Bortezomib

Weitere Velcade-Fälschungen entdeckt

Stuttgart - 06.09.2017, 12:30 Uhr

Links das Original, rechts die Fälschung: Die bislang aufgetauchten Fälschungen von Velcade waren größtenteils rumänisch-bulgarischer Aufmachung. (Foto: BfArM)

Links das Original, rechts die Fälschung: Die bislang aufgetauchten Fälschungen von Velcade waren größtenteils rumänisch-bulgarischer Aufmachung. (Foto: BfArM)


In Deutschland sind weitere Fälschungen von Velcade (Bortezomib) entdeckt worden. Das teilt das BfArM mit. Wieder handelt es sich um ein Präparat eines Parallelvertreibers, dieses Mal ist es die dänische Firma Abacus Medicines. Außerdem wurde bei der Firma Axicorp, einem niederländischen Parallelvertreiber, eine weitere gefälschte Charge identifiziert – insgesamt die vierte. 

Die Internetseite des BfArM zu den Fälschungen von Velcade ist wieder um einen Eintrag länger geworden. Seit dem gestrigen Dienstag finden sich dort Informationen über einen weiteren Fälschungsfall. Demnach ist diesmal ein Präparat der Firma Abacus Medicines, eines dänischen Parallelvertreibers, betroffen – und zwar die Chargen GGZT800, GCZTQ00“ und FGZSL01 mit dem Verfalldatum 06/2018. Über die Aufmachung und den Inhalt dieser Packungen liegen bislang keine Informationen vor.

Nachtrag: Laut BfArM haben auch diese Packungen bulgarisch-rumänische Aufmachung. 

Und das ist noch nicht alles. Bei der niederländischen Firma axicorp Pharma B.V., ebenfalls ein Importeur, wurde eine vierte gefälschte Charge identifiziert: FJZT800 (Verfalldatum 09/2018). Wie bei den zuvor aufgetauchten gefälschten Packungen hat auch diese Charge eine bulgarisch-rumänische Aufmachung. Laboruntersuchungen zufolge handelt es sich beim Inhalt aber um den deklarierten Wirkstoff, Bortezomib. Auch der Gehalt entspricht der Spezifikation. Sämtliche Packmittel, also Faltschachtel, Etikett der Durchstechflasche und Beipackzettel-Booklet sind jedoch gefälscht. 

Anscheidend Originalware von Janssen

So ist es offenbar bei dieser wie bei allen bislang identifizierten gefälschten Chargen: Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass es sich bei den Durchstechflaschen nicht um das Originalprodukt von Janssen handelt, heißt es auf der Seite des BfArM.

Die ersten Velcade-Fälschungen waren Mitte August aufgetaucht – zuerst beim Parallelvertreiber hvd medical GmbH. Dieser hatte das zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassene Arzneimittel laut BfArM von dem niederländischen Großhändler Dr. Fisher Farma B.V. bezogen. Auch diese Packungen hatten eine rumänisch-bulgarische Aufmachung. Zwei Tage später wurde dann bekannt, dass auch beim Parallelvertreiber A.C.A. Müller ADAG Pharma AG potenziell gefälschtes Velcade entdeckt worden war.

Großhändler, Apotheker und Ärzte sind weiterhin angehalten, die Packungen und Chargenbezeichnungen des Arzneimittels vor Anwendung zu prüfen und Verdachtsfälle von Verfälschungen dem BfArM zu melden. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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