Das komplette Honorargutachten

45.000 Euro weniger pro Apotheke

Süsel - 08.12.2017, 16:25 Uhr

(Foto: fotolia/John Fennel)

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Viel wurde spekuliert über die Vorab-Version des Honorar-Gutachtens, schließlich lag bislang nur eine Zusammenfassung vor. DAZ.online hat nun das komplette 180-seitige Papier analysiert: Die Verfasser gehen davon aus, dass jede Apotheke durchschnittlich 45.000 Euro weniger für Rx-Arzneimittel erhält, wenn ihre Vorschläge umgesetzt werden. Lesen Sie, wie diese Rechnung zustande kommt.

Das Gutachten zur Apothekenhonorierung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bewegt die Apotheker. Wie kommen die Gutachter dazu, dass die Apotheken angeblich bisher viel zu hoch honoriert worden seien? DAZ.online liegt nun das Gutachten mit dem Rechenweg vor. Wie die bisher kursierende Zusammenfassung entspricht sie dem Stand vom 13. November. Es ist daher zu erwarten, dass Ministerien, das Statistische Bundesamt oder die Gutachter selbst noch Änderungen vornehmen. Doch hier soll vorgestellt werden, wie die Gutachter bisher gerechnet haben und wo wesentliche Probleme dieser Rechnung liegen.

Konsequenzen der Vorschläge

Die von den Gutachtern empfohlenen Änderungen der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) wurden bereits beschrieben. Als Konsequenzen daraus haben die Gutachter selbst ermittelt, dass GKV und PKV zusammen jährlich 1896 Millionen Euro weniger für den Festzuschlag und 560 Millionen Euro mehr für den prozentualen Aufschlag aufwenden müssten. Hinzu kämen Honorarerhöhungen um 83 Millionen Euro für den Notdienst, 152 Millionen Euro für BtM und 210 Millionen Euro für Standardrezepturen. Das ergäbe zusammen 892 Millionen Euro weniger für die Apotheken oder etwa 45.000 Euro pro Apotheke.

Außerdem sollten die Zahlungen für Parenteralia-Rezepturen um 233 Millionen Euro sinken. Damit hätte jede Zyto-Apotheke 777.000 Euro weniger Erlös. Insgesamt würden GKV und PKV damit 1125 Millionen Euro weniger an die Apotheken zahlen. Die Gutachter erklären dazu: „Die Berechnungen zeigen, dass die Apotheken durch die aktuell gültigen Preisregelungen nicht wie häufig betont, Gemeinwohlpflichten mehr oder weniger ehrenamtlich erbringen, sondern dass die Festzuschläge für Fertigarzneimittel in der Vergangenheit derart hoch kalkuliert worden sind, dass sie die Gemeinwohlpflichten beinhalten und darüber hinaus Bereiche der OTC-Abgabe und der Freiwahl subventionieren.“ Dieser Satz offenbart zwei wesentliche Probleme im Konzept der Studie.



Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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47 Kommentare

Entlastung der GKV durch OTC und Freiwahl

von Alexander Murr am 11.12.2017 um 8:38 Uhr

Das Gutachten zeigt ja sehr schön, wie stark die GKV durch OTC und Freiwahl entlastet wird.
Würden wir keine OTC und Freiwahl abgeben, dann würden die Personalkosten sicher etwas sinken, dennoch wäre ein Fixzuschlag der weit über dem aktuellen liegt.



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AW: re Entlastung der GKV durch OTC und

von Alexander Murr am 11.12.2017 um 8:40 Uhr

nötig.

Was wurde

von Peter Lahr am 09.12.2017 um 11:48 Uhr

eigentlich berechnet?

Je mehr Berichte ich zu diesem brisanten Thema lese, desto mehr stelle ich mir diese Frage. Für mich stellt es sich so dar, dass man unseren Verdienst in Frage stellt und nicht die Kosten die durch uns entstehen. Denn WAS kosten wir denn die Kassen unterm Strich?
5,2 Mrd Honorar werden in den Raum gestellt.
Davon Zwangsrabatt und Zuzahlung ab sind es Kosten für die Kassen von 2 Mrd für die Apotheken (Kosten für eine von 120 000 Arztpraxen bei 35 Mrd Honorar=291 000)

Hier dann noch korrekterweise die Rabattverträge die durch uns kostenlos erbracht werden mit 4 Mrd gegengerechnet komme ich auf 2 Mrd zu Gunsten der Kassen.

Wenn wir es nun weiterspinnnen, taucht im Gutachten die Zuzahlung der Patienten in irgendeiner Weise berücksichtigt auf???? Wären zu 100% die Patienten nicht von der Zuzahlung befreit sieht es doch so aus:

Bei 5,80 abzgl 1,48 komme ich auf Honorarkosten von 4,32. Bis 42 Euro netto VK, oder brutto 50, ergeben sich also 4,20 netto Zuzahlung. Auf Kassenseite bleiben also beim Fixhonorar 12 Cent stehen.

Die neuen 4,8% aus dem Einkauf wären demnach 1,65. Also 50 Euro VK, Kosten für die Kassen von 1,77

Kostet das Präparat nur 21 Euro (brutto 25) entstehen für die Kassen nur Kosten von: (5,80-1,48-4,20)+0,69=0,81 Euro

Für ein Medikament mit einem brutto VK von 100 Euro und 10 Euro Zuzahlung ergibt sich ein netto VK von 84 Euro, abzgl 8,40 netto Zuzahlung. Die 4,8% hieraus schlagen mit 3,58 zu Buche. Also (5,80-1,48-8,40)+3,58=-0,5 oder 50 Cent Gewinn für die Kassen.

Es sei ihnen gegönnt, aber da 91% der verschriebenen Präparate und somit auch 91% der damit verbundenen ARBEIT im RX Geschäft in dem Bereich bis 100 euro liegen wird spätestens hier die ganze Sache absurd.

745 Millionen Packungen gesamt 2016, über den Daumen 100 Mio für Privatrezepte weg, macht bei 91% Anteil eine Packungszahl von 586, Millionen.

Da keine Statistik die Packungen bis 50 Euro ausweist gehe ich mal großzügig von einer Verteilung von 25% 25 Euro brutto, 25% 50 Euro brutto, 25% 75 Euro brutto, 25% 100 Euro brutto aus.
Bis 25 Euro brutto Kosten für die Kassen: 0,81 X 146 Mio= 118 Mio soll
Bis 50 Euro brutto Kosten für die Kassen: 1,77 X 146 Mio= 258 Mio soll
Bis 75 Euro brutto für die Kassen: 0,63 X 146 Mio= 91,98 Mio soll
Bis 100 Euro brutto Kosten für die Kassen: -0,5 X 146 Mio= -73 Mio haben
Echte Kosten für die Kassen 394 Mio für 91% der Medikamente und 91% unserer Arbeit. Echte Kosten bei 20 000 Apotheken pro Apotheke 19 700 Euro pro Jahr, 1600 im Monat für 91% der Arbeit IN der Apotheke.

