Advanced Accelerator Applications  

Novartis nimmt Radiopharmaka-Spezialisten ins Visier

Basel / Stuttgart - 30.10.2017, 15:30 Uhr

Novartis will sein Onkologie-Geschäft stärken. (Foto: dpa)

Novartis will sein Onkologie-Geschäft stärken. (Foto: dpa)


Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will Advanced Accelerator Applications übernehmen, ein Spezialist auf dem Gebiet der Nuklearmedizin, das Präparate  zur Diagnose und Behandlung schwerer Erkrankungen unter anderem im Bereich der Onkologie herstellt. Das entsprechende Gebot bewertet die französische Firma mit 3,9 Milliarden US-Dollar, wie Novartis am Montag in Basel mitteilte.

41 Dollar pro Aktie bietet Novartis für das an der elektronischen US-Börse Nasdaq notierte Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA). AAA hat einen Schwerpunkt in der Herstellung von Radiopharmazeutika, die in Diagnostik und Therapie unter anderem bei Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr hat AAA 109 Millionen Euro umgesetzt. Rund 550 Angestellte in 13 Ländern arbeiten für das Unternehmen mit Sitz in Saint-Genis-Pouilly nahe Genf. Mit AAA würde Novartis auch Lutathera® übernehmen, ein vor kurzem in Europa zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren. Wirkstoff ist ein radioaktiv markiertes Peptid – Lutetium(177Lu)oxodotreotid –, das eine hohe Affinität zu Somatostatin-Rezeptoren vom Subtyp 2 (sst2) hat. Es greift gezielt an malignen Zellen an, die sst2 überexprimieren

Stärkung des Onkologiegeschäfts

Der Zukauf stärke das Onkologiegeschäft von Novartis mit absehbaren Produktstarts sowie einer Technologieplattform mit möglichen Anwendungen für onkologische Programme in der Frühentwicklung, heißt es in der Mitteilung. Denn neben Lutathera® verfügt AAA über breite Expertise bei Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Radiopharmaka, inklusive der Companion-Diagnostik zu Lutathera®

Ab 2018 peilt Novartis eine neue Wachstumsphase an. Konzernchef Joe Jimenez übergibt im Februar sein Amt an Vasant Narasimhan, der momentan die Medikamentenentwicklung leitet. Der designierte Novartis-Chef will die Kosten für klinische Medikamenten-Studien durch effizientere digitale Methoden spürbar senken. Derzeit dauere die Markteinführung einer Arznei bis zu 14 Jahre und koste mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar.


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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