Erster IL-23-Antikörper bei Schuppenflechte

Guselkumab erhält EU-Zulassung bei Psoriasis

Brüssel / Stuttgart - 23.11.2017, 17:45 Uhr

Ab sofort bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis: IL-23 Antikörper Guselkumab in Tremfya®. (Foto: Antonio Nardelli / stock.adobe.com)

Ab sofort bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis: IL-23 Antikörper Guselkumab in Tremfya®. (Foto: Antonio Nardelli / stock.adobe.com)


Der erste Antikörper, der sich bei Schuppenflechte selektiv gegen Interleukin-23 richtet, hat die Hürden der europäischen Zulassungsbehörden gemeistert. Die Europäische Kommission in Brüssel hat Guselkumab von Janssen Cilag die Zulassung für die Erstlinientherapie von Plaque-Psoriasis erteilt. Janssen wird Guselkumab unter dem Handelsnamen Tremfya® in Verkehr bringen.

Das ging schnell: Erst im September dieses Jahres hatte der Humanarzneimittelausschuss (CHMP) der EMA seine positive Einschätzung für Guselkumab veröffentlicht. Jetzt ist die Europäische Kommission dieser CHMP-Empfehlung gefolgt und hat den neuen Antikörper bei Plaque-Psoriasis zugelassen. Die FDA war noch schneller: In den Vereinigten Staaten können Psoriatiker bereits seit Juli 2017 mit Guselkumab therapiert werden. Janssen Cilag vertreibt Guselkumab unter dem Handelsnamen Tremfya®. Derzeit listet die Lauer-Taxe Tremfya noch nicht (Stand: 23.11.2017).

Guselkumab bei Schuppenflechte: Wer, wann, wie appliziert?

Guselkumab dürfen Ärzte künftig als Erstlinientherapie bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis einsetzen. Der humane monoklonale Antikörper richtet sich selektiv gegen das – so Janssen –  „Masterzytokin“ Interleukin-23 (IL-23). In der Tat spielt Interleukin-23 eine wichtige Rolle im Entzündungsgeschehen bei Schuppenflechte: Das Zytokin aktiviert eine bestimmte Subpopulation von T-Zellen, TH1 und TH17, welche – TNF-α-vermittelt – die Inflammation bei Psoriasis triggern. Untersucht man die Haut von Patienten mit Plaque-Psoriasis, lassen sich dort erhöhte Spiegel an IL-23 nachweisen.

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Psoriatiker, die für eine Therapie mit Guselkumab in Frage kommen, erhalten den Antikörper als subkutane Injektion in einer Stärke von 100 mg. Die ersten beiden Gaben erfolgen im Abstand von vier Wochen. In der Erhaltungsphase bekommen die Patienten die Injektionen alle acht Wochen appliziert. Patienten sind bei der Tremfya-Therapie nicht zwingend auf eine ärztliche Applikation angewiesen. Nach einer entsprechenden Unterweisung können sich die Psoriasis-Patienten die Fertigspritzen auch selbst subkutan verabreichen.

Guselkumab erster selektiver Antikörper gegen IL-23

Mit Guselkumab bringt Janssen Cilag den ersten, spezifisch Il-23 blockierenden Antikörper ins Psoriasis-Biological-Karussell. Und läuft somit Almirall den Rang ab. Denn auch der pharmazeutische Unternehmer Almirall forscht an einem selektiven Antikörper gegen Il-23. Er hat für Tildrakizumab die Zulassung bereits im März 2017 beantragt. Allerdings steht die Entscheidung des CHMP zu Tildrakizumab derzeit noch aus.


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