E-Health in der Schweiz

Apotheker sehen sich als Vorreiter bei der Digitalisierung

Remagen - 12.12.2017, 17:25 Uhr

In der Schweiz sind die Apotheker an allen Digitalisierungs-Projekten aktiv beteiligt. (Foto: dpa)

In der Schweiz sind die Apotheker an allen Digitalisierungs-Projekten aktiv beteiligt. (Foto: dpa)


E-Health kommt, und die Apotheker machen mit, so auch in der Schweiz. In der aktuellen Ausgabe seines Mitteilungsblatts „dosis News aus der Gesundheitspolitik“ beschreibt der Apothekerverband pharmaSuisse, wo die Apotheker im Alpenland in Sachen Digitalisierung derzeit stehen.

Die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers (EPD) und die E-Medikation gehören zu den Hauptschwerpunkten, mit denen die Schweizer Apotheker die nationale Strategie zur Digitalisierung des Gesundheitswesens „eHealth Suisse“ unterstützen wollen. Welche Aktivitäten dazu gestartet wurden, ist in der Dezember-Ausgabe von „dosis News aus der Gesundheitspolitik“ nachzulesen.

Gemeinschaften und Stammgemeinschaften

Seit dem 15. April 2017 ist in der Schweiz das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPD) in Kraft. Die Umsetzung des EPD beruht auf einzelnen autonomen Projekten. Dabei organisieren sich Gesundheitsfachpersonen und ihre Organisationen in technisch-organisatorischen Verbundstrukturen, sogenannten „EPD-Gemeinschaften“. Gemeinschaften, in denen Patienten ihr persönliches EPD eröffnen können, heißen „Stammgemeinschaften“. Diese bieten den Patienten noch weitere mit dem Unterhalt des Dossiers verbundene administrative Aufgaben an, wie etwa die Verwaltung der Zugriffsberechtigungen. Gemeinschaften und Stammgemeinschaften können dezentral entstehen, zum Beispiel in einem Kanton oder übergreifend in mehreren Kantonen. Sofern sie ordnungsgemäß zertifiziert sind, bekommen sie ein EPD-Logo als Gütesiegel. Erst dann gehören sie zum „EPD-Vertrauensraum“. Damit soll für die Bevölkerung jederzeit erkennbar sein, ob ein Angebot zum Eröffnen eines EPD vertrauenswürdig ist.

Apotheker mit eigener Stammgemeinschaft „Abilis“

Es ist aber noch nicht soweit mit dem EPD. Zwar sind in den letzten Jahren in einigen Regionen der Schweiz bereits digitale Angebote für Patientendossiers entstanden, jedoch noch ohne Zertifizierung. Die ersten EPD-Gemeinschaften oder Stammgemeinschaften werden sich voraussichtlich ab Mitte 2018 zertifizieren lassen. Dazu gehört auch Abilis, die nationale E-Health-Stammgemeinschaft, die die apothekereigene Genossenschaft Ofac initiiert hat. Hierüber sollen die Patienten in Zukunft in jeder angeschlossenen Apotheke ein elektronisches Patientendossier eröffnen können. Die Umsetzung der ersten Version des Portals ist für Anfang Herbst 2018 geplant, aber vorher muss es noch durch die Bundesbehörden zertifiziert werden. Wenn alles planmäßig verläuft, sollten die ersten Mitglieder, Patienten und Gesundheitsfachleute vor Ende 2018 aufgenommen werden können, hofft pharmaSuisse.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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