Debatte um Legalisierung

Merkel will Cannabis-Nutzung nur zu Therapiezwecken

Berlin - 28.08.2017, 11:55 Uhr

Wenn es nach der Bundeskanzlerin Angela Merkel geht, wird Cannabis erstmal nicht zu Konsumzwecken freigegeben. (Foto: Syda Productions / Fotolia)

Wenn es nach der Bundeskanzlerin Angela Merkel geht, wird Cannabis erstmal nicht zu Konsumzwecken freigegeben. (Foto: Syda Productions / Fotolia)


Anders als bei der „Ehe für Alle“ wird es in Sachen Cannabis unter Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmal wohl keine Kehrtwende geben: Sie hielte nichts von einer Freigabe, erklärte sie gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Während auch ihr Kontrahent Martin Schulz (SPD) sich kürzlich skeptisch gezeigt hatte, sieht es bei kleineren Parteien deutlich anders aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte einer Freigabe von Cannabis zu Konsumzwecken erneut eine Absage. „Ich halte davon nichts“, betonte sie gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir erlauben eine sehr begrenzte Anwendung im medizinischen Bereich, darüber hinaus beabsichtige ich keine Änderungen“, sagte die CDU-Vorsitzende und Spitzenkandidatin der Unionsfraktion.

Beim bisherigen Koalitionspartner SPD wird Merkel dabei nicht auf Widerstand stoßen. Er persönlich könne „nur für sich selbst reden“, erklärte ihr Kontrahent Martin Schulz laut dem Online-Magazin „Vice“. „Das ist in unserer Partei hoch umstritten“, sagte er – „wir haben darüber keine Beschlussfassung“.

Er selber sei aufgrund eigener Suchterfahrungen „sehr sehr vorsichtig“, betonte Schulz. „Ich bin skeptisch, ob wir Cannabis legalisieren sollen.“ Drogenexperten des Europaparlaments hätten sich zwar für eine Legalisierung von Einstiegsdrogen ausgesprochen, da dies ein Abgleiten in die harten Drogen unwahrscheinlich mache – doch dies habe ihn nicht überzeugt.

Die Nachwuchsorganisation Jusos befürwortet die Legalisierung von Cannabis hingegen schon lange. „Unser Ziel ist, die SPD davon zu überzeugen, Cannabis endlich zu legalisieren“, hieß es. Es gibt sogar eine eigene Initiative „Sozis für die Cannabis-Legalisierung“, die die Freigabe zu Konsumzwecken fordert.

Neben den Grünen fordert auch die FDP eine „kontrollierte Freigabe“ von Cannabis. „Schätzungen zufolge konsumieren rund vier Millionen Menschen in Deutschland Cannabis“, heißt es im Wahlprogramm. „Damit werden unzählige Menschen kriminalisiert und immense Ressourcen bei der Polizei gebunden, die etwa bei der Verfolgung von Einbrüchen besser eingesetzt wären.“

Nur „mit einem kontrollierten Verkauf in lizenzierten Geschäften“ könne die Qualität kontrolliert und so die Weitergabe von verunreinigten Substanzen verhindert sowie der Jugendschutz gewährleistet werden, erklärt die FDP. Außerdem will sie den Cannabis-Konsum besteuern und somit bis zu einer Milliarde Euro zusätzlich einnehmen. Parteichef Christian Lindner hatte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter erklärt, wie in Uruguay könnte Cannabis auch in Apotheken abgegeben werden.

Nach einem Vorstoß der schwarz-grün-gelben Landesregierung in Schleswig-Holstein für ein Modellprojekt hatte sich die dortige Apothekerkammer ablehnend gezeigt. „Die kontrollierte Abgabe von Cannabis über Apotheken widerspricht eigentlich unserem Berufsethos, da wir das Konzept der Gesunderhaltung verfolgen“, betonte der Geschäftsführer der Apothekerkammer Schleswig-Holstein Frank Jaschkowski. Dennoch erklärte er sich gesprächsbereit, auch da sachkundiges Personal wichtig sei. „Unterhalb des Apothekers sehe ich da niemanden, der diese Aufgabe übernehmen kann“, hatte er erklärt.


hfd / DAZ.online
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5 Kommentare

Cannabis

von Klaus BS am 09.11.2019 um 2:17 Uhr

Meine Freundin, ist abhängig.

Und ich bete jeden Tag das Sie aufhören kann für immer damit. Ihr Körper leidet .

Sie hat 2 mal versucht aufzuhören, aber wieder rückfällig geworden.

Alle die sagen es sei gesund, sind auf dem Holzweg.

Ich bin froh, das ich kein Alkohol, keine Zigaretten oder Drogen gebrauche.

Ich wünsche mir, das diese Droge komplett verboten wird in Deutschland. Und die Personen, die es verteilen und verkaufen, gewaltige Strafen bekommen.

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Legalisieren Canabis

von Jan am 09.01.2018 um 22:14 Uhr

Ich hoffe und Bete das es bald Eintritt , die Legalisierung - was man auf dem Schwarzmarkt bekommt ist sooo gestreckt !

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Legalisieren Canabis

von Michael Stengert am 16.11.2017 um 13:22 Uhr

Legalisierung von canabis ist schon lange überfällig dan könnte ich mal richtig schlafen u. muss nicht immer Tabletten schlucken habe starke Schlaf Störungen

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Legalisieren Canabis

von Michael am 16.11.2017 um 14:22 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte einer Freigabe von Cannabis zu Konsumzwecken erneut eine Absage. „Ich halte davon nichts“, betonte sie gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung Frau Merkel hat ja keine Ahnung was sich die Jugend sonst konsumiert vieles Gras ist gepanscht u.nicht rein

Bigotterie...

von David Fern am 28.08.2017 um 15:14 Uhr

"Drogenexperten des Europaparlaments hätten sich zwar für eine Legalisierung von Einstiegsdrogen ausgesprochen, da dies ein Abgleiten in die harten Drogen unwahrscheinlich mache – doch dies habe ihn nicht überzeugt".

DIE Einstiegsdroge in den Rauschmittel Konsum schlechthin IST doch legal! Solange der letal wirkende Alkohol als Kulturgut "abgefeiert" wird sind jegliche gesnundheitliche Bedenken in punkto Hanfkonsum nur eines:
Eine nahezu schizophrene Bigotterie.

PS Ein Drogenexperte der BUNDESREGIERUNG äussert sich wie folgt:
Dr. Peter Cremer-Schaeffer Drogenexperte vom Bundesinstitut für Arzneimittel:
"Viele Argumente der Legalisierungsgegner sind wissenschaftlich unhaltbar. Die Mär von Cannabis als Einstiegsdroge zum Beispiel - wurde einst aus politischen Gründen lanciert und lässt sich mit Fakten nicht untermauern. Was Studien hingegen belegen: Nüchtern betrachtet ist Cannabis eine eher ungefährliche Droge und - zumindest für Erwachsene - weit harmloser als die gesellschaftlich akzeptierten und legalen Rauschmittel Alkohol und Tabak."

PS Die ganzen medizinischen Argumente gehen generell fehl- es ist zu 100% ein rechtsstaatliche Frage von Verhältnismässigkeit und dem grundgesetzlichen Übermassgebot.
Man kann nicht Person A freudig mit einem letal wirkenden Lösungsmittel zu prosten während man Person B für den Konsum einer viel WENIGER gefährlichen Substanz kriminalisiert.

Das ist keine Rechtsstaatlichkeit sondern pure Ideologie!

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