Finanzinvestoren wollen mehr Einfluss

Bain und Cinven streben Beherrschungsvertrag mit Stada an

Bad Vilbel - 25.08.2017, 10:36 Uhr

Der Hauptsitz in Bad Vilbel steht laut den Investoren nicht zur Diskussion. (Foto: STADA)

Der Hauptsitz in Bad Vilbel steht laut den Investoren nicht zur Diskussion. (Foto: STADA)


Nachdem die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven im zweiten Anlauf die Mehrheit an dem hessischen Pharmakonzern Stada erworben haben, wollen sie nun mehr Einfluss auf das Unternehmen nehmen. Dazu soll mit Stada ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen werden. Zudem gibt es weitere personelle Veränderungen. 

Die neuen Eigentümer von Stada machen Druck. Nachdem Bain Capital und Cinven kürzlich beim zweiten Versuch die Mehrheit an dem Bad Vilbeler Arzneimittelhersteller erworben haben, streben sie nun an, mithilfe eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages direkten Einfluss auf die Geschäfte und Finanzen des Unternehmens zu nehmen. Nach Angaben der Nidda Healthcare Holding AG sei der Stada-Vorstand bereit, in entsprechende Gespräche einzutreten.

Den außenstehenden Aktionären von Stada soll demnach angeboten werden, deren Aktien gegen Barabfindung zu erwerben. Außerdem soll ihnen für die Dauer des Vertrages eine Ausgleichszahlung gezahlt werden. Die Details müssten nun in den Verhandlungen mit dem Stada-Vorstand verhandelt werden. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur dpa hoffen die Anleger offenbar auf einen guten Deal: Auf der Handelsplattform Tradegate zog die Stada-Aktie am Freitag weiter an. Am Abend zuvor lag ihr Kurs bei 83,46 Euro. 

75 Prozent Stimmenmehrheit notwendig

Den Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven war es jüngst im zweiten Anlauf geglückt, Stada mehrheitlich zu übernehmen. Sie hatten sich 63,85 Prozent am Unternehmen gesichert. Einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag muss die Hauptversammlung allerdings mit 75 Prozent Stimmenmehrheit billigen. Bis zum 1. September läuft noch eine verlängerte Annahmefrist, die etwa bestimmte Index-Fonds nutzen könnten.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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