Awinta auf der Expopharm

Prokas, Jump, Asys und Co. werden endlich „One“

Düsseldorf - 18.09.2017, 07:00 Uhr

Awinta war mit einem großen Stand auf der Expopharm in Düsseldorf vertreten. (Foto: DAZ / Schelbert)

Awinta war mit einem großen Stand auf der Expopharm in Düsseldorf vertreten. (Foto: DAZ / Schelbert)


Es ist soweit! Softwarehersteller Awinta hat mit der Umstellung seiner verschiedenen Systeme auf ein einheitliches begonnen – AwintaOne. Asys macht den Anfang, die anderen Systeme folgen. Damit die Umstellung nicht so schwer fällt, kann man die Oberfläche so aussehen lassen wie bisher. Awinta stellte das System auf der Expopharm in Düsseldorf vor.

Laut Awinta sind bereits zehn Apotheken auf das neue Softwaresystem „AwintaOne“ umgestellt. In One, das bereits seit Langem angekündigt wird, sollen die verschiedenen Systeme, die Awinta derzeit vertreibt, zusammengeführt werden. Neukunden sollen, so heißt es zumindest derzeit, alle mit AwintaOne einsteigen. Die Bestandskunden werden sukzessive umgestellt. Zuerst Asys, dann Pharmasoft, Jump und Infopharm und zuletzt Prokas, weil es die komplexeste Warenwirtschaft ist. Theoretisch ist die Umstellung freiwillig. Im kürzlich erschienenen DAZ-Interview wurde auch mehrfach betont, dass die Klassik-Linien auch in der Umstellungsphase weiter gepflegt und entwickelt würden. Auf Nachfrage hieß es jedoch jetzt auf der Expopharm: Sobald diese Phase abgeschlossen ist, werde der Support für das jeweilige System eingestellt.

Neues System in gewohnter Optik

Allerdings gibt es die Möglichkeit, die Oberfläche immer noch so aussehen zu lassen wie im alten System. Bei Umstellung kann gewählt werden, ob man auf der nativen One-Oberfläche arbeiten möchte, die sehr reduziert und in Grautönen daherkommt, oder ob alles so aussehen soll wie bisher – Klassik-Layouts nennt Awinta das. Das soll einen sanften Übergang schaffen, so Awinta. Die Mitarbeiter merkten gar nichts von einer neuen Technologie. Die Prozesse blieben gleich.

Und das kann nicht nur jede Apotheke individuell entscheiden, sondern jeder einzelne Nutzer kann festlegen, wie sein Profil aussehen soll. Sollte man sich dann doch im Laufe der Zeit entscheiden, auf die One-Oberfläche zu wechseln, geht das natürlich auch. Awinta erhofft sich dadurch langfristig auch eine Harmonisierung der Oberflächen – auf der technischen Seite wird dies mit One jetzt in Angriff genommen.

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Split-Screen und Avatar-Funktion

Ein weiteres Feature ist der sogenannte Split-Screen. Man ruft die Fachinfo ab, um pharmazeutische Infos zu sehen, aber der Kunde will gleichzeitig wissen, was es für Packungsgrößen oder Stärken gibt und was diese kosten. Kennen wohl die meisten diese Situation. Das soll der Split-Screen lösen. Mit ihm lassen sich zwei Fenster nebeneinander anzeigen. Hin- und herspringen entfällt damit. Awinta hatte dies bereits vergangenes Jahr auf der Messe vorgestellt.

Und auch Verknüpfungen mit mobilen Geräten dürfen in einer Warenwirtschaft, die vom Hersteller als das „modernste Warenwirtschaftssystem“ angepriesen wird, nicht fehlen. Packlisten, wie sie bereits in vielen Systemen zum Ausdrucken Standard sind, lassen sich bei AwintaOne aufs Smart-Phone schieben – die sogenannte Pick-List. Vermutlich müssen dabei aber wohl noch vor allem private Geräte zum Einsatz kommen. Denn Apothekenteams, die standardmäßig mit Smart-Phones ausgestattet sind, sind eher noch sehr dünn gesät. Und auch Tablets, wie man sie für eine weitere Funktion, die Avatar-Funktion, benötigt, sind längst nicht überall vorhanden. Mit der Avatar-Funktion lassen sich Vorgänge von der Kasse mit auf ein Tablet und so zum Beispiel mit in die Beratungsecke nehmen. Oder auch, wenn man dem Kunden etwas zeigen möchte, ein Video oder die Optik einer Packung, könnte das hilfreich sein – allerdings eben nur, wenn die notwendige Hardware vorhanden ist. Da die komplette Umstellung auf AwintaOne aber noch eine Weile dauern wird, tut sich ja vielleicht diesbezüglich noch etwas.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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