Wenn man hiervon noch die 4 Mrd Rabattverträge abzieht, die von uns unter Zwang aber doch nur durch uns erwirtschaftet werden können, die man sicher pauschal zu 99-100% auf diese VK "Klassen" umlegen kann, ergibt das mit der neuen Berechnungsgrundlage das Ergebnis, dass die Kassen sich durch Investition in uns in Höhe von 394 Mio einen Ertrag durch uns von 3,6 Mrd erwirtschaften, also ihr Ergebnis um 1,6 Mrd verbessern.

Ich denke also, in dem Gutachten geht es nicht um die Frage was wir kosten, sondern was wir verdienen dürfen. Denn wenn 91% der Leistung nach dem Gutachten mit 1600 Euro Kosten für die Kassen verbunden sind bezogen auf das was sie ja wirklich nur zahlen, die Kassen im Gegenzug von uns im Monat 17 000 Euro Rabattvertragsgewinn erwirtschaftet bekommen, ich weiss nicht, ich finde das grotesk, aber schlau. Denn 15 400 Ertrag in der Apo erwirtschaftet und 29 000 Kosten pro Arztpraxis im Monat, da kostet die Praxis dann nur 13 600

Ich habe bewusst die Hochpreiser weggelassen, denn kaufmännisch kann ich mich nicht auf 1% der RX Packungen verlassen. Ich habe mal nachgeschaut, ich hatte eine Packungszahl von Hochpreisern im letzten halben Jahr mit einem EK Wert über 500 Euro von 30, also 5 im Monat. Ich erreiche die 1% der abgegebenen Packungen also noch nichtmal.

Was könnten wir also machen? Streiken? Eine Möglichkeit. Ich persönlich würde vorschlagen per Sonder PZN die Rabattverträge für einen begrenzten Zeitraum nicht zu beliefern. Denn ich setze mich lieber abends hin und schreibe eine Abhandlung über die jeweiligen Bedenken auf das Rezept bevor meine Existenz vernichtet wird. Ich gehöre nicht zu den kleinen Apotheken sondern eher zu den die als groß bezeichnet werden, aber wenn ich die Punkte aus dem Gutachten summiere, wenn die SO umgesetzt würden bin ich trotzdem pleite, denn Umsatz ist nicht Gewinn und dass man mit hohem Umsatz trotzdem wunderbar Verluste machen kann zeigt so ziemlich jeder Hollandversender.

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AW: Was wurde nicht gemacht

von Reinhard Rodiger am 09.12.2017 um 13:16 Uhr

Das ist es.Der Stoff für ein Gegengutachten, dessen Sinn allerdings von unserer Führung ja nicht akzeptiert wird.
Ziel der Operation war die Generation einer Schlagzeile: Apotheken bekommen zu viel.Das bleibt hängen.
Falsche Prämissen-Gleichbehandlung von Bonbons mit Rx-
gehen unter.Gleiches gilt für die zugunsten der KK geleistete Arbeit wie Sie ja belegt haben.Ich frage mich, warum es nicht möglich ist, derartig Grundsätzliches wirksam zur Sprache zu bringen?
Ist es die Abstinenz einer Stimme, die "aussen" auch gehört wird? Oder das Ergebnis der Standesstrategie, die Hälfte für überflüssig zu halten?

AW: Was wurde nicht gemacht

von Reinhard Rodiger am 09.12.2017 um 13:19 Uhr

Das ist es.Der Stoff für ein Gegengutachten, dessen Sinn allerdings von unserer Führung ja nicht akzeptiert wird.
Ziel der Operation war die Generation einer Schlagzeile: Apotheken bekommen zu viel.Das bleibt hängen.
Falsche Prämissen-Gleichbehandlung von Bonbons mit Rx-
gehen unter.Gleiches gilt für die zugunsten der KK geleistete Arbeit wie Sie ja belegt haben.Ich frage mich, warum es nicht möglich ist, derartig Grundsätzliches wirksam zur Sprache zu bringen?
Ist es die Abstinenz einer Stimme, die "aussen" auch gehört wird? Oder das Ergebnis der Standesstrategie, die Hälfte für überflüssig zu halten?

Antworten und Erläuterungen

von Dr. Thomas Müller-Bohn am 09.12.2017 um 10:38 Uhr

Hier ein paar Antworten und Erläuterungen zu den Fragen seit gestern abend:
Die entscheidenden 40,5% ergeben sich dadurch, dass auch die Freiwahl mitzählt. Die Gutachter rechnen 749,2 Mio. Rx-Einheiten, von denen 740,4 Mio. der AMPreisV unterliegen, 611,2 Mio. OTC und 469,6 Mio. Freiwahl. Darum war mein Vergleich mit den Bonbons ernst gemeint. Nochmal die entscheidende Logik: Weil für alle Packungen die gleiche Zeit angesetzt wird, werden alle nicht anders gedeckten Kosten über die Packungen geschlüsselt. Dieses Prinzip ist das Problem. Und das wäre es auch, wenn der Rx-Anteil 60% wäre. Eine Apotheke, die nur noch 40 oder 60% ihrer Räume, EDV, Möbel und Geräte hätte, könnte gar nichts machen.
Und zum Unternehmerlohn: Da das schon in einem früheren Beitrag stand, hatte ich nicht erwähnt, dass dieser am Einkommen des Leiters einer Krankenhausapotheke gemessen wird. Das gilt dann für alle Apothekenunternehmen, egal ob Einzelapotheke, Filialverbund mit 4 Betrieben oder Zyto-Apotheke mit millionenteurer Ausstattung.
Doch es wird sowieso auf der Ebene aller Apotheken gerechnet. So ergibt sich eine Durchschnittsbetrachtung mit allen üblichen Problemen.

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AW: Re Antworten und Erläuterungen

von Alexander Murr am 09.12.2017 um 11:08 Uhr

Absolut richtig! Eine halbe Apotheke ist natürlich nicht funktionsfähig. Hinzu kommt noch, dass ein Großteil der Kosten für die Abgabe von Freiwahlartikeln nicht anfallen würde. Zum Verkaufen von Bonbons brauch ich keine EDV, kein Labor kein pharmazeutisches Personal die Kosten dafür entstehen also bei der Abgabe nicht.

AW: Antworten und Erläuterungen

von Peter Lahr am 09.12.2017 um 12:17 Uhr

Das KKH Apothekergehalt wurde angeführt, aber wie soll man das umrechnen? Wie fließen Tilgung, fehlende Lohnsteuerklasse, doppelt Abgaben unsererseits in die Berechnung mit ein?
So wie ich das gerechnet habe, lohnt sich dann nichtmal mehr eine Durchschnittsapotheke die man günstig geschossen hat. Alles Punkte die bei der KV in ihren Verhandlungen und Forderungen, um für den Praxisinhaber mindestens ein Oberarztgehalt zu ermöglichen, mit einfließen.

