Region Aachen

Anträge für Iodtabletten noch bis 15. November möglich

Stuttgart - 13.11.2017, 13:30 Uhr

Berechtigte können sich in Apotheken in der Region Aachen Kaliumiodid-Tabletten abholen. (Foto: dpa)

Berechtigte können sich in Apotheken in der Region Aachen Kaliumiodid-Tabletten abholen. (Foto: dpa)


In der Grenzregion zu Belgien bereitet man sich weiterhin auf einen möglichen Atomunfall des anfälligen Reaktors Tihange vor. Bewohner der Region Aachen können sich noch bis zum 30. November 2017 kostenfrei mit Iodtabletten bevorraten. Allerdings müssen sie dazu bis Mittwoch 15. November einen Bezugsschein beantragen. Eingenommen werden sollen die Tabletten aber nur auf explizite Anweisung der Katastrophenschutzbehörden. 

Im Falle eines Reaktorunfalls werden von den zuständigen Behörden Iodtabletten verteilt. Die Region Aachen, die sich im Umkreis von 100 km (Außenzone) zum belgischen Kernkraftwerk Tihange befindet, hat sich jedoch entschlossen, einmalig Iodtabletten an die Bevölkerung zu verteilen. Zur Region Aachen gehören die Stadt Aachen, die StädteRegion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg.

Die dort ansässigen Bewohner können sich seit dem 1. September Iodtabletten in allen teilnehmenden Apotheken besorgen. Wenn sie einen entsprechenden Bezugsschein vorlegen, ist das noch bis zum 30. November für den Bürger kostenlos. Die Bezugsscheine müssen allerdings bis zum 15. November, also dem kommenden Mittwoch, online beantragt werden. Alternativ liegen Papieranträge in den Verwaltungsgebäuden aus. Auch zu einem späteren Zeitpunkt können sich Bewohner der Region bevorraten, dann aber auf eigene Kosten. 

Wer erhält Iodtabletten?

Berechtigt zum Bezug von Iodtabletten sind alle Bewohner der genannten Region bis zu einem Alter von einschließlich 45 Jahren sowie Schwangere und Stillende unabhängig vom Alter. Der Antrag kann einmal pro Haushalt für alle laut Meldeadresse im Haushalt lebenden Personen gestellt werden, wobei der Antragsteller mindestens 16 Jahre alt sein muss.

In der Apotheke erhalten die Bürger dann die Iodtabletten sowie einen Informationsflyer zur Einnahme der Iodtabletten. Es gibt ein spezielles Präparat mit der Indikation „Iodblockade bei kerntechnischen Unfällen“: Kaliumiodid Lannacher 65 mg (zum Vergleich „normale Iodtabletten enthalten 100 bis 200 µg Iodid)

Neugeborene bis zu einem Monat sollen im Falle eines Reaktorunfalls 16,25 mg Kaliumiodid erhalten (entspricht einer viertel Tablette), Kleinkinder im Alter vom ersten bis zum 36. Monat 32,5 mg Kaliumiodid (entspricht einer halben Tablette), Kinder und Jugendliche von drei bis zwölf Jahren 65 mg Kalumiodid (entspricht einer ganzen Tablette) und Jugendliche ab 13 Jahren sowie Erwachsene bis einschließlich 45 Jahren und Schwangere sowie Stillende (altersunabhängig) 130 mg Kaliumiodid (entspricht zweiTabletten).

Einnahme nur auf Anweisung

Demnach gibt es für Kinder bis zwölf Jahre jeweils eine Tablette, ab 13 Jahren zwei. Die berechnete Anzahl pro Haushalt Jodtabletten wird im Blistern ausgegeben (1 Tablettenblister = sechs Jodtabletten). Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Tabletten nur auf explizite Anweisung der Katastrophenschutzbehörden eingenommen werden sollen. 

Rund 13.500 der 110.000 bezugsberechtigten Kreisbürger im Kreis Euskirchen haben sich bisher mit Iodtabletten eingedeckt. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger unter Berufung auf die Kreisverwaltung. Meistens wurde der Antrag online gestellt, nämlich über 4400 mal, 91 gingen in Papierform ein, wie es heißt. Im Durchschnitt wird ein Antrag für drei Personen in einem Haushalt gestellt. 

Informationen für Apotheker

Die Apothekerkammer Nordrhein hat auf ihrer Internetseite alle für Apotheker relevanten Informationen zur Verfügung gestellt.. 

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Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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