Aufschwung nach Krisenzeiten

In den russischen Apotheken klingeln die Kassen

Remagen - 13.10.2017, 09:15 Uhr

Russischen Apotheken geht es nach schwierigen Zeiten wieder gut. (Foto: picture alliance/chromorang)

Russischen Apotheken geht es nach schwierigen Zeiten wieder gut. (Foto: picture alliance/chromorang)


Die russischen Apotheken sehen rosigen Zeiten entgegen. Nach den Krisenzeiten kaufen die Verbraucher wieder mehr Medikamente. Für den Umsatz mit Fertigarzneimitteln wird ein Anstieg um 11 Prozent erwartet. Große Apothekenketten haben die Krise genutzt, um Konkurrenten zu schlucken, und Supermarktketten drängen auf den Markt. 

Der russische Pharmamarkt wird 2017 voraussichtlich um 9 Prozent auf fast 24 Milliarden Euro wachsen. Dies geht aus einem aktuellen Marktbericht der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing Germany Trade and Invest (GTAI) hervor. GTAI beruft sich dabei auf Angaben des Marktforschungsinstituts DSM Group. Für das erste Halbjahr 2017 wird im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Zuwachs um 11,2 Prozent erwartet. Der Verkauf von Fertigarzneimitteln über Apotheken soll um 11 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro steigen.

Nach dem GTAI-Bericht beschafften Krankenhäuser und Kliniken im 1. Halbjahr 2017 Arzneimittel für etwa 1,5 Milliarden Euro (+25,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und über das Programm der staatlichen vergünstigten Versorgung Medikamente im Wert von knapp einer Milliarde Euro (+5 Prozent). Russische Verbraucher kauften im selben Zeitraum Präparate für 4,6 Milliarden Euro im Einzelhandel (+13,9 Prozent), so die DSM Group. Rezeptpflichtige Arzneimittel machten zwar mengenmäßig rund ein Drittel der Verkäufe aus, lägen aber wertmäßig beinahe gleichauf mit dem OTC-Segment.  

Marktmacht großer Apothekenketten wächst

Im Arzneimitteleinzelhandel deutet sich nach Einschätzung von GTAI eine Marktbereinigung an, wobei die großen Apothekenketten ihre Position stärken. Schon jetzt konzentrierten die Top 15 80 Prozent des freien Marktes und 50 Prozent der staatlichen Beschaffungen auf sich, heißt es in dem Marktbericht. Auf Platz 1 mit 7,8 Prozent Marktanteil nach Umsatz befinde sich die nichtkommerzielle Partnerschaft von Apotheken „Ansa“. Auf Rang 2 stehe die Kette „Aptetchnaya Set 36,6“. Diese werde zwar einige Filialen schließen, dafür aber das Apothekennetz „Pharmakor“, ein Franchise-Unternehmen der Apothekenkette 36,6, übernehmen. Die Kette „Rigla“ (Rang 3) wolle ihr Netz um 20 Prozent auf bis zu 360 Apotheken erweitern. Die Gruppe Erkafarm mit ihren Apotheken „Doktor Stoletow“ und „Oserki“ (Rang 5) übernehme den Konkurrenten „Rosta“ mit dessen Filialen „Raduga“, „Perwaja Pomoschtsch“ und „Laduschka“ (derzeit auf Rang 7).



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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