AW: Antworten und Erläuterungen

von Peter Lahr am 09.12.2017 um 13:30 Uhr

Was Kollege Murr sagt ist auch ein schöner Ansatz. Brauche ich Schubladenschränke oder einen Rowa für OTC und Freiwahl? Nein, also diesen Teil der Einrichtung schonmal mit 100% raus aus der Berechnung. Brauche ich ein Labor und eine Rezeptur? Nein, also auch raus, samt des Inhalts an vorgehaltenen Ausgangsstoffen. Brauche ich einen Kühlschrank? Raus aus der Berechnung, gibt es halt kein Vagiflor mehr. Brauche ich ein sündhaft teueres POS? Nö, aber ich brauche eine Kasse, also 95% raus aus den scheinbar teilbaren Kosten. Jetzt wird es fuchsig, brauche ich für Freiwahl Fachpersonal? Nein, also fällt dieser Teil aus der Berechnung auch raus ergo kann man auch nicht diesen Teil der Packungen in die Gesamtberechnung fließen lassen um seinen Anteil zu verringern. Brauche ich eine Mindestgröße? Nein, wieso denn? OTC und Freiverkauf könnte ich theoretisch in Kioskgröße betreiben. Bräuchte ich für OTC und Freiwahl einen GH der mich viermal täglich beliefert? Nö, da reicht einmal die Woche. MUSS ich OTC vorhalten? Keine Ahnung, der vorgeschriebene Wochenbedarf für RX wäre auch zu 100% den Kassen anzulasten. Brauche ich für OTC einen Boten? Nö, aber das ist ja ein freiwilliger Service den die Kasse nicht fordert.

Frage?

von Alexander Murr am 09.12.2017 um 9:40 Uhr

Habe ich das jetzt richtig verstanden? Ich muss die Struktuern, die zur Erfüllung des Versorgungsvertrages vorgeschrieben sind zu 60% über den Verkauf von Bonbons und Erkältungsbad finanzieren?
Wollten wir nicht die kleinen Landapotheken (die für die flächenedeckende Versorgung unerlässlich sind) stärken? Mit diesem Ansatz passiert genau des Gegenteil.

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Unternehmerlohn ? Liebhaberei ? Gewinn ?

von Michael Wiench am 09.12.2017 um 9:07 Uhr

Mir fehlen bei dieser Diskussion hier drei wesentliche Aspekte ganz entschieden, weil sie sich nur auf die wie auch immer berechneten Kosten konzentrieren:

1. Im Gutachten ist ein Unternehmerlohn enthalten. Wie hoch soll dieser eigentlich sein ? Wie hat man diesen berechnet ? Denn dieser Posten wird in keiner Bilanz aufgeführt, mit Ausnahme vielleicht der Apotheken, deren Rechtsform keine Alleinunternehmung ist. Leider lese ich dazu keinen Ton.

2. Das HGB verpflichtet mich geradezu, mit meinem Betrieb einen Gewinn zu erzielen. Erziele ich über Jahre hinweg keinen Gewinn oder ist keine Gewinnerzielungsabsicht zu sehen, dann bin ich kein Betrieb mehr, sondern beitreibe meinen Laden als Liebhaberei. In diesem Falle werden meine Kosten nicht mehr als solche anerkannt und ich bezahle Steuern auf den reinen Umsatz. Mit der Konsequenz, dass ich sofort pleite bin. Werden die Finanzämter aufgrund der neuen Rahmenbedingungen vielleicht sogar gleich feststellen, dass ich ohne Gewinnerzielungsabsicht existieren, wenn ich nur noch Kosten erstattet bekomme ?

3. Gewinn zu erzielen ist eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Uns sollen aber nur noch Kosten erstattet werden. Ohne Gewinn wird es aber keine einzige neue Apotheke im heutigen Sinne mehr geben, denn für neue braucht es Geld, das nie erwirtschaftet werden kann. Bestehende Apotheken werden quasi nur noch abgewickelt, weil es keine Investition mehr gibt, man verbringt den Rest seines Geschäftslebens am Existenzminimum. Es wird auch keine Ausbildung von Lehrlingen mehr geben, ist ja kein Geld mehr da. Weiterhin erübrigt es sich, überhaupt noch Apotheker oder PTA zu lernen, denn auf Dauer wird dieser Beruf ja aussterben, weil es keine Betriebe mehr geben wird. Langfristig betrachtet wird man also die Apotheke als solche abschaffen, jedenfalls die, die brav in Deutschland ohne Unterstützung von Öl-Dollars arbeiten.
Ist das wirklich beabsichtigt ??

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eine Entschuldigung

von Karl Friedrich Müller am 09.12.2017 um 8:13 Uhr

ein Kollege hat ein einem Post über die Liefer und Arbeitsbedingungen in den neuen Bundesländern berichtet, die sich doch erheblich von unseren im Westen unterscheiden.
Ich habe mich abfällig über die Apotheke von Herrn Schmidt geäußert in einem Kommentar. In Unkenntnis der Verhältnisse.
Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.

(Aber die abfällige Bemerkung über "Buden" vergesse ich nicht, die dem gleichen Fehler wie bei mir entspringt, der Verallgemeinerung)

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Noch was

von Karl Friedrich Müller am 09.12.2017 um 7:46 Uhr

Der Versand, um den es doch immer geht, neudeutsch „Digitalisierung“,
war und ist nie konkurrenzfähig, wenn sie sich an Gesetze halten würden und müssten,
wenn die Politik nicht die Voraussetzungen geschaffen hätte, dass sie sich nicht an Gesetze und Verträge halten müssen
und vor allem, wenn tatsächlich gleiche Preise gelten würden. Auch im OTC
Bei einer Preisbindung wäre der Spuk der Versender schon lange weg, weil sie nicht konkurrenzfähig sind zu niedergelassenen Apotheken! Wir sind viel besser!

Und das macht man mit Gewalt kaputt! Das verstehe erst mal einer,

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Manipulation

von Karl Friedrich Müller am 09.12.2017 um 7:27 Uhr

Diese Durchschnittsrechnerei ist doch nur, ja wie sage ich es, Propagandamaterial.
Mit Durchschnitten lassen sich alle Statistiken manipulieren. Es soll nur die Öffentlichkeit beeinflusst werden.
Jeder, der ein bisschen Einblick hat, weiß, dass das alles nicht stimmt.
Rx macht dermaßen viel Arbeit...
Rabattverträge einfach nur umsetzen... beim Kunden,
Beliefern, dass man nicht retaxiert wird...
Telefonate, Botengänge zum Kunden, in die Praxis, Rezeptänderungen
Dieser Bürokratiemist. Dann ist der Kunde noch nicht beraten....
Die Belieferung eines Rezepts ist nicht einfach
Mt OTC kann nichts finanziert werden. Das wollte Ulla so. Die Kröten, die die Bevölkerung schlucken musste, sollte durch billiges OTC gemildert werden. Freigabe der Preise und Freigabe des Versands. Das wurde, als sich die Apotheken vernünftig zeigten, sogar mittels Kartellamt durchgesetzt.
Die Schere, die das Apothekensterben erzwingen sollte, war damals schon geplant. Nun geht es wohl zu langsam. Die Versender wollen wohl nicht noch länger rote Zahlen...
Jedenfalls ist alles, was man Apotheken vorwirft, so von der Politik geplant.
Die Rechnung, die hier erstellt wird, ist falsch und unehrlich.
Das dürfte den Gutachtern und allen anderen daran beteiligten auch bewusst sein.
Es geht wieder nur um öffentliche Manipulation und ein erzwingen des Apothekensterbens.
Die Zahlen über die Auswirkungen für jede Apotheke, bzw. des Inhabers sind viel zu niedrig. Ich denke, es ist eher das Doppelte. Damit bliebe kein Stein auf dem anderen.

