Pharmakonzerne

Stada-Spitze formiert sich neu

Berlin - 28.09.2017, 09:20 Uhr

Neue Chefetage: Der Pharmakonzern Stada hat einen neuen Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium hat Claudia Albrecht zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. (Foto: dpa)

Neue Chefetage: Der Pharmakonzern Stada hat einen neuen Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium hat Claudia Albrecht zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. (Foto: dpa)


Der Pharmakonzern Stada hat nach Querelen in den vergangenen Wochen einen neuen Aufsichtsratschef. Zum neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums wurde Günter von Au gewählt, wie Stada am Mittwoch mitteilte. Das neue Kontrollgremium hat als eine seiner ersten Amtstaten Claudia Albrecht zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Der Generikahersteller Stada hat unruhige Wochen hinter sich: Nach der Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven hatten mehrere Aufsichtsratsmitglieder ihre Posten niedergelegt, darunter der Vorsitzende des Gremiums, Carl Ferdinand Oetker. Der neunköpfige Aufsichtsrat von Stada hat nun fünf neue Mitglieder. Der neue Vorsitzende von Au war früher bei Wacker Chemie tätig und von 2004 bis 2012 Vorstandschef der Süd-Chemie AG. Die weiteren Aufsichtsratsmitglieder sind Jan-Nicolas Garbe, Benjamin Kunstler, Bruno Schick und Dr. Michael Siefke.

Erst Anfang September hatte der Pharmakonzern einen Wechsel auf dem Posten des Vorstandschefs bekanntgegeben - der vierte innerhalb gut eines Jahres. Wie die neuen Eigner Bain und Cinven mitgeteilt hatten, löst Claudio Albrecht Übergangschef Engelbert Willink vorzeitig ab. Albrecht war früher Chef des Pharmakonzerns Actavis. Der neu bestellte Aufsichtsrat ernannte Albrecht nun auch offiziell zum neuen Vorstandsvorsitzenden.

Stada ist in turbulenten Zeiten. Der frühere Chefaufseher Oetker hatte bei der Hauptversammlung Ende August schwere Vorwürfe gegen die Ex-Vorstandschefs Hartmut Retzlaff und Matthias Wiedenfels sowie den früheren Finanzvorstand Helmut Kraft erhoben. Damals hieß es, es gebe „belastbare Erkenntnisse für schwerwiegende Pflichtverletzungen“, etwa bei Rechtsvorschriften im Asien-Geschäft und beim Abschluss von Beraterverträgen ohne erkennbare Gegenleistungen.

Zuletzt hieß es, der Aufsichtsrat habe bisher keine Belege für Verfehlungen der früheren Konzernspitze gefunden. Die Untersuchungen sollten aber fortgeführt werden.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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