Infektionskrankheiten

Lungenpest breitet sich auf Madagaskar aus

Berlin - 04.10.2017, 16:20 Uhr

Auf Madagaskar breitet sich derzeit die Lungenpest aus, öffentliche Gebäude werden desinfiziert. (Foto: dpa)

Auf Madagaskar breitet sich derzeit die Lungenpest aus, öffentliche Gebäude werden desinfiziert. (Foto: dpa)


Immer mehr Menschen infizieren sich auf Madagaskar mit der lebensgefährlichen Lungenpest. Das Risiko einer Verbreitung über die Grenzen des Inselstaates vor Südostafrika sei aber gering, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit. Unter anderem halte sich der Verkehr mit anderen Ländern in Grenzen.

Insgesamt zählte die WHO 131 Pest-Fälle seit August, 24 Menschen seien gestorben. Davon waren 73 Menschen an Lungenpest erkrankt. Zwei Tage zuvor waren es erst 114 Fälle und 21 Tote. Bei der Pest vergiften Bakterien das Blut. Es kann zu Nieren- und Leberversagen kommen. Die Krankheit verläuft oft tödlich. Patienten können aber bei Früherkennung mit Antibiotika behandelt werden.

Unbehandelt verläuft die Pest in 66 bis 93 Prozent aller Fälle tödlich. Eine schnell einsetzende Behandlung mit Antibiotika kann die Sterblichkeit auf 16 Prozent reduzieren. Zum Einsatz kommen Aminoglykoside, Tetracycline oder Fluorchinolone. Eine Impfung ist derzeit nicht empfohlen, da der zur Verfügung stehende Impfstoff nicht besonders effektiv ist. In besonders risikoreichen Situationen kann eine prophylaktische Gabe von Antibiotika erwogen werden.

Der jüngste Ausbruch sei aus zwei Gründen besorgniserregend, so die WHO: Zum einen seien dieses Mal vor allem Hafenstädte mit hoher Bevölkerungsdichte sowie die Hauptstadt Antananarivo mit zwei Millionen Einwohnern betroffen. Zum anderen hätten ungewöhnlich viele Menschen die Lungenpest, nicht die normalerweise verbreitete Beulenpest. Während Beulenpest sich durch den Biss von Ratten oder Mücken ausbreite, steckten sich Lungenpest-Kranke gegenseitig an.

Während in Europa seit über einem halben Jahrhundert keine Pest-Erkrankung mehr aufgetreten ist, werden pro Jahr immer noch einige hundert Fälle weltweit registriert, die meisten davon in Afrika. 2015 waren allerdings auch in den USA einige Menschen erkrankt.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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