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Unklarheiten

von Reinhard Rodiger am 08.12.2017 um 23:14 Uhr

Wie kommt der Rx-Anteil von 40% zustande? Laut ABDA ist der Anteil 53,6% und nach IMS rd 47%.Beide Fälle hätten erhebliche Verschiebungen zur Folge.
Wie soll bei einem effektiven Verkaufspreis pro OTC-Artikel von durchschnittlich 5,65 € (IMS) eine nennenswerte Kompensation von Rx-Entwertung stattfinden? Dieses Preisniveau ist politisch gewollt.Damit wird eine Querfinanzierung des OTC-Bereichs durch Rx erzwungen.Anders ausgedrückt: OTC gerät zum Hobby(abgesehen von reinen Frequenzlagen).Das kann doch nicht im Sinn angemessener Gesundheitspolitik sein.Das kann doch den Gutachtern nicht entgangen sein oder welche andere Begründung gab es?

Vielleicht klärt Herr Müller-Bohn .

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AW: Unklarheiten

von Hermann Eiken am 09.12.2017 um 2:52 Uhr

Auf dem Lande gelten die Zahlen von 40% RX zu 60% OTC bei weitem nicht. Das Packungszahlenverhältnis entspricht auch nicht den Durchschnittszahlen der ABDA und IMS. Es ist eher im Durchschnitt bei den wichtigen versorgungsrelevanten Apotheken auf dem Lande und in den Peripherien der Städte bei 70% RX-Packungen anzusiedeln und bei 30 % OTC. Wie kann ein Gutachten überhaupt solche Zahlen, die ein ganz anderes Bild ergäben, vernachlässigen. Da diese Ausgangszahlen des Gutachtens falsch sein müssen, kommt man zu falschen Schlüssen und kann somit das ganze Gutachten in die Tonne klopfen. Die ABDA müßte es doch fertigbringen, ein sauberes Gegengutachten zu erstellen und dieses über einen Kamm gescherte Auftragsgutachten des Wirtschaftsministeriums zu widerlegen, indem sie die verschiedenen Apothekentypen in den Lauflagen der Städte und auf dem flachen Lande sowie in peripheren Lagen berücksichtigt. Vielleicht gibt es ja im Gesundheitsministerium auch Leute, die die Diskrepanzen sehen, und zu einem für uns viel positiveren Ergebnis kommen. Wahrscheinlich käme dann nicht eine Überfinanzierung von über 1 Mrd sondern eine entsprechende Unterfinanzierung in der Höhe heraus.

AW: Unklarheiten beseitigen

von Reinhard Rodiger am 09.12.2017 um 9:08 Uhr

Wenn die Prämissen nicht stimmen, ist alles falsch.So ist es.nur es sind die Stilmittel der Debattenlenkung.Die ABDA müsste klären. Das stimmt auch. Sie will aber nicht mit einem Gutachten arbeiten, weil sie keins hat oder eben noch versteckt.Eins ist sicher, dieses Gutachten ist eine Herausforderung,die nicht mit den üblichen Plattitüden abgespeist werden kann.Es geht um die Demaskierung eines perfiden Zerstörungskonzepts.Erst Dumpingpreise einführen und sie dann zur Messlatte machen.
Ich kenne viele Fälle in den neuen Bundesländern,da wird häufig von 10% OTC-Anteil gesprochen.Allein das müsste
reichen.Es geht aber nicht um die Tonne,sondern um sachliche Auseinandersetzung.Die gibt es nicht,wenn die Führung- wie immer bei Grundsatzgutachten-abtaucht.Deshalb kann nicht oft genug mitgedacht und nachgefragt werden.Aber mit Respekt.Den wollen wir doch auch.

45 000 ?

von Christian Giese am 08.12.2017 um 22:30 Uhr

"45 000" interessieren doch keinen Politiker.
Der Wähler wählt alle vier Jahre nach Bauchgefühl.
Der Politiker entscheidet in den meisten Fällen ebenso nach Bauchgefühl.
Und eben deshalb liegt hier die Gefährlichkeit, dass dieses Symbol von "1,1 Milliarden zuviel!" UND der nicht ! in Relation zum hohen Honorar ausgeübten "ehrenamtlichen Gemeinwohlpflichterfüllung" kränkend das Bauchgefühl des Politikers bestimmt.

Und dem müssen sich die Apotheker stellen, aber nicht mit den Poltiker nicht interessierenden Zahlen!

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Vorschlag zur Güte :

von gabriela aures am 08.12.2017 um 21:21 Uhr

„Da nur 40,5 Prozent aller abgegebenen Einheiten verschreibungspflichtig sind, wird der größte Teil der Kostenpositionen auch nur zu 40,5 Prozent berücksichtigt. Dies betrifft die Gemeinkosten für Räume, Möbel, Geräte, Fahrzeuge, Energie und diejenigen Personalkosten,die nicht einer speziellen Aufgabe wie Notdienst, Rezeptur, BtM-Abgabe oder Rezeptabrechnung zugeordnet werden können.“

Honorar auf 5,80 € und 40,5% der obigen Kosten übernehmen die Krakas für den Anteil an RX.

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ABDA-Gutachten

von gabriela aures am 08.12.2017 um 21:06 Uhr

In Schladming 2016 kamen zwei ! höchstrangige ! DAV-Vertreter strammen Schrittes nach der berufspolitischen Debatte auf die „Protestfraktion“ zumarschiert und ließen folgendes verlauten:

„Sie glauben doch nicht, daß die ABDA kein eigenes Gutachten in Auftrag geben wird ? Natürlich werden WIR ein eigenes Gutachten machen !“
Wir waren zu dritt, diese Episode ist also nicht meinem einsamen Hirn entsprungen.
Wo isses ?
Oder waren die Ergebnisse selbst für die ABDA offensichtlich erschreckend ?
Achnee, hat ja fast nochmal ein weiteres Jahr gedauert, bis ein entsprechender Entschluß „Ja- Nein-Vielleicht“ abgenickt wurde....und dann war vermutlich überraschenderweise die Zeit zu kurz.
Heraus kam ein „Management summary“ , also Kurzfassung , die auf einen Bierdeckel paßt .
Chapeau !
Wobei: für die paar Buden, die es in einigen Jahren noch geben wird muß, man sich doch heute nicht mehr verausgaben, ist doch verlorene Liebesmüh.

BTW: wie weit ist die ABDA denn mit ihrem eigenen QMS ?
Wenn ich an die vielen leisen und gemütlichen „AG“s denke, ist da sicher auch noch nix passiert, sonst hätte man ja einige der Stuhlkreise ersatzlos streichen müssen.

