in mehreren US-Bundesstaaten

Amazon gewinnt Pharma-Großhandelslizenzen 

München - 06.11.2017, 11:20 Uhr

Bald auch Arzneimittel im Warenkorb? Die Anzeichen für den Einstieg des Riesen in den Pharmamarkt mehren sich. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Bald auch Arzneimittel im Warenkorb? Die Anzeichen für den Einstieg des Riesen in den Pharmamarkt mehren sich. (Foto: picture alliance / NurPhoto)


Die Anzeichen, dass der US-Onlinekonzern Amazon mit einem Einstieg in das Pharmageschäft liebäugelt, verdichten sich. In den vergangenen Monaten hat der Web-Riese weitgehend unbemerkt in mehreren US-Bundesstaaten die Lizenz zum Betreiben von Arzneimittel-Großhandelsaktivitäten gewonnen, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten. 

Es ist ein schleichender Prozess, der aber mehr und mehr eine klare Richtung vorgibt: Während der zurückliegenden Monate hat der Online-Gigant Amazon in mehreren US-Bundesstaaten die Zustimmung der Behörden zum Betreiben von Pharma-Großhandelsgeschäften bekommen. Dies geschah offenbar weitgehend geräuschlos, wie mehrere US-Medien jetzt berichten.

Nach Angaben der St. Louis Post-Dispatch hat Amazon die Genehmigung für das Pharmahandelsgeschäft in mindestens zwölf Bundesstaaten erhalten, darunter Nevada, Arizona, North Dakota, Louisiana, Alabama, New Jersey, Michigan, Connecticut, Idaho, New Hampshire, Oregon und Tennessee. Ein Antrag im Staate Maine sei noch anhängig. Ein Sprecher von Amazon sagte auf Anfrage der St. Louis Post-Dispatch, das Unternehmen kommentiere keine Gerüchte und Spekulationen. 

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Ungeachtet dessen wagt Ana Gupte, Analystin des Bostoner Unternehmens Leerink Partners, bereits eine erste Bewertung. Die Tatsache, dass Amazon Pharma-Großhandelslizenzen erworben habe, „stärkt unsere Überzeugung, dass das Unternehmern wahrscheinlich einen Einstieg in das Geschäft mit der Arzneimittelbelieferung vorbereitet. Allerdings ist noch nicht klar, ob Amazon dafür ein anderes Unternehmen übernehmen wird, sich mit einem Partner zusammenschließt oder das Geschäft mit eigenen Kapazitäten aufbaut.“

Unklarheit herrscht unter den Branchenbeobachtern offenbar auch, ob die Lizenzen für Amazon Spekulationen stützen, wonach der E-Commerce-Gigant auch in den Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln einsteigen könnte. US-Analysten hatten dem Bericht der St. Louis Post-Dispatch nach in den vergangenen Wochen die Möglichkeit erwogen, Amazon könnte dieses lukrative Geschäft im Auge haben, was eine Bedrohung für Branchengrößen wie beispielsweise Express Scripts Holding Co. darstellen würde. 



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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