Walgreens Boots Alliance/Phoenix

Steht Europa der Mega-Apotheken-Deal bevor?

Berlin - 29.09.2017, 07:00 Uhr

Kommt es zwischen Walgreens Boots Alliance und Phoenix bald zu einem europaweiten Tauschgeschäft? (Foto: Phagro)

Kommt es zwischen Walgreens Boots Alliance und Phoenix bald zu einem europaweiten Tauschgeschäft? (Foto: Phagro)


Zwei der weltweit größten Pharmahandelskonzerne könnten sich bald zusammenschließen: Nach Informationen von DAZ.online basteln Walgreens Boots Alliance (WBA) und der Mannheimer Konzern Phoenix seit Monaten an einem Tauschgeschäft. Im Kern geht es darum, dass WBA die Phoenix-Apothekenketten weiterführt und Phoenix den WBA-Großhandel übernimmt.

Nicht nur im Versandapotheken-Markt stehen die Zeichen derzeit auf Konsolidierung: Gemeinsamen Recherchen von DAZ.online und dem italienischen Apotheker-Nachrichtenportal „Pharmacy Scanner“ zufolge verhandeln zwei der weltweit größten Apothekenkonzerne eine mögliche Kooperation. Schon seit Monaten kursieren Gerüchte darüber, dass WBA-Chef Stefano Pessina den nächsten Coup plant, diesmal in ganz Europa. Und wie es aussieht, hat sich Pessina dafür den deutschen Pharmahandelskonzern Phoenix ausgesucht.

Die Verhandlungen sollen den Recherchen zufolge schon im ersten Quartal 2017 begonnen haben. Damals sollen sogar Vertreter der „großen Drei“ an einem Tisch gesessen haben, also von Phoenix, Celesio/McKesson und WBA. Aber welchen Sinn sollten solche Verhandlungen haben? Dem Vernehmen nach beschwert sich insbesondere Pessina darüber, dass die Konkurrenzsituation den Markt zu starr mache, dass der Markt so aufgeteilt sei, dass keinerlei Bewegung möglich sei. Doch McKesson soll die Runde schon im April wieder verlassen haben, seitdem sprechen Pessina und Phoenix miteinander.

Phoenix: Großhandel, WBA: Kette

Und darum geht es: In allen europäischen Ländern, in denen beide Konzerne tätig sind, soll ein simpler Tausch stattfinden. Phoenix übernimmt das WBA-Großhandelsgeschäft, der Konzern von Stefano Pessina führt die Apothekenketten weiter. Den Recherchen von DAZ.online und Pharmacy Scanner zufolge stehen dafür zwei Geschäftsmodelle zur Debatte: Entweder ein Joint Venture, bei dem beide Unternehmen die Kooperation vertraglich vereinbaren, aber weiterhin unabhängig voneinander bestehen blieben. Oder ein sogenanntes Swap-Geschäft, bei dem die beiden Sparten der Konzerne erst bewertet und dann gegeneinander ausgetauscht würden.

Dabei soll es um die folgenden Länder gehen: Deutschland, Italien, Norwegen, Schweden, Vereinigtes Königreich, Niederlande und Belgien. Die Phoenix würde etwa 2000 Apotheken in den Deal miteinbringen, bestehend unter anderem aus den Ketten in Norwegen (Apotek 1), Benu (Niederlande und Belgien) und Rowlands (UK). Dazu gehören auch die Kommunalapotheken der Phoenix-Tochter Comifar in Italien. Die WBA-Großhandelssparte Alliance Healthcare wiederum würde etwa 280 Großhandelszentren beisteuern.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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