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AW: ABDA-Gutachten

von Dr. Christian Meisen am 09.12.2017 um 15:19 Uhr

Liebe Gabi!
"In Schladming 2016 kamen zwei ! höchstrangige ! DAV-Vertreter strammen Schrittes nach der berufspolitischen Debatte auf die „Protestfraktion“ zumarschiert und ließen folgendes verlauten:

„Sie glauben doch nicht, daß die ABDA kein eigenes Gutachten in Auftrag geben wird ? Natürlich werden WIR ein eigenes Gutachten machen !“
Wir waren zu dritt, diese Episode ist also nicht meinem einsamen Hirn entsprungen.
Wo isses ? "
Ich erinnere mich noch so dermaßen gut daran, als wäre es gestern gewesen.
NUR: Das war schon in Schladming 2015!!!!!!
Liebe Grüsse Dir und kollegiale Grüsse an Alle
Christian Meisen

Mehrwert

von Thomas Kerlag am 08.12.2017 um 20:39 Uhr

Es gibt ja auch die Argumentation, dass die Beratung und Abgabe von Otcs zumindest bei Banalerkrankungen Arztkosten senkt und den Arzt auch entlastet. Wer rechnet diesen Mehrwert gegen? Nicht volkswirtschaftlich zu denken ist gerade im Gesundheitswesen ein Verbrechen.
Der Druck auf uns wird sukzessive erhöht, bis viele von uns unter stressausgelösten Erkrankungen leiden. Was für ein Staat, der aus prädestinierten Helfern so manchen hilfsbedürftigen Arbeitsunfähigen macht.

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Das ist doch Alles gar nicht so schlecht, als erster Aufschlag

von Wolfgang Müller am 08.12.2017 um 20:01 Uhr

Es tut mir leid, ich kann mich immer noch nicht über das Gutachten aufregen. Eher über die, denen die Auseinandersetzung damit schon deswegen tabu ist, weil es mit der Deckung von "Gemeinwohlpflichten" durch das Rx-Honorar aufräumt. Und stattdessen, wie es sich gehört, jede Apotheken-Aufgabe für sich genommen gleichmäßig gut (bzw. bisher: schlecht) honorieren will.

Das Gutachten ist mitnichten vollkommen unsolide, und wenn ich zuständig wäre, würde ich mich darauf freuen, hier die offensichtlichen Knackpunkte mit den Autoren zu diskutieren. Weißgott, ich habe schon mehrmals schlimmere erste Analysen meiner Betriebe bekommen, von auf mich angesetzten Unternehmensberatern! Daraus sind in der harten Auseinandersetzung dann unter gegenseitig gewachsenem Respekt fast freundschaftliche Arbeitsverhältnisse geworden. Weil es dann auch - mit Verlaub, ja - sogar Spaß gemacht hat und gute Ergebnisse brachte..

Wer das in diesem Fall für unmöglich hält, und sich mit dem nicht ernsthaft auseinandersetzen will, was da jetzt vorliegt und in der Öffentlichkeit und auf dem Arbeitsmarkt ja bereits Wirkung zeigt: Der hat einfach keinen blassen Schimmer und sollte sich wenigstens erfahrene Profis zur Unterstützung holen. Oder einfach: beiseite treten.

In diesem Sinne, lieber Kollege Müller-Bohn, auch wenn wir sicher davon ausgehen können, das Fritz Becker längst ein viel besser als wir qualifiziertes Analysten-Team aus geeigneten Apothekern und Betriebswirten HEIMLICH um sich geschart hat, eine brennende Frage (da ich ja leider das Gutachten nicht habe): "....... davon setzen die Gutachter nur 4.788 Millionen Euro als Kosten an, die durch Rx-Arzneimittel zu decken sind. Daraus errechnen sie einen Festzuschlag von 5,80 Euro pro Packung (von dem der Kassenabschlag abzuziehen ist)"

Wenn sie daraus einen NÖTIGEN Festzuschlag von 5,80 errechnen, dann wäre der Kassenabschlag NICHT abzuziehen. Kein unerheblicher Betrag, das. Eigentlich zu schön und einfach, um wahr zu sein. Irre ich mich (bestimmt) und wenn ja, wieso? Könnte das ein interessanter Ansatz sein?

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AW: so einfach ist es leider nicht

von Dr. Thomas Müller-Bohn am 08.12.2017 um 20:51 Uhr

Lieber Kollege Müller, auch ich hoffe noch immer, dass wir im konstruktiven Umgang mit dem Gutachten noch viel bewegen können. Eigentlich geht es damit gerade erst los. Doch der von Ihnen angedeutete Punkt mit dem Kassenabschlag ist nicht die Lösung. Die Gutachter haben Kosten von 4.788 Mio. € ermittelt. Davon sollen 1.444 Mio. € durch den 4,8%igen Aufschlag gedeckt werden, verbleiben 3.344 Mio. €. Dazu kommen 921 Mio. € Kassenabschlag, ergibt 4.265 Mio. € insgesamt bzw. 5,80 € pro Packung. In der Apotheken kämen aber nur 5,80 € minus Kassenabschlag an. Es ist gewöhnungsbedürftig, den Kassenabschlag nicht packungsbezogen zu berechnen. Doch so ist eine GKV/PKV-Mischkalkulation möglich. An dieser Stelle hat man offenbar nichts gegen Mischkalkulationen.
Bin aber immer dankbar fürs Mitrechnen und Weiterdenken. Beste Grüße Thomas Müller-Bohn

AW: Das ist doch Alles gar nicht so schlecht

von gabriela aures am 08.12.2017 um 21:34 Uhr

Ein paar Diskussionsrunden, um den Gutachtern die Mängel aufzuzeigen mögen ja nett sein und auch zu Teil- Einsichten bei 2hm führen,und anschließend geht‘s auf Weihnachtsmarkt.
Aber gefährlich ist das, was sich „die Politik“ in selektiver Wahrnehmung aus dem Gutachten herauspickt :
wo kann - nein MUSS ! - gespart werden ?
Denn ganz offensichtlich sind Apotheken heillos überfinanziert für ihre Popelarbeit.
Und gewisse interessierte Kreise stehen sicher in Flüsternähe, wenn es eventuelle Bedenken ob der Flächendeckung schnellstmöglich zu zerstreuen gilt.

Bei der Veranstaltung der Grünen im November 2016 hatten die Gutachter auch kaum Ahnung von deutschen Apothekenmarkt, aber die Worte Digitalisierung, Versand oder evtl. sogar Ketten haben sofort reflexartiges Sabbern ausgelöst und wurden für erstrebenswert befunden.

Millionen oder Milliarden

von Th. Beck am 08.12.2017 um 19:55 Uhr

Die Redaktion sollte ihre Überschriften noch einmal prüfen: "Gesamtkosten der Apotheken 12,2 Millionen" das kann wohl kaum sein. Zwischen "Punkt" und "Komma" ist bei deutschen Zahlenangaben doch ein großer Unterschied. Statt "Millionen" müßte es "Milliarden" heißen.

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AW: Millionen oder Milliarden

von Benjamin Rohrer am 08.12.2017 um 20:14 Uhr

Liebe Leserinnen und Leser,

bitte enschuldigen Sie diesen Fehler: In der Zwischenüberschrift heißt es nun "Milliarden" statt "Millionen".

Vielen Dank für den Hinweis.

Benjamin Rohrer

45.000 Euro weniger pro Apotheke?

von Andreas Grünebaum am 08.12.2017 um 19:47 Uhr

Ich frage mich nur, warum hier immer "nur" 45.000 Euro weniger Betriebsergebnis pro Apotheke kolportiert wird: 45.000 Euro / 2,50 Euro pro Packung /305 Tage = 59 Packungen pro Tag. Bei einem Schnitt von 1,4 Packungen pro Rezept wären das 42 Rezepte pro Tag und DAS soll den Durchschnitt aller Apotheken in Deutschland abbilden?
Die Erhöhung des %Zuschlages bei gleichzeitigem Wegfall der Großhandelsrabatte gleichen sich nicht nur aus, sondern sind bei gut dastehenden Apotheken sogar negativ. Rezepturaufschlag lohnt sich höchstens für Apotheken in Ärztezentren mit Hautarzt. Vom marginalen Notdienstaufschlag bei steigenden Personalkosten nicht mal zu reden.

