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Das war der zweite Tag auf der Expopharm

Düsseldorf - 14.09.2017, 08:08 Uhr

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Der zweite Tag in Düsseldorf nähert sich dem Ende. Beim DAT standen heute wichtige Themen wie Lieferengpässe, das Rx-Versandverbot, Erste-Hilfe-Kurse im PJ oder Impfen in Apotheken an. Und: Der Landesapothekerverband hat seine digitale Rezeptsammelstelle enthüllt.

Live

Sortierung chronologisch

17:27

Apotheker und Ärzte sollen im PJ enger zusammenarbeiten 

Interprofessionalisierung in der Ausbildung von Medizinern und Pharmazeuten – die Apothekerkammer Niedersachsen folgt hier einem Antrag der Pharmaziestudierenden. Ob der pharmazeutische Nachwuchs hier mehr Erfolg hat als heute früh bei seinem Antrag zur obligatorischen Erste-Hilfe-Ausbildung während des PJs? Dieser wurde nämlich zurückgezogen. Niederschwellig und freiwillig sollten Kammern Angebote zur Verbesserung der Interprofessionalität entwickeln, findet die Apothekerkammer Niedersachsen. Es sei ihre Pflicht, den Nachwuchs hier gut auszubilden. Konkret sollten Aktionen zu einer stärkeren interdisziplinären Zusammenarbeit beispielsweise die „heilberufsübergreifende Erörterung von Fallbeispielen aus dem Bereich der Polymedikation“ sein. Bayern und Niedersachsen gingen hier mit gutem Beispiel voran. Wie findet die Hauptversammlung der Apotheker diese Idee? Mehr Interprofessionalisierung – „der Antrag ist mit überwältigender Mehrheit angenommen“, erklärt Becker. Hier also ein Erfolg für den Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD).

17:12

Antibiotische Trockensäfte: Wie gelingt die Zubereitung fehlerfrei?

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Celine Müller

Nach dem großen Thema Europa, geht es nun bei den Anträgen um die kleinsten Patienten: Wie bereite ich einen antibiotischen Trockensaft korrekt zu? Kaltes Wasser oder warmes Wasser, auffüllen bis zur Markierung – aber welche Markierung? Meinen die pharmazeutischen Unternehmer damit die Glasrille der Flasche oder doch den Strich auf dem Etikett? Sind Apotheker nach zig Zubereitungen mit Erythromycin, Amoxicillin und Cefuroxim meist routiniert, sieht die Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern das Verständnis zur fehlerfreien Herstellung antibiotischer Suspensionen bei Eltern nicht ohne Weiteres gewährleistet. Zumal der Umstand eines erkrankten Kindes, die Eltern häufig zusätzlich stresse, was die Gefahr einer fehlerhaften Zubereitung des Arzneimittels zusätzlich verschärfe. Pharmazeutische Hersteller sollen hier präziser werden, findet die Apothekerkammer Mecklenburg Vorpommern, um Fehldosierungen und Über- und Unterdosierungen zu verhindern. Die Zubereitungshilfen für antibiotische Trockensäfte sollen „eindeutig und unmissverständlich“ sein. Das soll erreicht werden, dass nur eine Volumenangabe für die Zubereitung beigelegt wird und zusätzlich eine Kontrollfunktion  - wie ein eingravierter Ring – die korrekt durchgeführte Herstellung geprüft werden kann. Sehen andere Apotheker hier auch ein Problem? Ja – allerdings ein grundverschiedenes. So wenden Apotheker aus dem Auditorium ein, dass hierdurch doch nur die Herstellanweisungen für die Versandapotheken „aufgehübscht“ würden. Besser sei es, wenn Apotheker die korrekte Zubereitung der antibiotischen Suspensionen in der Apotheke vor Ort herstellten – und hierfür entlohnt würden. Wie stimmen die Apotheker über den Antrag ab? Die Meinungen sind offensichtlich zwiegespalten, Becker lässt die Stimmzettel auszählen, das Ergebnis: Abgelehnt.

16:22

Neue Krankheitsbilder

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Julia Borsch

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Männerhusten: ein typisches Symptom der Männergrippe. Männerschnupfen, Männerhalsschmerzen und Männerfieber gibt es natürlich auch. OTC-Hersteller Klosterfrau hat seine erfolgreiche Männergrippe-Kampagne noch ausgeweitet. Es ist mittlerweile die weltweit erfolgreichste Social-Media-Kampagne im Pharmabereich. 

15:02

„Was hat die EU seither gebracht?“

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Celine Müller

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Nachdem Professor Dr. Dr. hc Klaus Rennert, Präsident des Bundesverwaltungsgerichts einen Überblick über das Berufsrecht, namentlich der freien Berufe, zu denen auch die Heilberufe und somit Apotheker gehören, gegeben hat, fragt Michael Jung von der ABDA: „Was hat uns die EU seither gebracht?“ Fraglos sei das die Freizügigkeit im Binnenmarkt: ein gemeinsamer Binnenmarkt für Waren und teilweise Grenzkontroll-freies Reisen und eine einheitliche Währung. Und aus Sicht der Apotheker? Die automatische Anerkennung der Berufsqualifikation sei fraglos ein Vorteil, ebenso auch die Möglichkeit von Patienten, sich innerhalb der EU ärztlich behandeln und Arzneimittel beziehen zu können, erklärt Jung.

