APOkix-Monatsumfrage

Herausforderung Qualitätsmanagement

Berlin - 06.11.2017, 07:00 Uhr

Qualitätsmanagement in der Apotheke: Aufwändig und doch Nutzen-stiftend. (Foto: Sket)

Qualitätsmanagement in der Apotheke: Aufwändig und doch Nutzen-stiftend. (Foto: Sket)


Seit der Reform der Apothekenbetriebsordnung im Jahr 2012 müssen alle Apotheken ein Qualitätsmanagementsystem betreiben. Die meisten Apothekenleiter sehen zwar einen Nutzen  darin – allerdings für den Preis eines sehr hohen Aufwands. Das zeigt die aktuelle Auswertung der APOkix-Monatsfrage des Instituts für Handelsforschung Köln.

Qualitätsmanagementsysteme (QMS) sind seit 2012 Pflicht und damit zum Standard in den deutschen Apotheken geworden. Das Institut für Handelsforschung Köln (IFH) hat für seine APOkix-Umfrageim Oktober bei Apothekenleiterinnen und -leitern nachgefragt, wie es bei ihnen mit dem QMS läuft.

Was den Nutzen des QMS betrifft, so können diesen die Apotheken durchaus erkennen: Am meisten schätzen die befragten Apothekenleiter die zusätzliche Sicherheit, die ein QMS ­bietet. So sind fast acht von zehn damit zufrieden, wie ihr QMS sie bei der Fehlervermeidung und damit der Erhöhung der Arzneimittelsicherheit unterstützt. 68 Prozent sehen eine positive Auswirkung des QMS auf die Beratung und Betreuung ihrer Kunden. In Hinblick auf die Verbesserung interner Prozesse (zum Beispiel Zeitersparnis) und die Außendarstellung der Apotheken gegenüber Kunden wird der Nutzen etwas geringer bewertet. Doch auch hier gibt noch mehr als die Hälfte der Befragten an, zufrieden zu sein.

APOkix / IFH

Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt meist nicht

Allerdings sehen 65 Prozent der Befragten die Umsetzung des QMS als eine große Herausforderung für ihre Apotheke. Nur 23 Prozent meinen, dass Kosten und Aufwand auch dem Nutzen des QMS entsprechen. Dennoch geben immerhin 36 Prozent an, der Nutzen des QMS für die eigene Apotheke habe sich seit dessen Einführung stetig erhöht. Auf der anderen Seite sind rund 65 Prozent nicht der Meinung, dass die QMS-Pflicht für Apotheken gut ist. Für eine stärkere Kontrolle der Apotheken bei ihrer QMS-Umsetzung sprechen sich lediglich 17 Prozent aus. 



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

Apokonjunktur?

von Heiko Barz am 06.11.2017 um 12:44 Uhr

Wie aus den aktuellen Zahlen, siehe obige Kurven, ein Aufwärtstrend abzulesen ist, erschließt sich mir nicht.
Seit 1965 "mache" ich Pharmazie und habe schon einige "Aufs" und "Abs" mitgemacht, aber, was sich in den letzten 15 Jahren, speziell ab 2004 abspielt, ist nicht mehr tollerabel.
Von den Verantwortlichen hört man wenig bis gar nichts. Wer hauptsächlich damit beschäftigt ist, Pflichtmitgliedsgelder für neue Immobilien etc. zu verbraten, ist es eigentlich nicht wert, einem in Not geratenen, traditionellen akademischen
Berufsstand vorzustehen.
Des weiteren, bei unnützen Zwangsmaßnahmen im Zuge der QMS-Vergewaltigung, siehe Isopropylverdünnungsverordnung!!, kann man nur die Hände vor den Kopf halten und verzweifeln.
Wir arbeiten nach einer schon in sich relativ komplexen Apobetriebsordnung, die eigentlich ausreichend sein müßte.
Der überwiegende Teil des QMS-Molochs ist bei genauer Anwendung der Betriebsordnung gar nicht erforderlich.
Wenn dann auch noch so ein Edukt wie die Präqualifikation aufläuft, sieht man genau wohin der Hase läuft.
Geld machen!
Und wenn etwa noch irgendwelche Argumente für die "dummen" Apotheker zu deren Einsicht fehlen, dann wird mit der allumfassenden Verdummungskeule "Digitalisierung" jede Vernunft erschlagen.
Vivat Pharmacia!

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