Privatjet-Affäre

US-Gesundheitsminister Price tritt zurück

Berlin - 02.10.2017, 07:00 Uhr

Aus für US-Gesundheitsminister: Tom Price hat seinen Job wegen einer Privatjet-Affäre aufgegeben. (Foto: dpa)

Aus für US-Gesundheitsminister: Tom Price hat seinen Job wegen einer Privatjet-Affäre aufgegeben. (Foto: dpa)


Donald Trump verliert nach seinem Sicherheitsberater, dem Pressesprecher und seinem Stabschef nun auch seinen Gesundheitsminister: Tom Price stolpert über teure Flüge mit Privatjets. Das könnte auch Folgen auf die Gesundheitspolitik des US-Präsidenten haben.

US-Gesundheitsminister Tom Price gibt sein Amt auf. Präsident Donald Trump habe das Angebot von Price, das Amt niederzulegen, akzeptiert, teilte das Weiße Haus am Freitag mit. „Ich bin enttäuscht von ihm“, sagte Trump selbst. Price war in Ungnade gefallen, nachdem er teure Dienstreisen mit Privatjets auf Kosten der Steuerzahler unternommen hatte. Trump hatte das Verhalten seines Gesundheitsministers in den vergangenen Tagen öffentlich kritisiert.

Die Opposition hofft nun auch auf eine Wende in der Gesundheitspolitik. Der demokratische Senats-Fraktionschef Charles Schumer sagte, er hoffe auf den nächsten Gesundheitsminister. Price gilt als Kritiker der von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführten Gesundheitsversorgung (Obamacare). „Die Mission des neuen Ministers sollte sein, den Amerikanern Gesundheitsvorsorge zu geben, nicht, sie ihnen wegzunehmen“, sagte Schumer am Freitag.

Price ist der erste Minister aus dem Kabinett Trump, der sich aus der Regierung verabschiedet. Zuvor hatte Heimatschutzminister John Kelly seinen Posten geräumt, war aber als Stabschef Trumps ins Weiße Haus aufgerückt. Der wegen unerlaubter Russland-Kontakte in Ungnade gefallene Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn war Teil des Kabinetts, aber nicht im Ministerrang. Zudem hatte Trump mit Stabschef Reince Priebus und Sprecher Sean Spicer prominente Persönlichkeiten aus seinem Umfeld verloren.

Price hatte tags zuvor noch versucht, seinen Posten zu retten und angekündigt, er wolle die Kosten für seinen Teil der Flüge aus eigener Tasche erstatten. „Die Steuerzahler werden keinen Groschen für meinen Sitzplatz in diesen Flugzeugen zahlen“, hatte er erklärt. Er hatte zudem beteuert, künftig auf Dienstreisen in Privatjets zu verzichten.



dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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