Scholz-Datenbank

Was tun bei Interaktionen?

29.09.2017, 15:00 Uhr

(Foto: miamariam / stock.adobe.com)

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Wer in der Apotheke einen Interaktions-Check durchführt und Wechselwirkungen entdeckt, muss schnell entscheiden, ob diese relevant sind und wenn ja, wie gehandelt werden muss. Die Scholz-Datenbank bietet jetzt mit einer neuen Wechselwirkungsklassifizierung diese Entscheidungshilfe.

Im Rahmen der Expopharm wurden wichtige neue Tools der Scholz-Datenbank präsentiert, die wertvolle Hilfestellungen bei der Medikationsanalyse und der Erstellung des Medikationsplans bieten: neue Wechselwirkungsklassen und Dosierungsschemata. Mit den neuen Wechselwirkungs-Klassen wird die Systematik der Bewertung von Wechselwirkungen erweitert. Die bewährte duale Differenzierung der Wechselwirkungen hinsichtlich Schweregrad und Häufigkeit ist durch eine entscheidungsorientierte Einstufung im Sinne einer "triple classification of drug interactions" ergänzt worden.

Die neue Klassifizierung gibt klare, generelle Handlungsempfehlungen, die dem Anwender Maßnahmen für die jeweilige Interaktion vorschlagen. Ist die Kombination kontraindiziert, wird mit den Stichworten „Kontraindikation, Substitution" hingewiesen. Durch die Einblendung dieses Textes in roter Farbe werden schwerwiegende Wechselwirkungen noch schneller erkannt. Es wird auch konkret darauf hingewiesen, ob von vornherein bei der Kombination zweier Arzneimittel eine Dosisanpassung notwendig ist oder ob nur gegebenenfalls eine Dosisanpassung nach Monitoring der kombinierten Therapie durchgeführt werden sollte.

In einer weiteren Kategorie wird konkret auf eine "Dosiszeitplan-Anpassung" hingewiesen, es sollte also ein Einnahmeabstand zwischen den betroffenen Medikamenten eingehalten werden. Insgesamt wurden die Wechselwirkungs-Klassen für alle beschriebenen Wechselwirkungen der Scholz-Datenbank zugeordnet. Die folgende Medikation illustriert im beispielhaften Bildschirm die differenzierte Darstellung der neuen Wechselwirkungs-Klassen.

Neue Dosierungsschemata erleichtern Dosierungskontrolle

Die neuen Dosierungsschemata zeigen für ein Arzneimittel die gebräuchlichen Dosierungen mit den üblichen Einnahmehinweisen in dem "0-0-0-0"-Format, wie es der Medikationsplan verlangt. Dieses Tool übernimmt direkt zwei wichtige Funktionen: Zum einen ist es hiermit möglich, in Sekundenschnelle die richtige Dosierung inklusive den passenden Einnahmehinweis zuzuordnen, zum anderen wird hier eine direkte Kontrolle der vom Arzt verordneten oder vom Patienten angegebenen Dosierung ermöglicht. In folgendem Bildschirm sehen Sie zum Beispiel die gebräuchlichen Dosierungsschemata für ein Simvastatin-10mg-Präparat mit dem entsprechenden Einnahmehinweis. 


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