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Hmm

von Peter Lahr am 08.12.2017 um 19:31 Uhr

Hat man sich auch überlegt wie man die Zukunft für den Nachwuchs gestalten will? Nehmen wir mal an der findet eine Durchschnitts Apotheke zum Kauf. Sagen wir im besten Fall günstig für 400 000 inklusive Lager. Das Betriebsergebnis wurde nun auf 95 000 vor Abgaben, Vorsorge, Steuern und Tilgung gesenkt. 95 000 abzgl 45 000 Tilgung pro Jahr? 7500 bis 9000 für Krankenkasse, 10 bis 12000 für Rente wären dann also im schlimmsten Fall 29 000 pro Jahr und davon noch Steuer ab, zehn Jahre lang. Hm hm, interessant aber attraktiv sieht irgendwie anders aus...

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AW: Hmm

von Malte A. am 11.12.2017 um 18:09 Uhr

Hallo Herr Lahr,

es gibt auch (i.d.R.) stille Nachwuchs-Mitleser. Ich bin nach meinem BWL-Studium noch ins Pharmazie-Studium gestolpert und habe dieses nun fast (endlich) hinter mir. Bisher habe ich die ganzen Diskussionen der letzten Jahre noch gelassen gesehen - auch in der Hinsicht auf das EuGH-Urteil. In den letzten Jahren habe ich schon immer relativ vorsichtig mit den mir verfügbaren Daten den Apothekenmarkt sondiert, da mein Ziel eigentlich die Selbstständigkeit ist. Der Apothekenmarkt ist zur Zeit voll im Wandel und wenn man die Diskussion rein rational betrachtet wird das auch höchste Eisenbahn. Ich rede hier sicherlich nicht von der versorgungsnotwendigen Landapotheke aber ich denke, jeder Bürger kennt das eine oder andere Beispiel bei dem er sagt: diese Apotheke ist für die Flächenversorgung nicht notwendig.

Sie haben allerdings in der Tat Recht. Die wenigen, mir bekannten Beispiele (man hat als Student in die betriebswirtschaftliche Rechnung einer Apotheke erstaunlich wenig Einblick - vor allem weil es verständlicherweise wenig Daten gibt - aber das sollte die wenigsten hier Überraschen) wären nach der Durchsetzung der geforderten Maßnahmen von einer auf die andere Sekunde deshalb, nennen wir es mal, "wirtschaftlicher Totalschrott". Anders sieht es aus, wenn dann erst einmal ein paar tausend Apotheken mehr verschwunden wären und sich der Gesamtumsatz neu verteilt. Die Jahre bis dahin überlebt aber wohl kaum einer, am Ende bleibt für alle weniger außer für die Kassen und das wird sicher auch nicht im Sinner irgendeiner Bundesregierung sein, es sei denn, in dem Zuge wird gleich noch das Fremdbesitzverbot abgeschafft. Diese Diskussion ist ja aber eigentlich seit 2009 vorerst beendet.

Natürlich bereiten mir als zukünftiger Apotheker die veröffentlichen Daten definitiv auch Sorge. Aber dass ein gesamter Berufszweig von jetzt auf gleich so umgekrempelt wird, das kann ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen, und auch nicht, dass der durchschnittlichen Apotheke 45k€ oder mehr vom Betriebsergebnis abgezogen werden. Dann würde ja jeder normaldenkende Mensch nur noch als Angestellter arbeiten wollen, aber wer soll (bei bestehendem Fremdbesitzverbot) dann bitte eine Apotheke führen? In so einer Situation kaufe ich mit garantierter Sicherheit nämlich keine Apotheke mehr. Genau aus diesem Grunde hoffe ich einfach, dass die Politiker in den Entscheidungspositionen ein bisschen Rechnen können, und: ein bisschen Optimismus für die Zukunft schadet nicht!

Viele Grüße!

AW: Hmm

von Malte A. am 11.12.2017 um 22:31 Uhr

...und vielleicht noch ein kleiner Nachtrag. Diese Daten siund zwar etwas älter, ich habe sie aber damals schon für meine Bachelorarbeit verwendet:

https://www.abda.de/fileadmin/assets/Pressetermine/2015/Wirtschaftsforum_2015/Wirtschaftliche_Daten_zur_Apotheke_2014_DAV_Eckart_Bauer.pdf

Wenn wir jetzt einfach mal alle auf Seite 23 schauen, dann können wir uns fragen: wie wahrscheinlich ist es, dass diese Zahlen innerhalb kürzester Zeit auf ein Niveau fallen (< 100k€), welches wir vielleicht das letzte Mal irgendwann vor der Jahrtausendwende hatten (ich bezweifele, dass das überhaupt jemals so niedrig war, auch wenn ich mit dem Begriff Inflationsbereinigung durchaus etwas anfangen kann)? Und wie wahrscheinlich ist es, dass der Auslöser dafür ein privatwirtschaftliches Gutachten ist, welches die Gesamtsituation in Teilen völlig falsch abbildet?

Manchmal möchte man meinen, jeder Apotheker spuckt bei dem Wort "Marktwirtschaft" förmlich Gift. Hier wurde ja bereits erwähnt, dass der Grundgedanke des Gutachtens gar nicht so übel ist, und zwar Quersubventionen zu vermeiden, damit ein Betrieb wirtschaftlicher wird. Ich wage diesen Ansatz bezogen auf Apotheken allerdings aus dem Grund schon zu bezweifeln, da er in vielerlei Hinsicht nicht anwendbar ist. Eine Apotheke, die mit OTC-Medikamenten viel Gewinn einfahren soll, müsste einer Kette gehören, um positive Skaleneffekte (extrem günstige Einkaufskonditionen, Lagerhaltung etc.) zu nutzen. Die verschiedenen einzelgeführten Apotheken in Deutschland können preislich niemals gegen eine Apothekenkette ankämpfen, wie sie z.B. von der Phoenix Pharmahandel GmbH innerhalb von Minuten aus dem Boden gestampft werden würde, sobald das Fremdbesitzverbot kippt. Das zeigt schon der Fall Doc Morris. Notdienste, Rezeptur und BTMs stellen eher einen kleinen Beitrag, sodass es nur bei einer wirtschaftlichen Kernkompetenz bleibt: dem RX-Verkauf mit dem gesamten Rattenschwanz, der daran hängt.
Folglich gibt es zwei Möglichkeiten: Mit Quersubventionierung weitermachen und gucken, dass das ganze System etwas fairer wird. Oder die Quersubventionierung tatsächlich abschaffen und sich dann darüber im Klaren sein, in welche Richtung das (eigentlich in der jetzigen Form gewünschten) Apothekensystem langfristig abdriftet. Dann kippt zuerst Fremd/Mehrbesitzverbot und irgendwann die Preisbindung und dann sitzen wir - zumindest im Apothekenmarkt - völlig in der freien Marktwirtschaft.

