AMK zu Velcade und Abraxane

Neue Velcade-Fälschung aufgetaucht und gefälschtes Abraxane wirkungslos

Stuttgart / Bonn - 10.10.2017, 17:30 Uhr

Eine neue Velcade-Fälschung meldet das BfArM am 6. Oktober 2017. (Foto: BfArM)

Eine neue Velcade-Fälschung meldet das BfArM am 6. Oktober 2017. (Foto: BfArM)


Die AMK bittet Apotheker, ihre Velcade®-Bestände auf eine neue Fälschung zu überprüfen. Neues weiß das BfArM auch zur Abraxane®-Fälschung aus Braslilien. Dieses Abraxane® enthielt zu wenig Nab-Paclitaxel. Das Tumortherapeutikum war wirkungslos.

Auf fünf gefälschte Chargen von Velcade® 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung macht das BfArM derzeit aufmerksam. Der letzte Fälschungshinweis betrifft die Charge GCZTU00 des Importeurs Dr. Fisher Farma BV in den Niederlanden. Ein Rückruf liegt hier noch nicht vor. Die Arzneimittelkommission der Apotheker (AMK) bittet die Apotheker jedoch, ihre Velcade®-Bestände sorgfältig zu überprüfen und die betroffene Charge gegebenenfalls zu isolieren und zu melden. Auf die weiteren gefälschten Velcade®-Chargen – GGZT800, GCZTQ00, FGZSL01 und FJZT800 – hatte das BfArM bereits hingewiesen.

Velcade® enthält den Wirkstoff Bortezomib. Der Proteasom-Inhibitor wird Patienten mit multiplem Myelom oder Mantelzell-Lymphom subcutan verabreicht.

Neues zur brasilianischen Abraxane-Fälschung

Auch bei Abraxane® gibt es Neuigkeiten: Laut BfArM hat eine analytische Untersuchung der Abraxane®-Probe aus Brasilien ergeben, dass die Fälschung keinen für Abraxane® typischen Lyophilisat-Kuchen enthalten hat. Man habe signifikante Abweichungen hinsichtlich des Wirkstoffgehalts und der Zusammensetzung gefunden. „Die geringe Wirkstoffmenge führt zu einer Nichtwirksamkeit der Fälschung“, schreibt das BfArM am 6.Oktober 2017.

Entwarnung kann das BfArM derzeit nur in einem Punkt für die bundesweiten Tumorpatienten geben, die Abraxane® zur Behandlung ihres Mamma-, Pankreas- oder nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms erhalten: Bislang lägen keine Hinweise vor, dass das wirkungslose Abraxane® auch auf den deutschen oder europäischen Arzneimittelmarkt gelangt sei.


Celine Müller (cel)
redaktion@daz.online


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