind nicht gerade prädestiniert dafür, Diarrhö auszulösen. Wird zusätzlich Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel eingenommen sieht es jedoch anders aus. (Foto: airborne77 / stock.adobe.com)


Das Bundesinstitut für Risikobewertung bleibt dabei: Die Tageshöchstmenge von 250 mg Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln sollte nicht überschritten werden. Grund ist das Auftreten von Durchfällen unter Magnesiumaufnahme, zusätzlich zur normalen Ernährung. Aber halten sich die Hersteller daran? Und warum gibt es eigentlich keine Höchtsmengen für Nährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln?

Magnesium kann Diarrhöen verursachen – wer täglich in der Apotheke steht und Kunden berät, den wird diese Nachricht nicht überraschen. Dass eine geringere Dosierung oder das Aufteilen der Dosierung auf zwei Tagesgaben helfen kann, ist eigentlich bekannt. Bei Arzneimitteln (z.B. Magnerot®, Magnesiocard®) steht es auch in der Fachinformation: „Bei hoher Dosis kann es zu weichen Stühlen oder Durchfällen kommen, die jedoch durch die Reduktion der Tagesdosis beherrscht werden können.“

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Außerdem findet man auch diesen Hinweis in der Fachinformation von Arzneimitteln (z.B. Magno Sanol® oder Magnetrans®), die Magnesium enthalten: „Bei hochdosierter und längerer Einnahme können insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion Müdigkeitserscheinungen auftreten. Dies kann auf eine Hypermagnesiämie hinweisen. In diesem Fall sollte die Dosis reduziert oder die Medikation vorübergehend abgesetzt werden.“ Nun sind Nahrungsergänzungsmittel aber keine Arzneimittel.

Nichts Neues also?

Neu ist also nicht, welche Nebenwirkungen Magnesium-Präparate auslösen können, und auch die durch das BfR empfohlene Höchstmenge hat sich seit 2004 nicht geändert. Nur die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) scheint diese Empfehlung nicht sonderlich zu beeindrucken. Und so empfiehlt das BfR erneut, für Magnesium-haltige Nahrungsergänzungsmittel (NEM) einen Gehalt von 250 mg pro Tagesdosis nicht zu überschreiten. Diese Empfehlung gilt laut BfR für Personen ab vier Jahren. Für Kleinkinder unter vier Jahren fehlten die Daten zur Ableitung einer Höchstmenge.

Referenzwerte der DGE für die tägliche Magnesiumzufuhr

  • Vier bis sieben Jahre:               120 mg
  • Sieben bis zehn Jahre:             170 mg
  • Zehn bis 13 Jahre:                    240 mg
  • 13 bis 15 Jahre:                        310 mg

  • Ab 16 Jahren: zwischen 300 mg bis 400 mg (genaue Zahlen siehe DGE)

Konkret sind mit der Empfehlung alle leicht dissoziierbaren Magnesiumsalze (z.B. Magnesiumchlorid, -sulfat, -aspartat, -laktat) oder Stoffe wie Magnesiumoxid gemeint. Das BfR rät dazu, die Tagesdosis auf mindestens zwei Einnahmen pro Tag zu verteilen. Eindeutige Daten gebe es zwar nicht, aber in den meisten Studien, die der Höchstmengenableitung zugrunde liegen, erfolgte die Magnesiumzufuhr über zwei oder mehr Portionen pro Tag. Das BfR vermutet, dass dies die Verträglichkeit erhöht.



Diana Moll, Apothekerin und Volontärin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Pulver gut geeignet zum Dosieren

von Melanie Siebert am 25.10.2018 um 10:10 Uhr

Aufgrund des unterschiedlichen Bedarfs an Magnesium empfiehlt sich meiner Meinung nach das Verwenden von Magnesium in Pulverform. Hierbei kann man sich in kleinsten Schritten herantasten und dabei o.g. Nebenwirkungen durch Überdosierung vermindern.

Hat man die für sich optimale Dosis gefunden, kann man die entsprechende Dosis (falls erhältlich) dann natürlich in Kapselform zu sich nehmen.

Liebe Grüße, Melanie
(https://www.meinonlinegesundheitsportal.de/magnesium-diabetes/)

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