Verantwortungsbewusstsein

Papst appelliert an Pharmaindustrie

Stuttgart - 20.11.2017, 12:45 Uhr

Papst Franziskus fordert von der Pharmaindustrie einen gerechten Zugang zu Medikamenten. (Foto: dpa)

Papst Franziskus fordert von der Pharmaindustrie einen gerechten Zugang zu Medikamenten. (Foto: dpa)


Einen gerechten Zugang zu Medikamenten für Menschen auf der ganzen Welt - das fordert der Papst von der Pharmaindustrie in einem Brief an den Leiter des vatikanischen Entwicklungsministeriums: Solange die Probleme der Armen nicht am Ansatz gelöst würden, könne letztlich „überhaupt kein Problem“ gelöst werden, heißt es darin. Anlass zur schriftlichen Stellungnahme des Papstes war die 32. Konferenz der Internationalen Vereinigung katholischer Gesundheitseinrichtungen (CIISAC).

Unter dem Motto „Auseinandersetzung mit den weltweiten Ungleichheiten im Gesundheitsbereich“ fand in der vergangenen Woche im Vatikan eine internationale Konferenz statt. Diese nahm Papst Franziskus zum Anlass, Pharmahersteller in einem Brief dazu aufzufordern, allen Menschen das Recht auf Zugang zu wesentlichen und nötigen Therapien zu garantieren. Das meldete die Katholische Nachrichten-Agentur.

Das grundlegende Recht zum Schutz der Gesundheit

In seinem Brief an Kardinal Peter Turkson, dem Leiter des vatikanischen Entwicklungsministeriums, das die Konferenz zum ersten Mal organisierte, fordert der Papst außerdem wirtschaftlich und ethisch nachhaltige Strategien im Gesundheitsbereich. Den Blick richtet der Papst dabei vor allem auf die weniger entwickelten Länder und macht wie bereits in seinem 2013 veröffentlichten Schreiben „Evangelii gaudium“ auf die Ungleichverteilung der Einkünfte als Wurzel aller sozialen Übel aufmerksam. Man müsse auf eine „absolute Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation“ verzichten und die strukturellen Ursachen der Ungleichverteilung in Angriff nehmen. Sonst könne man die Probleme der Welt nicht und letztlich überhaupt kein Problem lösen.

Medizin, Pflege, Gesundheitspolitik, Soziales und die Pharmazie

Auf der Tagesordnung der 32. Konferenz der Internationalen Vereinigung katholischer Gesundheitseinrichtungen (CIISAC) standen neben Medizin, Pflege, Gesundheitspolitik und Soziales auch pharmazeutische Themen. So war beispielsweise für Donnerstag den 16. November ein Vortrag der internationalen Organisation Unitaid aus der Schweiz vorgesehen: „The Impact of Pharmaceutical and Technological Innovation on People in Need of Treatment“. 

Anfang des Jahres wurde eine Charta für Beschäftigte im Gesundheitsdienst vom Vatikan neu aufgelegt. Sie sammelt die kirchlichen Positionen im Gesundheitsbereich. Der Papst erinnerte am Samstag daran, dass diese das grundlegende Recht zum Schutz der Gesundheit betone und eine ausgeglichene Verteilung von Gesundheitseinrichtungen und finanziellen Mitteln fordere. Auch als die neue Charta Anfang des Jahres auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, richtete sich die Kirche mit mahnenden Worten an die Pharmaindustrie.


Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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