14:18

Es geht weiter

Zweiter Tag des Apothekertags, die zweite Runde …

12:00

Genug diskutiert und abgestimmt – finden die Apotheker bei der Antragsberatung des Deutschen Apothekertags. Sie stimmen mehrheitlich für eine Mittagspause. Um 14 Uhr geht es weiter.

11:46

Apotheker sollen impfen: Influenza ja, Masern nein

Probleme hat Berlin offensichtlich nicht nur mit maroden Airlines und ihrem Flughafen. Auch bei  der „Herdenimmunität“ hapert es, sagt die Apothekerkammer Berlin. Bei den Masern liegt die Durchimpfung bei lediglich 30 Prozent. Das könnte besser sein, „Apotheker haben das verstanden, wir suchen weiter die Impfpässe“, aber Apotheker könnten noch stärker helfen und zu einer „Steigerung der Impfquote durch Bündelung der heilberuflichen Kräfte“ beitragen, indem bestimmte Impfungen auch von Apothekern durchgeführt würden, schlägt die Apothekerkammer Berlin vor. Die Gefahr, dass Apotheker in fremden Gewässer fischen und Ärzten die Impflinge rauben, sieht die Kammer nicht. Bei 70 Prozent fehlender Impfungen – wie bei Masern beispielsweise – sei „noch ausreichend Luft“ für beide Heilberufler, Ärzte allein könnten dieses Impfdefizit nicht leisten, fürchtet die Apothekerkammer Berlin. Impfen ist also nicht nur ein Thema im Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl, auch die Apotheker beim DAT diskutieren die wichtigste präventive Maßnahme im Gesundheitssystem. Professor Dingermann findet den Antrag gut – man sollte im Detail jedoch nochmals „drüber gucken“. Er ist insbesondere bei Lebendimpfstoffen, wie Masernimpfungen, skeptisch. „In der Schweiz ist das Impfen von Lebendimpfstoffen untersagt!“, sagt Dingermann. Man müsse sorgfältig die „zitierten Referenzen“ prüfen. Und das wird letztlich auch gemacht. Mit der Mehrheit wird der Antrag in den Ausschuss verwiesen. 

11:17

Antragsberatung

Rx-Versandverbot, Lieferkette, innovative Versorgungsformen

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Benjamin Rohrer

Die Antragsberatung auf dem Apothekertag ist in vollem Gange. Die Hauptversammlung beschäftigte sich zunächst mit der Rx-Preisbindung un dem Rx-Versandverbot. Ein Leitantrag der ABDA dazu wurde sofort einstimming durchgewinkt. Auch sehr interessant war die nachfolgende Diskussion: Die Kammer Rheinland-Pfalz wollte über die bestehenden Versorgungsformen auf dem Land (Rezeptsammelstellen, Botendienste, etc.) nachdenken und gegebenenfalls reformieren. Die ABDA hat nichts gegen das Nachdenken, allerdings will man das erst in den eigenen Reihen machen und nicht de Gesetzgeber mitspielen lassen. Derzeit wird darüber beraten, inwiefern Apotheker Präventionsleistungen anbieten sollten.

11:11

Pharmaziestudenten als Ersthelfer

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Celine Müller

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„Obligatorische Erste-Hilfe-Kurse während des praxisbegleitenden Unterrichts“. Das fordert die Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Die Idee stammt vom Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD). Der Präsident Max Willi Georgi: „Wir sind an die Kammer Westfalen-Lippe herangetreten, weil der DAT die größte Stimmbildung der Apotheker ist und wir es als Verband wichtig finden, dass Apotheker entsprechende Kenntnisse über Erste Hilfe verfügen“. Und: „Als Heilberufler sollte man das schon fordern können“, findet der BPhD-Präsident. Wichtig ist Georgi, dass die Erste-Hilfe-Kenntnisse abrufbar sind bei Apothekern oder Pharmaziestudenten: „Entweder der Student kümmert sich selbst oder bekommt die Möglichkeit von der Kammer, sich in Erster Hilfe ausbilden zu lassen“. Was sagen die Landesapothekerkammern zu dem Vorschlag? Günther Hanke der LAK Baden-Württemberg ergreift das Wort: „Es ist mehr als sinnvoll, dass ein Apotheker einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert“, sagt der Kammerpräsident. Nur: Bei 250 PhiPs in den begleitenden Unterrichtsveranstaltungen, wie beispielsweise in Tübingen, sei es schlichtweg unmöglich einen Erste-Hilfe-Kurs anzubieten,  „das kann die Kammer nicht leisten“, erklärt Hanke. Der praxisbegleitende Unterricht würde so „völlig überfrachtet, ein guter Kurs zur Ersten Hilfe beansprucht mehrere Stunden, ich sehe mich nicht in der Lage für 250 Studenten das in sinnvollem Maß anzubieten“, sagt Hanke. Zu einer abschließenden Abstimmung kommt es nicht. Da die Kammer Westfalen-Lippe die Ablehnung des Antrags fürchtet – zieht sie diesen zurück. Keine Erste-Hilfe-Kurse durch die Kammer für die Studenten also. (Foto: DAZ / Schelbert)

08:16

Guten Morgen ...

autor

.... zum zweiten Tag hier in Düsseldorf. In etwa 45 Minuten startet die Antragsberatung. Los geht es mit dem Rx-Versandverbot. 


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