Wie wahrscheinlich Szenario 1 und 2 sind, mag jeder für sich selbst persönlich entscheiden. Ich persönlich würde allerdings eher auf Szenario 1 setzen und vielleicht einmal an der Außenwirkung von Apothekern und deren Lobby (neu = blöd) arbeiten.

AW: Hmm Tach Malte

von Peter Lahr am 12.12.2017 um 10:20 Uhr

Man muss halt kalkulieren aber als BWLer weiss man das ja ;)

Das größte Problem dürfte aber sein eine Apotheke mit anständiger Größe zu finden die kalkulierbar ist. Wobei man hier auch sagen muss, dass jeder seinen eigenen Wert selber festlegen muss was er gerne verdienen will um sich das anzutun. Aber das ist nicht das Einzige. Wenn man eine findet konkurriert man beim Kauf nicht nur mit anderen Nachwuchsapothekern sondern gerade in der Durchschnittsklasse von 2,2 NU und größer mit Filialisten. Und die treiben, zumindest bei uns, die Preise hoch.

Dass die Apotheker wegen Marktwirtschaft Gift spucken liegt vielleicht daran, dass viele von uns schon kein anständiges Einkommen mehr erwirtschaften, bei UNS aber noch nie ein Mindesteinkommen, anders als bei den Ärzten, definiert wurde.

Das haben wir uns aber selbst zuzuschreiben. Ob es Egoismus war? Ich habe keine Ahnung. Die erste Zahl bzgl. unseres Einkommens kam aber nichtmal von uns sondern wurde im Zusammenhang mit dem Gutachten erwähnt. Ich persönlich habe den Gehaltsvergleich mit dem KKH Apotheker (das erste Mal dass ZAHLEN in den Mund genommen wurden) eigentlich als Untergrenze gesehen, Kollege M.-Bohn hat es aber so ausgedrückt als sollte das quasi ein sozialistisches, umsatz und frequenzunabhängiges Einheitseinkommen werden ;) Sind halt noch viele Punkte zu klären, beispielsweise dass 100k angestellt nicht das Gleiche sind wie 100K Betriebsergebnis UND dass man auf den dann korrekten Wert noch einen Betrag für zukünftige oder laufende Investitionen aufschlagen muss. Ganz wichtig wie ich finde, die fehlende Lohnsteuerklasse bei uns mit den 100 k LStKl. 3 eines KKH Apothekers in Einklang zu bringen ;) usw.

Und Ketten, gut wenn alles scheitert meinetwegen, aber da ich nicht unter einem solchen Vorzeichen angefangen habe und immer selbstständig werden wollte käme das für mich nicht in Frage. Auch wenn es für 50% von uns eine Einkommensverbesserung wäre mit dem KKH Gehalt als Leiterlohn, für mich wäre es das nicht und selbst wenn es das wäre, als Kettenonkel neben MoPro und Fleischtheke mit zu erzielenden Quartalszahlen? Niemals, nicht wegen dem Geld sondern wegen der abgegebenen Freiheit unseres dann nicht mehr freien Berufs.

Eine staatliche Kette? Da wäre ich dabei ;)

AW: Hmm

von Malte A. am 13.12.2017 um 20:22 Uhr

Hallo Peter,

Ja, das kann ich alles so unterschreiben. Gerade in Städten wie hier in Frankfurt gönnt sich verständlicherweise niemand gegenseitig die Butter auf dem Brot. Die wenigen Apotheken die ich kennen gelernt habe die sich wirklich lohnen, werden am Ende nicht verschenkt, und wenn dann dort der "alt-Eingesessene" auf der Suche nach Filialen für eine Apotheke angemessener Größe (min. 2-2,2 Mio€) mal eben 50k€ mehr auf den Tisch legt als ich als Nachwuchsapotheker kann man mit einem freundlichen Lächeln und einem tollen Lebenslauf irgendwann auch nicht mehr viel herausreißen.

Ich frage mich unter den Umständen tatsächlich ob es sich dann lohnt horrende Summen an Goodwill gleich für einen ganzen Filialverbund auszugeben. In zwei Jahren kommen dann wieder irgendwelche Horror-Nachrichten und im schlimmsten Fall hat man dann den gesamten Goodwill im Ofen verbrannt weil die 3 gekauften Apotheken nichts mehr abwerfen (eher unwahrscheinlich, aber trotzdem). Dann kann man auch gleich in den sauren Apfel beißen und ganz von 0 anfangen, sprich, gleich eine eigene Apotheke eröffnen. Aber ob ich mir das in so jungen Jahren zutraue, das steht auf einem ganz eigenen Blatt.

Spannende Diskussion jedenfalls. Nicht jedem Apotheker geht es super schlecht, wobei die Verteilung sicher schlechter ist bei uns als bei Ärzten. Immerhin habe ich noch ein wenig Zeit, mal gucken wie sich die Lage bis dahin entwickelt.

Viele Grüße!

Ruft mich an,

von Christiane Patzelt am 08.12.2017 um 19:00 Uhr

wenn wir streiken. Vorher passiert doch überhaupt nichts.

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Ein Lichtblick am Himmel

von Andreas Grünebaum am 08.12.2017 um 18:47 Uhr

Der Artikel zeigt erstmals die Ansatzpunkte auf, um das "Gutachten" auseinanderzunehmen.
Diese Schlagzeile wünschen wir uns: BILD "Bonbon Gutachten für Apotheken - so verschwendet die SPD das Geld der Steuerzahler!"

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45 TE weniger

von Dr.Diefenbach am 08.12.2017 um 18:25 Uhr

.... Das könnte heißen :1-2 Mitarbeiter könnten zynisch gesehen bei der aktuellen Zahl von knapp 20 000 Apotheken pro Betrieb entlassen werden.Was denkt sich eigentlich die Dame,die das Gutachten "leitet"?Dann würde so ein Betrieb ja dennoch sein momentanes Durchschnittsergebnis nicht halten (können).Hier in meiner Heimatstadt entlässt gerade Siemens Hunderte Mitarbeiter,unser Superwirtschaftsminister (grün) kämpft für jeden Arbeitsplatz.Nun fordert so eine 2m-Lady dazu auf,,im dramatischen Fall fünfstellige Arbeitslosenzahlen zu produzieren,und nicht schon im Vorfeld sagt zB eine Frau Zypries :STOP!!!was ist das für ein perverses Land geworden??Wenn Weltkonzerne "rationalisieren"-ist die Politik immer auf Seiten von Arbeitnehmern,bei uns sieht es so aus,als ob Mitarbeiter SOWIE die Unternehmer selbst Freiwild darstellten,an dem sich solche "Gutachter"austoben.Was kostete das wohl den Steuerzahler ?Was sagt eigentlich eine IHK,die doch ach so intensiv die Interessen ihrer Mitglieder vertritt....?Die GKV gibt fast 20 Prozent ihres Geldes für "Sonstiges"aus-für die Apotheken ca.2,5 Prozent.Man kann dies nicht oft genug sagen.Und die Reduktion letzterer Zahl wird der GKV NICHTS bringen(die nächste Honorarerhöhung anderer Gruppen frisst es auf)-aber dafür ggf.eine Menge Arbeitssuchender "generieren".Übrigens:Hat man die entgehenden Steuern mal in Betracht gezogen?Ach so,ich vergaß:Wir schwimmen ja im Geld----und so könnte man solche Elendswerke wie das was jetzt ja offenbar vorliegt,doch auch bereits am Tag danach anfangen zu demontieren.Und den 2M-Laden hoffentlich gleich mit

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Vorlage

von Reinhard Rodiger am 08.12.2017 um 18:15 Uhr

Das ist doch eine diskussionswürdige Vorlage.Es geht um Klarstellung diverser folgenreicher Ungenauigkeiten.
Eine Herausforderung,die angenommen werden muss.Es reicht nicht, nur zu negieren.

