Statement des BVDVA

Versandapotheken sehen schlechten Warentest als Ansporn

Berlin - 25.10.2017, 11:30 Uhr

Schlechter Test als Motivation: Die deutschen Versandapotheken sehen die für sie vernichtenden Testergebnisse bei der fachlichen Beratung als Ansporn, interne Prozesse weiter zu verbessern. (Foto: BVDVA)

Schlechter Test als Motivation: Die deutschen Versandapotheken sehen die für sie vernichtenden Testergebnisse bei der fachlichen Beratung als Ansporn, interne Prozesse weiter zu verbessern. (Foto: BVDVA)


Die deutschen Versandapotheken sehen das am gestrigen Dienstag veröffentlichte Ergebnis der Stiftung Warentest als Herausforderung. Ein Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken erklärte, dass es sich bei dem Test teilweise um sehr spezielle Wirkstoffkombinationen gehandelt habe. Die Mitglieder des Verbandes sähen die Testergebnisse nun aber als Ansporn.

Die Stiftung Warentest hat am gestrigen Dienstag Testergebnisse über Versandapotheken veröffentlicht. Die Tester nahmen insgesamt 18 Versender unter die Lupe, davon 15 aus Deutschland und drei ausländische Anbieter. Die Stiftung bemängelt insbesondere die fachliche Beratung der Versandapotheken. Sieben Versender bekamen hauptsächlich aufgrund ihrer schlechten und teilweise gänzlich ausgebliebenen Beratung die Gesamtnote „mangelhaft“. Beim Service hingegen, der in der Gesamtbewertung sehr viel geringer gewichtet wurde, schnitten viele Anbieter gut bis sehr gut ab.

Bei dem Test fiel auch auf, dass insbesondere die deutschen Anbieter schlecht abschnitten. Während die EU-Versender auf den Plätzen 1,2 und 5 noch mit „befriedigend“ und „ausreichend“ versehen wurden, landeten die deutschen Versender wegen schlechter Beratung alle auf den hinteren Rängen. Auch die Versandapotheke von BVDVA-Chef Christian Buse erhielt ein „mangelhaft“. DAZ.online hat daher beim BVDVA nachgefragt, wie ein solches Ergebnis in der Branche bewertet wird und welche Konsequenzen die Versender daraus ziehen.

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Ein Sprecher erklärte: „Der BVDVA begrüßt den Aufwand, der mit Blick auf die einzelnen Testszenarien betrieben wurde.“ Mit Blick auf die sieben Testszenarien, die die Stiftung an den Tag legte, erklärte der Verbandssprecher weiterhin: „Bei den Tests bezüglich der Medikamente handelt es sich zum Teil um sehr spezielle Wirkstoffkombinationen, die seitens der Tester angefragt wurden.“

Trotzdem sehen die deutschen Versender ihre schlechten Testresultate offenbar als Motivation: „Unsere Mitgliedsunternehmen sehen in den nun veröffentlichten Ergebnissen einen Ansporn, interne Prozesse weiter zu optimieren. Wir haben in den zurückliegenden fast 14 Jahren regulierten und geordneten Arzneimittelversandhandel in Deutschland viel in hochqualifiziertes Personal und modernste Technologien investiert. Davon profitieren über zehn Millionen Kunden und Patienten. Die Versandapotheken machen offenbar einen guten Job. Nichts ist aber so gut, dass es nicht noch besser gemacht werden kann. Daher werden wir die Anstrengungen, gute und qualifizierte Mitarbeiter an uns zu binden, weiter intensivieren. Das Gleiche gilt auch für die digitalen Abstimmungs- und Logistikprozesse in den Unternehmen.“

Apotheken vor Ort waren bei dem Warentest nicht getestet worden. Dies war zum letzten Mal 2014 geschehen – ebenfalls mit eher mittelmäßigen Ergebnissen. In diesem Jahr hatte die Stiftung lediglich die Bereitschaft der Apotheken vor Ort für den Medikationsplan getestet: Die Tester waren in zehn Apotheken gegangen und hatten um Aktualisierung des Planes gebeten – keine der zehn getesteten Apotheken erfüllte laut Stiftung den Wunsch der Pseudo-Kunden.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Lieber Kunden statt Pseudo-Kunden

von Andreas Grünebaum am 25.10.2017 um 18:21 Uhr

Reicht nicht die Gängelei der Apothekerkammern und die regelmäßige - in Hessen eher wohl gemeinte - Aufsicht der Behörden? Müssen wir uns auch noch ständig mit "Stiftung Warentest" oder "Öko-Magazin" auseinandersetzen? Dort hat ausser einem Pharmakologie Professor aus dem letzten Jahrhundert (oder vielleicht davor?) noch niemand ein Pharmaziestudium absolviert.

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