Wie war das noch?

Erkältungsbasics – gut zu wissen!

01.10.2017, 07:30 Uhr

(Foto: ladysuzi / stock.adobe.com)

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Erkältungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Statistisch betrachtet hat ein 75-jähriger Mensch im Schnitt 200 Erkältungsepisoden hinter sich. Hierzulande erkrankt jeder Erwachsene etwa zwei- bis viermal pro Jahr an einer Erkältung. Grund genug, das Basiswissen aufzufrischen. So lassen sich harmlose Beschwerden von ernsthaften Fällen unterscheiden.

Erkältungen werden in erster Linie von Viren ausgelöst. Mehr als 200 Virentypen, die für eine Erkältung infrage kommen können, sind mittlerweile identifiziert. Die weitaus größte Bedeutung haben Rhinoviren. Daneben zählen Corona-, Parainfluenza-, Respiratory-syncytial-, Adeno- und Rheoviren zu den sogenannten Erkältungsviren. Bakterien als Auslöser sind selten. Sie schleichen sich aber gerne ein, wenn die Viren erst einmal die Abwehrkräfte geschwächt haben, und besiedeln dann die Schleimhäute. 

Der Übertragungsweg

Erkältungsviren befallen primär die Nasen-Rachen-Schleimhäute. Infizierte Personen verbreiten die Erreger beim Sprechen, Niesen und Husten über feinste Tröpfchen aus Nasensekret und Atemluft (Tröpfcheninfektion). Auf glatten Oberflächen wie Stahl, Plastik, Glas oder Porzellan bleiben sie zudem bis zu acht Stunden infektiös. Über die Hände aufgenommen, gelangen sie bei Berührung von Nase, Mund oder Augen auf die Schleimhaut und so in den Körper. In 70 Prozent der Fälle erfolgt die Ansteckung über das Berühren kontaminierter Oberflächen (Schmierinfektion). Die Inkubationszeit beträgt etwa 48 bis 72 Stunden. Allerdings erkrankt nicht jede infizierte Person. Ob Symptome auftreten hängt davon ab, wie viele Keime eindringen, wie aggressiv sie sind und wie es um die körpereigenen Abwehrkräfte steht.

Tipps gegen Ansteckung

Erkältungsviren sind sehr wandelbar und äußerst effizient, was ihre Verbreitung und ihr Infektionspotenzial betrifft. Um das Risiko einer Ansteckung bei Erkältungsgefahr zu verringern, empfiehlt es sich,

  • in die Armbeuge zu husten oder zu niesen – nicht in die Hände, oder
  • Mund und Nase beim Husten und Niesen mit einem Papiertaschentuch zu bedecken, das sofort entsorgt wird,
  • auf Händeschütteln, enge Umarmungen und Küssen zu verzichten,
  • die Hände häufig mit Seife unter fließendem Wasser zu waschen und gut abzutrocknen,
  • bei erkrankten Personen im Haushalt Flächen mit hohem Berührungspotenzial (z.B. Lichtschalter, Türgriffe) zu desinfizieren,
  • ein geeignetes Hand-Desinfektionsmittel für unterwegs mitzunehmen.

Entzündung als Abwehrreaktion

Erste Verteidigungslinie ist die Schleimhaut des Nasen-Rachenraums. Schleim bindet viele Erreger, bis er verschluckt wird. Teil der Abwehr ist weiterhin die Entzündungsreaktion. Das Immunsystem entsendet Abwehrzellen und setzt Prostaglandine, Zytokine und Bradykinin frei. Dabei kommt es zu lokalen Entzündungen, die der Erkältungspatient in Form verschiedener Erkältungssymptome zu spüren bekommt: Der Rachen ist rot, die Nase läuft und die Augen tränen. Außerdem steigt die Körpertemperatur auf einen für die Abwehrzellen optimalen Wert. Die Erkältungssymptome sind also ein lästiges Nebenprodukt der sinnvollen körpereigenen Abwehrreaktionen.

Typische Beschwerden

Zu den typischen Beschwerden zählen Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Diese können nacheinander auftreten, meist überlappen sie sich jedoch. Im Schnitt leidet ein Erkältungspatient unter zwei bis drei Erkältungssymptomen gleichzeitig. Oft kündigt sich eine Erkältung mit Halskratzen und Halsschmerzen an. Niesen und Naselaufen zählen ebenfalls zu den eher frühen Symptomen. Im weiteren Verlauf der Erkältung kommt der Husten hinzu: anfangs meist trocken, später verschleimt. Fieber ist bei Erwachsenen eher selten, meist ist die Temperatur nur leicht erhöht. Kopf- und Gliederschmerzen bestehen bei einer leichten Erkältung kaum. Nach etwa sieben bis neun Tagen hat das Immunsystem die Viren meist im Griff, und die Symptome flauen ab.

Grippe oder grippaler Infekt?

„Ich habe eine Grippe“: Das hört man in der Apotheke häufiger. Gemeint ist dabei meist eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt. Zwischen Erkältungen und einer echten Grippe gibt es aber klare Unterschiede. Die Grippe (Influenza) wird von Influenza-Viren ausgelöst. Die typischen Symptome treten schneller auf als bei einer Erkältung und sind deutlich schwerwiegender. Bereits wenige Stunden nach der Inkubation mit Influenzaviren steigt die Körpertemperatur auf bis zu 40 ºC an, und es können weitere Beschwerden hinzukommen. Häufig dauert es Wochen, bis die Betroffenen wieder vollständig fit sind und nicht selten treten Komplikationen auf. Daher gehört ein Grippepatient unbedingt in ärztliche Behandlung. 

Steckbrief Erkältung

Erkältung ist nicht gleich Erkältung. Dennoch gibt es einige Zahlen und Fakten, die die typische Erkältung kennzeichnen: 

  • Überträger: In rund 40 Prozent der Fälle Rhinoviren, verschiedene andere Viren, selten Bakterien
  • Übertragungsweg: Tröpfchen- oder Schmierinfektion
  • Inkubationszeit: 48 bis 72 Stunden
  • Dauer: 7 bis 9 Tage
  • Symptome: Nasensymptome wie Niesen, Kribbeln, laufende oder verstopfte Nase (80 Prozent), Husten (ca. 60 Prozent), Schmerzsymptome wie Hals- und Kopfschmerzen (ca. 60 Prozent). Häufig treten mehrere Symptome gleichzeitig auf. Erwachsene Erkältungspatienten haben meist nur eine leicht erhöhte Temperatur. Bei Kindern ist Fieber dagegen ein häufiges Erkältungssymptom.

Wann zum Arzt? 

Erkältungen können oftmals im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden. In einigen Fällen ist aber ein Arztbesuch anzuraten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Kunde über einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber über 39 ºC, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie über ein starkes Krankheitsgefühl klagt (Verdacht auf Influenza). Auch bei hohem, anhaltendem Fieber, Fieberkrämpfen, Ohrenschmerzen, bei schmerzhaftem Husten mit verfärbtem Auswurf sowie Atembeschwerden sind die Grenzen der Selbstmedikation überschritten. Gleiches gilt, wenn die Erkältungssymptome unbehandelt bereits länger als zehn Tage andauern oder sie unter OTC-Behandlung nicht innerhalb einer Woche besser werden bzw. sich verschlimmern. Die kleinsten Patienten in der Apotheke, also die Säuglinge, sollten übrigens immer einem (Kinder-)Arzt vorgestellt werden. 

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Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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