Leider erkenne ich keinen Impuls, der ein Überlebensinteresse ausstrahlt.Verständlich, da der avisierte Wegfall von 50%
der anderen Hälfte das Überleben sichert.Vorübergehend.

Also Butter bei die Fische!

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AW: Vorlage

von Anita Peter am 08.12.2017 um 18:21 Uhr

Die ABDA versenkt die nächsten 2 Mios lieber wieder bei einer Werbefirma, anstatt ein wasserdichtes Gegengutachten erstellen zu lassen. Das wird wohl wiedeer Noweda und Co. übernehmen müssen.

AW: Vorlage versenkt

von Reinhard Rodiger am 08.12.2017 um 18:56 Uhr

@Anita Peter

Versenken ist halt einfacher.Leider geht damit auch eine Chance baden, wenn der falsche Adressat gewählt wird.
Doch alles Mahnen hilft nicht, solange zu Viele nicht begreifen, dass es ums Eingemachte geht.
Trotzdem wenigstens ansprechen, was Not tut.Ich frage mich, woher die Trägheit in der Resonanz auf diesen Angriff kommt.
Was braucht es denn noch??

OK

von Peter Lahr am 08.12.2017 um 18:01 Uhr

Sollte es wirklich als 45 000€ weniger Betriebsergebnis durchschlagen haben wir demnächst 30 000 arbeitslose Apothekenfrauen um mal im Schlecker Wording zu bleiben, eher mehr um den Inflationsausgleich endlich reinzuholen, sagen wir 40 000.

Wenn dann noch 6000 Apotheken schliessen kommen zu den entlassenen Mitarbeitern die eben schon genannt wurden nochmal 12-18 000 dazu. Also 52-58 000 Neuarbeistlose. Wohl dem, der HR zum abbauen hat. Nur bitte rechtzeitig Bescheid geben damit wir übrig bleibende Apotheken die Kündigungen fertigmachen können, Kündigungsfrist und so. Denn lieber vorausschauend kündigen als darauf setzen dass der Nachbar rechtzeitig schliesst und seinen Umsatz endlich rüber schiebt. Aber selbst wenn der Umsatz irgendwann kommt und wir vielleicht garnicht hätten kündigen müssen, wer 2 Stunden beim Arzt oder 20 min bei Aldi an der Kasse warten kann, kann das auch in der Apotheke. Von daher sind wir eh total überbesetzt und mich dünkt ob da nicht vielleicht noch 10 000 Arbeitsplätze als wirtschaftliche Reserve zu heben wären. Und bitte auch darum rechtzeitig Bescheid sagen, damit die Kollegen die absehbar in die Insolvenz schlittern die Möglichkeit bekommen diese auch anzumelden. Die Patienten werden sich daran gewöhnen und die ehemaligen Mitarbeiter, ich denke mit dem Argument der zumutbaren Arbeit von Arbeitsamtsseite aus und dem Mangel an Paketboten sollte zumindest ein Teil schnell wieder einen zumindest befristeten Arbeitsvertrag bekommen.

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nicht der Durchschnitt

von Barbara Buschow am 08.12.2017 um 17:50 Uhr

Über 70% der in meiner Apotheke abgegebenen Packungen - und ich meine tatsächlich die Stückzahl- sind Rx Packungen.
Möchte sich jemand vorstellen was passiert, wenn unser Fixum um 2,50 € sinkt?
Wir gehören nicht zu den im Gutachten ausgemachten "notleidenden Apotheken", die kurzer Zeit schliessen müssen, aber dann wäre ein wirtschaftlich solider Betrieb auf einen Schlag mausetot, weil er nicht dem Durchschnitt entspricht.

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AW: was sind schon 190.000 Euro unter Freunden?

von Andreas Grünebaum am 08.12.2017 um 18:41 Uhr

Respekt für Kollegen, die meinen nicht betroffen zu sein: bei 70% Rx Anteil und einem Minus von 2,50 Euro nicht gleich schließen zu müssen spricht für einen hohen Speckanteil auf dem Sparkonto. Bei 250 Packungen pro Tag und 305 Tage im Jahr wären das immerhin über 190.000 Euro weniger im Betriebsergebnis pro Jahr. Geschenkt, dass vielleicht 12.000 Euro für BtM und Rezepturen und weitere 3.000 Euro für Notdienste hinzukämen. Den Zuschlag beim Aufschlag können Sie dagegen getrost gegen den Abschlag vom Großhandelsrabatt gegenrechnen: 0,5% Skonto als Maximum plus ein paar Brotkrumen für "Leistungszuschüsse".

AW: @Grünebaum - Missverständnis?

von Barbara Buschow am 08.12.2017 um 18:56 Uhr

Also wir müssten dann schliessen.
Ohne Fixum Änderung nicht...

AW: @Kollegin Buschow

von Andreas Grünebaum am 08.12.2017 um 19:42 Uhr

Ist schon klar, gilt für uns alle, soweit wir nicht als "strukturrelevant" und damit "Rettungsfond würdig" geadelt würden. Entschuldigen Sie bitte das Missverständnis, falls ich mich zu blumig ausgedrückt habe.

von wem?

von Christian Giese am 08.12.2017 um 17:27 Uhr

Wenn wir da nicht dagegen gewaltig zu Felde ziehen, von wem wollen wir dann noch ernst genommen werden?

Von wem?

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AW: von wem

von Carsten Simons am 08.12.2017 um 17:48 Uhr

.... jedenfalls nicht von der Öffentlichkeit. Habe mir gerade einmal den Spaß erlaubt meine letzten 10 Kunden auf die Problematik anzusprechen: ....ach die armen Apotheker.... na und ....dann gibt´s hier demnächst eben nur noch vier statt acht Apotheken, das sind immer noch genug.... waren der Konsens. Für den Kunden/Patienten bringen wir doch das Geld immer noch mit der Schubkarre nach Hause. Solange sich dieses Meinungsbild nicht ändert, wird gar nichts passieren, außer eine leise Schließung nach der Anderen. Warten wir einfach, bis der Kollege vielleicht zu macht, hätte schlimmer kommen können.....

Respekt!

von Anita Peter am 08.12.2017 um 17:22 Uhr

"Die Gutachter konstatieren, dass fast die Hälfte der bestehenden Apotheken-Unternehmen wirtschaftlich bedroht sind und wahrscheinlich mittelfristig schließen werden"

Als Maßnahme schlagen die Gutachter vor, den Apotheken das BE um 45.000 Euro zu stutzen. Respekt.

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