Einfach, genial und aus der Apotheke

Notfalldose: Rettung aus dem Kühlschrank

25.08.2017, 15:00 Uhr

Ein Notfall-Aufkleber an die Haustür, der andere an den Kühlschrank – dort finden Rettungskräfte die Notfalldose mit den Daten der Patienten. (Foto:privat)

Ein Notfall-Aufkleber an die Haustür, der andere an den Kühlschrank – dort finden Rettungskräfte die Notfalldose mit den Daten der Patienten. (Foto:privat)


Alle Notfalldokumente an einem festen Ort und immer griffbereit: Die in Apotheken erhältliche Notfalldose macht dies möglich. Senioren und Patienten sollen diese in der Kühlschranktür lagern – das unterstützt die Rettungskräfte und spart wertvolle Zeit. Der Senioren- und Behindertenbeirat aus Rangsdorf in Brandenburg hat die Idee aufgegriffen. Die dortige Seebad-Apotheke unterstützt die Notfalldosen-Initiative.

Wenn man etwas sucht – findet man es nicht. Wieso soll das bei Notfallausweisen, Notfallpässen oder Notfallordnern anders sein? Nur drängt bei Notfällen meist die Zeit und Patienten oder Rettungskräfte können nicht erst einmal stundenlang nach den Notfall-Dokumenten suchen. Die Lösung: die Notfalldose. Nachdem sie vor anderthalb Jahren bereits in Nordrhein-Westfalen auf Initiative des dortigen Landesseniorenrates eingeführt wurde, hat das Konzept nun auch in Brandenburg überzeugt. Zuerst den Seniorenbeirat Großbeeren und jetzt auch den Kreisseniorenbeirat im benachbarten Kreis Teltow-Fläming.  

So funktioniert die Notfalldose

Das Prinzip der Notfalldose ist denkbar einfach und doch genial: Patienten stecken all ihre Notfalldokumente in diese Notfalldose – und lagern diese im Kühlschrank, und zwar in der Tür. Ein entsprechender Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür und am Kühlschrank informiert die Rettungskräfte, wo die Notfalldaten des Patienten zu finden sind. Dass hierfür der Rettungsdienst entsprechend informiert sein muss, ist klar.

Notfalldosen gibt es in der Apotheke

Wo bekommen die Patienten eine solche Notfalldose? In der Apotheke, zum Beispiel in der Farma-plus Apotheke im Südring Center in Rangsdorf oder in der Seebad-Apotheke. Die Seebad-Apotheke führt die Notfalldose nun seit einer Woche. „Die Idee ist gut“, findet Apothekeninhaberin Stefanie Weichert. Sinnvoll ist das allerdings nicht nur für betagte Menschen, findet sie. Ihrer Ansicht nach, sollten „nicht nur Senioren eine Notfalldose haben“. Dass sich die Idee mit der einfachen aber innovativen Notfalldose verbreitet, unterstützt die Apothekerin aktiv. Sie hat mittlerweile ein Poster zur  Notfalldose im Schaufenster der Seebad-Apotheke. 

Wie reagieren Kunden auf das Notfalldosen-Angebot? Das Angebot der Notfalldose in der Apotheke wird angenommen: „20 Dosen haben wir bereits verkauft“, erzählt Stefanie Weichert DAZ.online. Horst Leder ist Vorsitzender des Senioren- und Behindertenbeirats in Rangsdorf, der das Projekt im Kreis Teltow-Fläming angestoßen hat. Er hofft, auf eine bundesweite Einführung der Notfalldose. Der Landkreis Teltow-Fläming (TF) geht hier mit gutem Beispiel voran: „Nach drei Wochen haben bereits vier Ortschaften in unserem Landkreis (TF) die Notfalldose eingeführt“, erzählt Leder DAZ.online.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
cmueller@daz.online


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1 Kommentar

Notfalldose

von Donath, Klaus am 17.11.2017 um 17:04 Uhr

Ich habe über die Presse von dieser sehr nützlichen Aktion erfahren und gleich beim nächsten Rezepteinlösen in der Apotheke Wendorff danach gefragt. Ich bekam dort nicht nur die Unterlagen plus Dose umsonst, ich bekam auch eine sehr präzise Auskunft über die Handhabung. Ich möchte mich auf diesem Wege bei der Apotheke Wendorff recht herzlich bedanken.

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