Stiftung Warentest

Medikamente im Test – jetzt mit Ampel

Stuttgart - 09.10.2017, 17:30 Uhr

Jedes zehnte Arzneimittel bei „Medikamente im Test“ findet Stiftung Warentest „wenig geeignet“. (Foto: schraibikus210 / stock.adobe)

Jedes zehnte Arzneimittel bei „Medikamente im Test“ findet Stiftung Warentest „wenig geeignet“. (Foto: schraibikus210 / stock.adobe)


Ein Ampelschema funktioniert denkbar einfach: Rot – stopp! Grün – freie Fahrt! Und gelb – geht. Das hat auch Stiftung Warentest erkannt. Sie nutzt eine solche Ampel in ihrem neuen Buch „Medikamente im Test“, um Patienten die Bewertung von über 9000 Arzneimitteln einfacher zu machen – doch auch Ärzte und Apotheker könnten es nutzen, findet Warentest. Die Medikamentenfibel erscheint am 10. Oktober, Professor Glaeske hat den pharmazeutisch-kritischen Input geliefert.

„Nur weil ein Arzneimittel in Deutschland zugelassen ist, muss es nicht sinnvoll sein“, schreibt Stiftung Warentest. In ihrer Mission als Verbraucherschützer übernimmt Warentest die Einschätzung, welche Arzneimittel etwas taugen und von welchen Patienten besser die Finger lassen sollen, stellvertretend für die Bürger der Bundesrepublik. Das neueste Werk „Medikamente im Test“ erscheint am 10. Oktober 2017. Bereits im Jahr 2000 hatten die Verbraucherschützer diese Bücherserie gestartet, damals noch unter dem Namen „Handbuch der Medikamente“.

Zwei Drittel der Arzneimittel ok

Über 9000 Arzneimittel – rezeptfrei und verschreibungspflichtig – umfasst Warentests Medikamentenfibel mittlerweile. Sie soll Arzneimittelanwendern helfen, wenn es um die Auswahl des richtigen Arzneimittels für bestimmte Beschwerden geht und auch einen raschen Überblick über preislich günstigere Therapie- oder Arzneimittelalternativen schaffen. Professor Gerd Glaeske hat – wie bereits in den Jahren zuvor – den pharmazeutischen Input geliefert. 

Immerhin erachten die Pharma-Experten bei den Verbraucherschützern etwa zwei Drittel aller getesteten Arzneimittel als geeignet und bekommen eine grüne Plakette. Ein Viertel bekommt die gelbe Karte und von zehn Prozent der Arzneimittel rät Stiftung Warentest ab – Ampelfarbe rot un insgesamt „wenig geeignet“. Grundlage für die Bewertung lieferten die zahlreichen Medikamenten-Checks, die Stiftung Warentest seit Jahren pflegt. Dabei wird auf die bestehende Evidenz zurückgegriffen, zudem werden Kombinationspräparate grundsätzlich kritisch beäugt. 

„Medikamente im Test“ für Apotheker

Stiftung Warentest richtet sich mit ihrem Buch vorwiegend an Verbraucher. Doch sie empfehlen „Medikamente im Test“ auch Ärzten und Apothekern. Das Buch könne den Fachkreisen helfen, ihren Patienten Arzneimittel und deren Wirkweise anschaulich und verständlich zu vermitteln, meinen die Verbraucherschützer.


Celine Müller (cel)
redaktion@daz.online


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4 Kommentare

Und immer wieder der Professor aus Bremen.

von Heiko Barz am 10.10.2017 um 11:58 Uhr

Bald wird es dann auch noch ein "Lex Glaeske" geben.
Wir freuen uns!
Diese Bewertungsskalen zeigen doch, wie gefährlich sich der Internethandel mit Arzneimitteln darstellt.
Solange aber Arzneimittel als Handelsware wie Schuhe und Unterhemden vertrieben werden können, sind Bewertungen, wie im Bericht oben, völlig überflüssig.

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Evidenzlevel?

von Thomas Ba am 10.10.2017 um 11:02 Uhr

Mit welchem Evidenzlevel haben wir es hier zu tun?
Mehr als GOBSAT (Good Old Boys Sitting Around the
Table) kann das doch nicht sein...

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Evidenzlevel

von JoHa am 10.10.2017 um 17:31 Uhr

erst informieren, dann krisitieren: https://www.test.de/medikamente/methodik/

Stiftung Warentest

von Frank ebert am 09.10.2017 um 21:49 Uhr

Gottseidank haben wir jetzt einen Leitfaden !

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