Ab 1. November

Tagrisso kommt zurück

Berlin - 20.10.2017, 14:55 Uhr

Nach erneuter Nutzenbewertung ist Tagrisso ab November auch in Deutschland wieder verfügbar. (Foto: Astra Zeneca)

Nach erneuter Nutzenbewertung ist Tagrisso ab November auch in Deutschland wieder verfügbar. (Foto: Astra Zeneca)


Nach einem knappen Jahr Abwesenheit auf dem deutschen Markt kommt das Lungenkrebsmittel Osimertinib (Tagrisso®) zurück auf den deutschen Markt. Nach negativer Nutzenbewertung – aufgrund von methodischen Mängeln – hatte Astra Zeneca das Präparat vom Markt genommen, mit der Ankündigung, Daten nachzureichen. Das hat sich offenbar gelohnt: Der Gemeinsame Bundesausschuss sieht nun einen beträchtlichen Zusatznutzen. 

Im November 2016 hatte Astra Zeneca den Vertrieb seines Lungenkrebsmittels Osimertinib (Tagrisso) in Deutschland mit sofortiger Wirkung eingestellt. Grund für den Marktrückzug war das negative Ergebnis der frühen Nutzenbewertung durch den G-BA. Es sei absehbar, dass man sich nicht auf einen akzeptablen Erstattungspreis mit dem GKV-Spitzenverband einigen könne, teilte der Hersteller damals mit.

Als Gründe für die Nichtanerkennung eines Zusatznutzens führte der G-BA methodische Gründe an. Da der Hersteller im Stellungnahmeverfahren bereits weitere Daten angekündigt hatte, war der Beschluss des G-BA bis 30. Juni 2017 befristet. AstraZeneca wollte bis dahin ein neues Nutzendossier eingereicht haben – mit Erfolg: Der G-BA hat am gestrigen Donnerstag Tagrisso® einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Cisplatin plus Pemetrexed oder Carboplatin plus Pemetrexed) bei bestimmten Patienten mit Lungenkrebs zugesprochen. 

Tagrisso® ist daher ab dem 1. November 2017 wieder im deutschen Markt verfügbar, in der Lauer-Taxe gelistet und somit verordnungs- und erstattungsfähig. Und zwar sowohl in der Wirkstärke 80 mg als auch mit 40 mg, wie Hersteller Astra Zeneca mitteilt. Es eignet sich bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom und einer positiven T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR) 2. 

AURA3-Studie war entscheidend

Entscheidend für das Urteil des G-BA waren die positiven Ergebnisse der randomisierten Phase-III-Studie AURA3. Diese bestätige Osimertinib aufgrund überzeugender Wirksamkeit und Verträglichkeit als neuen Behandlungsstandard in der Zweitlinientherapie von Patienten, erklärt Astra Zeneca.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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