Sparmaßnahmen

Bei Eli Lilly sollen 8 Prozent der Stellen wegfallen

Indianapolis / Stuttgart - 07.09.2017, 17:45 Uhr

US-Pharmakonzern Eli Lilly  will im Rahmen eines Sparprogramms 3500 Stellen einsparen. (Foto: picture alliance / AP Photo)

US-Pharmakonzern Eli Lilly  will im Rahmen eines Sparprogramms 3500 Stellen einsparen. (Foto: picture alliance / AP Photo)


Der US-Pharmakonzern Eli Lilly  will im Rahmen eines Sparprogramms in großem Stil Mitarbeiter entlassen. Insgesamt sollen 3500 Stellen wegfallen, davon 2000 in den USA. Lilly musste dieses Jahr Rückschläge bei zwei potenziellen Blockbustern, gegen Alzheimer und gegen rheumatoide Arthritis, hinnehmen. 

Eigentlich waren die Meldungen von Eli Lilly im ersten Halbjahr durchweg positiv. Der Gewinn kletterte im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel auf gut 1 Milliarde US-Dollar. Beim Umsatz konnten die Verkäufe von neuen Arzneien wie dem Diabetes-Mittel Trulicity oder dem Mittel gegen Schuppenflechte namens Taltz den Schwund bei älteren Medikamenten mehr als kompensieren. Insgesamt zogen die Erlöse um 8 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar an.

Doch nun sollen rund 3500 Stellen gestrichen werden, wie das Unternehmen am heutigen Donnerstag am Firmensitz in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana ankündigte. Das entspricht gut acht Prozent der weltweiten Belegschaft. Die Entlassungen sollen überwiegend bis Jahresende mithilfe eines freiwilligen Pensionierungsplans in den USA erfolgen. Sie sind Teil eines größeren Konzernumbaus, der auch Schließungen einiger US-Standorte sowie einer Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in China vorsieht.

Eli Lilly will sich schlanker aufstellen

Das Unternehmen will sich schlanker aufstellen und stärker auf die Entwicklung neuer Arzneimittel  fokussieren. Zudem gab es Rückschläge bei zwei potenziellen Blockbustern. Für Baricitinib, das bei Rheumatoider Arthritis eingesetzt werden soll, fordert die FDA eine weitere klinische Studie. Das dürfte die Markteinführung um Jahre verzögern.Kurz darauf musste die Firma bekannt geben, dass eine Studie mit Solanezumab gescheitert war – ein Antikörper, der als Hoffnungsträger gegen Alzheimer galt. Der erhoffte Erfolg für Alzheimer-Patienten war nicht eingetreten.

Die jährlichen Kosten sollen durch die Sparmaßnahmen ab 2018 um rund 500 Millionen US-Dollar sinken. Zunächst dürften Abfindungen, Kündigungen und Werksschließungen aber ins Geld gehen. Eli Lilly rechnet für das dritte und vierte Geschäftsquartal mit Sonderkosten und Abschreibungen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar vor Steuern. Anleger reagierten positiv auf die Neuigkeiten – die Aktie stieg im frühen US-Handel zunächst um 1,7 Prozent.

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dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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