APOkix-Umfrage

Wie viel geben Apotheker für Kundenzeitschriften aus?

Berlin - 04.12.2017, 16:30 Uhr

Ohne Kundenzeitschrift geht es in Apotheken kaum noch. (Foto: diz)

Ohne Kundenzeitschrift geht es in Apotheken kaum noch. (Foto: diz)


Rund zwei Drittel der Apotheken geben bis zu 500 Euro monatlich für Kundenzeitschriften aus, ein Drittel sogar bis zu 1000 Euro. Schließlich sind die kostenlosen Gesundheitszeitungen gefragt – und vielen Apotheken ist die Abgabe als besondere Serviceleistung für ihre Kunden wichtig. Dies zeigt die aktuelle APOkix-Monatsumfrage.

Apotheken in Deutschland geben monatlich im Schnitt 619 Gesundheitszeitschriften an ihre Kunden aus. In diesen Service investieren mehr als sechs von zehn Apotheken bis zu 500 Euro im Monat – der Rest sogar mehr. Das zeigen die Ergebnisse der APOkix-Umfrage des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) unter rund 200 Apothekenleiterinnen und -leitern im vergangenen November.

Anlass für den Service geben die Kunden selbst: 84 Prozent der befragten Apotheker stimmen der Aussage voll und ganz (36,3 Prozent) beziehungsweise eher (48 Prozent) zu, dass Kunden häufig nach kostenlosen Gesundheitszeitschriften fragen. Für zwei von drei Apothekenleitern ist die kostenfreie Abgabe von Gesundheitszeitschriften ein wichtiger Service für die eigenen Kunden. Dies wird durch die Kundennachfrage bestätigt. So sagen gut 84 Prozent, dass Kunden häufig nach den kostenfreien Gesundheitszeitschriften fragen. Der Aussage, dass Kunden nur selten ausschließlich in die Apotheke kommen, um eine kostenfreie Kundenzeitschrift zu erhalten und sonst nichts kaufen, stimmten 57 Prozent der befragten Apotheker nicht zu.

Und welche Zeitschriften werden am häufigsten ausgegeben? Am beliebtesten ist die „Apotheken Umschau“ aus dem Wort&Bild-Verlag, die in mehr als der Hälfte der Fälle abgegeben wird. Darauf folgen – aus dem gleichen Verlagshaus – mit einem Anteil von je fast zehn Prozent an den insgesamt verteilten Zeitschriften pro Monat der „Senioren Ratgeber“ sowie der „Diabetes Ratgeber“. „Medizini“ kommt auf einen Anteil von 6,1 Prozent. „Die Neue Apotheken Illustrierte“ (Avoxa) hat bei den befragten Apothekern einen Anteil von 5,8 Prozent.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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4 Kommentare

Was wollt Ihr eigentlich?

von Hummelmann am 05.12.2017 um 13:28 Uhr

Erst beklagen sich die gesetzlichen Krankenkassen, dass sie nicht dazu da sind, den Apothekenbetrieb alleine zu finanzieren. Schließlich soll der Apotheker sein Einkommen auch durch den Verkauf von OTC-Arzneimitteln generieren. Dann nimmt uns die Politik diesen möglichen Profit, indem sie die Arzneimittelpreisbindung aufhebt und uns als Konkurrenz Versandhändler aus Ländern ohne Mehrwertsteuer auf den Hals hetzt. Die EU-Richter sehen das wieder anders. Schließlich können wir ja vor Ort mit Präsenz punkten und damit Dienstleistungen anbieten, die ein Versandhändler nicht erbringen kann. Aber die Apothekerkammer ist dagegen, dass wir für "Selbstverständlichkeiten" Werbung machen oder gar für die Beratung Geld verlangen. Das ist ja schließlich im Arzneimittelpreis inbegriffen. Die Regierungs-Gutachter sagen, solange die Apotheker noch Geld für Werbung ausgeben können, bekommen sie viel zu viel für die Arzneimittelabgabe. Dann kommt ein Zeitungsverlag und macht erstmals kostenlose Image-Werbung für die Apotheker im Fernsehen, die auch echt was bewirkt. Und das Einzige, was wir dafür tun müssen, ist diese Zeitungen kaufen und an unsere Kunden abgeben. Hand auf's Herz: Welche ANDERE Werbemaßnahme bringt uns mehrere hundert Kunden zu Fuß in die Apotheke und kostet nur 500 bis 1.000€ pro Monat? Wer diesen Kunden nichts Sinnvolles verkaufen kann, ist entweder selber schuld oder er/sie hat viel zu viel Angst vor dem nächsten TV-Auftritt unseres prominenten Anti-Apothekers Glaeske. Denn zugelassene Arzneimittel verkaufen ist seiner Meinung nach unethisch. Wir sollen in erster Linie kostenlos beraten.
Ja WAS JETZT EIGENTLICH?
Bis Ihr Euch einig werdet, was der Apotheker darf und was nicht, arbeite ich weiter 70 Stunden pro Woche als Selbstausbeuter, schaue zusammen mit meinem Team neidisch auf die Arbeitszeiten und das Einkommen der Krankenkassenmitarbeiter und helfe meinen Kunden so gut und so lange ich das noch durchhalten kann.
Und irgendwann bin ich dann fort. Den Rest schafft Ihr allein...

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Kundenzeitschriften

von Uwe Hüsgen am 05.12.2017 um 11:28 Uhr

Bei der Diskussion um die Kosten bitte zwei Aspekte bedenken:
- Die Kundenzeitschriften verstehen sich als Gesundheitsberater, die durch ihre Beiträge die öffentlichen Apotheken grundsätzlich als erste und kompetente Ansprechpartner empfehlen (sollten) – und damit (indirekt) die Kranken- und Pflegekassen nicht unwesentlich entlasten.
- Wer hat die Initiative in Sachen Versandhandelsverbot öffentlichkeitswirksam ergriffen und die Apotheker bei dieser Forderung uneingeschränkt unterstützt?
P.S.: Ich steh‘ nicht auf der Payroll von Wort & Bild o.a.

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Kundenzeitschriften zu Lasten der Versicherten

von Andreas Grünebaum am 04.12.2017 um 18:27 Uhr

Wer das als Politiker so liest, kommt zwanglos zum Schluß: 500 bis 1.000 Euro Einsparvolumen pro Apotheke pro Monat, welche eigentlich der GKV bzw. den Versicherten zustünden. Mithin im Durchschnitt (!) bei 500 - 1.000 Euro pro 20.000 Apotheken stolze 300 Millionen Einsparpotential, wenn sich die Rentner zukünftig ihre "Bravo" beim Zeitungshändler holen. Das ist doch auch ein gutes Stück vom im Gutachten zu hoch angesehenen Fixum.

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AW: Kundenzeitschriften zu Lasten der

von Andreas Grünebaum am 04.12.2017 um 19:24 Uhr

Was sind schon ein paar (hundert) Millionen unter Freunden? Wer es bemerkt haben sollte: 750 Euro pro Monat im Durchschnitt bei 20.000 Apotheken sind nur 180 oder weniger freundlich im BILD Jargon aufgerundet 200 Millionen Euro - trotzdem noch ein Gutteil des laut Gutachten "zuviel" gezahltem Honorar.

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