Fragen an Frau Strack-Zimmermann, FDP

„Die FDP wird immer die Heimat der Freiberufler sein“

Berlin - 28.09.2017, 12:30 Uhr

Dass Strack-Zimmermann mit ihrer Gesundheitsexpertise das Thema Gesundheit verhandelt, ist mehr als wahrscheinlich. (Foto: FDP)

Dass Strack-Zimmermann mit ihrer Gesundheitsexpertise das Thema Gesundheit verhandelt, ist mehr als wahrscheinlich. (Foto: FDP)


Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist vor wenigen Tagen mit der FDP in den Bundestag eingezogen. Sie ist Stellvertreterin von Parteichef Christian Lindner und in der Partei für die Gesundheitspolitik zuständig und somit eine Kandidatin für eine gesundheitspolitische Spitzenposition bei den Liberalen. DAZ und DAZ.online haben Strack-Zimmermann gefragt, wie sie sich den Apothekenmarkt vorstellt und was sie gerne verändern würde.

Für Apotheker ist Marie-Agnes Strack-Zimmermann längst keine Unbekannte mehr. Die FDP-Politikerin aus Düsseldorf kommentierte zuletzt den Beschluss des FDP-Parteitages zur Aufhebung des Fremdbesitzverbotes. Wenige Tage nach dem Beschluss relativierte Strack-Zimmermann im Interview mit DAZ.online, dass die FDP keine Apothekenketten wolle. An vorderster Front der Liberalen ist nun auch Strack-Zimmermann in den Bundestag eingezogen. Sie spielt eine wichtige Rolle in der FDP – nicht zuletzt, weil sie für die Liberalen das stärkste Zweitstimmenergebnis (19,7 Prozent) in ganz Deutschland einholte. 


Die Einhaltung des Jugendschutzes ist eine maßgebliche Voraussetzung für Freigabe von Cannabis. Bei den Apotheken wäre das gewährleistet.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP


Etwas unerwartet steht die FDP als Neuling im Parlament nun direkt vor Sondierungsgesprächen mit Union und Grünen. Dass Strack-Zimmermann mit ihrer Gesundheitsexpertise das Thema Gesundheit verhandelt, ist mehr als wahrscheinlich. Und vielleicht geht es ja dann sogar noch höher hinaus für die Liberalen: Denn sollte die FDP das Bundesgesundheitsministerium zugelost bekommen, wäre Strack-Zimmermann auch eine Kandidatin für das Ministerium.

DAZ.online: Frau Strack-Zimmermann, wenn Sie an eine Apotheke denken – welches Bild erscheint vor Ihrem inneren Auge? Haben Sie Kindheitserinnerungen an die Apotheke?

Strack-Zimmermann: Kaum. Apotheken waren für mich mit meinen Großeltern und später mit den Eltern verbunden. Dort ging man hin, wenn man krank war und Medizin benötigte. Und die schmeckte meistens bitter. Erst als ich älter wurde, fing ich an die Apotheke zu schätzen, als Studentin kaufte ich dort mit Leidenschaft Lakritz.

DAZ.online: Haben Sie eine „Stamm-Apotheke“, in die Sie regelmäßig oder besonders gerne gehen? Wenn ja, was macht diese so besonders? Wenn nein, warum nicht?

Strack-Zimmermann: Ich wohne mitten in Düsseldorf und bin gewissermaßen „umzingelt“ von Apotheken. Für mich ist die Öffnungszeit von Relevanz, die Lage, wo ich mich im Moment des Bedarfes befinde und das Wissen, dass die Apotheke viele Medikamente vorhält, damit ich bei Bedarf alles direkt bekomme. Und am liebsten nicht noch einmal dorthin muss.

DAZ.online: Was erwarten Sie von einem guten Apotheker? Mit welchen Erwartungen gehen Sie persönlich in eine Apotheke?

Strack-Zimmermann: Dass die Apotheke ein breites Angebot hat und mich auf Nachfrage fachkundig berät.

DAZ.online: Haben Sie schon einmal Arzneimittel im Versand bestellt? Wie waren Ihre Erfahrungen? Wenn nein, warum nicht?

Strack-Zimmermann: Da ich wie gesagt mitten in der Stadt wohne und sich in meinem Umkreis viele Apotheken befinden, kam das für mich bisher nicht in Frage. Ich bin ein Fan des Einzelhandels.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

Ja was denn nun Frau Strack-Zimmermann??

von Uwe Hansmann am 29.09.2017 um 13:27 Uhr

Zitat Seite 2:
"Strack-Zimmermann: Das meine ich mit „auf Augenhöhe“. Es geht nicht, dass ausländische Versender etwas ermöglicht wird, was der niedergelassenen Apotheke verwehrt bleibt. Da sind auch die Krankenkassen in der Pflicht, schließlich werden verschreibungspflichtige Medikamente von der Solidargemeinschaft beglichen."

Wir niedergelassenen, deutschen Apotheken wollen das nicht! Wann begreifen Sie es endlich.

Insofern ist Ihre Interpretation völlig falsch.

Es müßte gegenteilig formuliert sein:

Es kann nicht sein, daß ausländische Versandapotheken sich über deutsche Gesetzgebung mit dem Hinweis auf Europa hinwegsetzen und sich dem Markt auf Augenhöhe mit Gleichpreisigkeit und reichlich Allgemeinwohlpflichten entziehen resp. diesen konterkarieren!!


Zitat Seite 3:
"Strack-Zimmermann: Um die medizinische und qualitative Versorgung in Zukunft zu sichern, hat sich die Preisbindung bewährt. Und daran sollten wir zwingend fest halten. Es muss ausgeschlossen sein, dass der Patient für ein und dasselbe Medikament in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Preise zahlen muss."

Genau das ist es Frau Strack-Zimmermann!

Im Übrigen widersprechen Sie sich damit in diesem Interview selbst.

Ich habe den Eindruck, Ihnen ist die Tragweite Ihrer Entscheidungen resp. Äußerungen nicht in voller Ausprägung gegenwärtig. Erschreckend!

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Kapierens einfach nicht - FDP

von Ratatosk am 28.09.2017 um 18:50 Uhr

Die Dame ist wohl kein eingeschworene Feindin der Apotheken, aber das mit der Augenhöhe - zum einen Konkurrenten mit Milliardenumsätzen und zum anderen die fehlende Steuergleichheit mit internationalen Firmen und die Lasten , die gerne an den Apotheken bleiben dürfen, kapieren die FDP ler wohl nicht mehr, da mehr als primitives Angebots-Nachfrage Modell, die sog. wirtschaftliche Kompetenz überfordert. Freiberufler sind hier nur als Stimmengeber noch geduldet.

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Augenhöhe

von Anita Peter am 28.09.2017 um 12:46 Uhr

Was genau meint sie mit Augenhöhe? Nur noch freilwillig NN, kein Kontrahierungszwang mehr, keine defizitären Aufgaben mehr, ungebrenzt Risikokapital vom deutschen Staat um Marktanteile zu gewinnen?

Und der Knüller ist natürlich, das EUGH Urteil zu begrüßen und das diesen Satz von sich zu geben:
"Um die medizinische und qualitative Versorgung in Zukunft zu sichern, hat sich die Preisbindung bewährt. Und daran sollten wir zwingend fest halten"

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