Hexal

Amlodipin/Valsartan-Generikum identisch zum Original

Stuttgart - 19.09.2017, 09:25 Uhr

Novartis-Tochter Hexal, hier die Zentrale bei München, hat ihre fixe Kombination aus Valsartan und Amlodipin gelauncht. (Foto: Hexal)

Novartis-Tochter Hexal, hier die Zentrale bei München, hat ihre fixe Kombination aus Valsartan und Amlodipin gelauncht. (Foto: Hexal)


Generika zu Exforge®, also der fixen Kombination aus Valsartan und Amlodipin, gibt es bereits seit Anfang des Jahres von den Teva-Töchtern Ratiopharm und Abz. Nun hat Original-Hersteller Novartis vor Kurzem ein eigenes Generikum auf den Markt gebracht – Amlodipin Hexal plus Valsartan ist seit Mitte August zu haben. 

Die neue Fixkombination – Amlodipin Hexal®plus Valsartan – sei identisch zum Original Exforge®. So preist Hexal seine neue Antihypertensiva-Fixkombination an. Die Umstellung der Patienten bereite keine Probleme mehr. Hersteller des Originals ist Hexals Mutterkonzern Novartis, der damit selbst ein Generikum auf den Markt bringt. Wie das Original ist es in drei Wirkstärken zu haben: 5 mg Amlodipin plus 80 mg Valsartan, 5 mg Amlodipin plus 160 mg Valsartan sowie 10 mg Amlodipin plus 160 mg Valsartan. Die Strategie, dem eigenen Altoriginal Konkurrenz zu machen und den Nachahmer als „identisch“ zu bewerben, hat man im Haus Novartis bereits beim Patentablauf von Valsartan verfolgt. Das Hexal-Präparat wurde damals auch als identisch zu Diovan®, dem Original Valsartan, angepriesen, die Tabletten sahen genauso aus. In der Kommunikation mit den Patienten, denen man den Austausch erklären muss, könnte gewohnte Optik der Tabletten gegenüber der generischen Konkurrenz ein Vorteil sein. Und auch andere Firmen verfahren auf diese Weise. So brachte beispielsweise Viagra®-Hersteller Pfizer ein Generikum seines früheren Blockbusters heraus – Sildenafil Pfizer. 

Viele Rabattverträge über Exforge®

Das Hexal-Präparat kostet laut Listenpreis exakt genauso viel wie andere Generika. Und damit je nach Stärke etwa 23 bis 25 Euro weniger als das Original. Allerdings besteht derzeit für viele Patienten keinerlei Notwendigkeit, das Original gegen ein Generikum zu ersetzen. Denn eine ganze Reihe von Kassen haben laufende Rabattverträge, zum Beispiel die AOK Bayern, die AOK Nordost, die AOK Sachsen-Anhalt, die Techniker Krankenkasse, die DAK Gesundheit, die Knappschaft sowie zahlreiche BBKs und IKKs.

Zwar gibt es das Hexal-Präparat im Gegensatz zum Original auch in der Größe N2, also 58 Stück, Exforge® hingegen nur in N1 und N3. Das sind 28 bzw. 98 Stück. Allerdings ist N2 bei Antihypertensiva, die ja eigentlich immer eine Dauertherapie darstellen, eine selten verordnete Größe, da zur Einstellung N1 und später N3 verordnet wird. Vermutlich ist das auch der Grund, warum diese Größe beim Original nicht existiert. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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