Schweiz

Hausärzte wollen Apotheker nicht in der Primärversorgung

Remagen - 14.11.2017, 16:00 Uhr

Keine Apotheker in der Grundversorgung! Die Baseler Hausärzte wollen nicht, dass Apotheker mehr Kompetenzen erhalten. (Foto: picture alliance)

Keine Apotheker in der Grundversorgung! Die Baseler Hausärzte wollen nicht, dass Apotheker mehr Kompetenzen erhalten. (Foto: picture alliance)


In der Schweiz sollen die Apotheker in Zukunft mehr Verantwortung und Aufgaben in der medizinischen Grundversorgung übernehmen. Das schürt den Unmut unter den Hausärzten. Die Apotheker als erste Anlaufstelle für die Patienten, das ist für sie ein Unding. Ein weiterer Stein des Anstoßes sind die sogenannten netCare-Apotheken.

Dass Apotheker und Ärzte in der Schweiz nicht gerade die allerbesten Freunde sind, ist hinlänglich bekannt. Das System trägt seinen Teil dazu bei. In viele Kantonen dürfen Ärzte Arzneimittel dispensieren, und die Schweizer Gesundheitspolitik will die Rolle der Apotheker in der Primärversorgung zukünftig noch ausdehnen.

netCare-Modell als Stein des Anstoßes

Schon heute ist manchen Ärzten das netCare-Modell ein Dorn im Auge, ein Gemeinschaftsprojekt von Ärzten und Apothekern, bei dem speziell weitergebildete Apotheker anhand von wissenschaftlich fundierten Ablaufdiagrammen eine Erstabklärung (Triage) gesundheitlicher Beschwerden vornehmen. Bei Bedarf wird ein Arzt per Telefon oder Videokonferenz zu Rate gezogen. Er kann dann gegebenenfalls auch Medikamente verschreiben. Ende Oktober 2016 boten 229 Apotheken in der Schweiz netCare an.

„Frontalangriff auf die erfahrenen Grundversorger“

Anfang September dieses Jahres hatte „telebasel.ch“ über die Eröffnung der ersten „Medgate Mini Clinic“ berichtet. Der Telemedizin-Anbieter Medgate wolle mit den „Mini-Kliniken“ in Apotheken Patienten versorgen, um somit einerseits den Ärztemangel auszugleichen und andererseits eine kostengünstige Alternative zum Hausarzt zu stellen. Der Präsident der Medizinischen Gesellschaft (MedGes) http://www.medges.ch/, des Berufsverbandes der im Kanton Basel-Stadt tätigen oder wohnhaften Ärzte, Felix W. Eymann hatte sich hierüber mächtig echauffiert und die Initiative als einen „Frontalangriff auf die erfahrenen Grundversorger“ bezeichnet.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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